Bis zum Messebeginn wird der Veranstaltungskalender der weltgrößten Buchmesse Tag für Tag voller – klar ist schon jetzt: Auch 2006 werden wieder jede Menge Größen und Newcomer des Literaturbetriebs, bekannte Hörbuch-Sprecher und Stars aus Film, Fernsehen und aus der Comic-Szene nach Frankfurt kommen. Erstmals wird der neue Themenschwerpunkt „Zukunft Bildung“ das riesige Kultur- und Fachprogramm von 2.500 Veranstaltungen ergänzen. Als Gastland wird Indien in diesem Jahr der Messe seinen farbenprächtigen Stempel aufdrücken. Darüber hinaus wird die fortschreitende Digitalisierung in der Buch- und Medienbranche im Produkt- und Programmangebot der Messe einen deutlichen Niederschlag finden.
Große Bühne – für Literatur und mehr
Die Riege der Autoren, die auf der Frankfurter Buchmesse ihre neuen Bücher persönlich vorstellen, ist ebenso bunt wie die Titel der mehr als 100.000 präsentierten Neuerscheinungen – unter ihnen haben bereits Literaturgrößen wie Günter Grass, Donna Leon, Ingo Schulze oder Martin Walser ihr Kommen angesagt. Gelesen, debattiert und signiert wird in insgesamt 16 Veranstaltungsforen und -zentren und an zahlreichen Verlagsständen. Bis auf den letzten Quadratmeter besetzt ist wieder die Ausstellungsfläche des Hörbuch-Gemeinschaftsstandes rund um den Besuchermagneten FOCUS Forum Hörbuch in Halle 4.1. Auch im jungen, fröhlichen Comic-Zentrum in Halle 3.0 wird wieder ein Non-Stop-Veranstaltungsprogramm geboten. Und im Forum Film & TV haben sich nicht nur europäische Filmproduzenten auf der Suche nach geeigneten Filmstoffen angesagt, sondern auch – wie Tatort-Star Jan Josef Liefers – bereits jetzt einige Stars ihr Kommen angekündigt.
Als Ort des interkulturellen Dialogs hat sich das vom Auswärtigen Amt mitgetragene Internationale Zentrum in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Dem wird es auch in diesem Jahr mit einem engagierten Programm mit literarischen Begegnungen von Autoren aus Indien und China, dem Balkan, Katalonien und Kuba und Debatten zu Themen wie „Google und China“ oder „Afrikanische Bootsflüchtlinge“ gerecht werden.
Am Messe-Samstag und -Sonntag ist auch das allgemeine Publikum auf der Frankfurter Buchmesse willkommen und kann „Literatur live“ erleben – unter anderem den kurz vor Messebeginn frisch gekürten Gewinner des Deutschen Buchpreises 2006. Die präsentierten Bücher können bei Veranstaltungen gekauft werden, an den Verlagsständen ist der Buchverkauf jedoch nur am Sonntag, dem letzten Messetag, erlaubt.
Gastland Indien - Literaturvielfalt in 24 Sprachen
24 Amtssprachen, 120 Regionalsprachen und Dialekte, über eine Milliarde Menschen und 80.000 Bucherscheinungen pro Jahr: Das ist das literarische Indien von heute. Der Subkontinent wird sich unter dem Motto „Today’s India“ in diesem Jahr als Gastland der Frankfurter Buchmesse präsentieren. Auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern entsteht Indien in Frankfurt: 200 Verlage und über 30 indische Autoren werden kommen, darunter so bekannte Namen wie Amitav Ghosh und Amit Chaudhuri, aber auch viel versprechende Newcomer wie Atlaf Tyrewala oder Salma. Für die internationale Verlagswelt bietet der indische Auftritt die Möglichkeit, enge Kontakte mit der boomenden Verlags-, Druck- und IT-Branche Indiens zu knüpfen.
Neuer Schwerpunkt Bildung
Keine Frage, Bildung und Buchbranche sind eng miteinander verknüpft: Verlage machen Wissen erst zugänglich, umgekehrt lebt die Branche von Lesern, sprich (aus-)gebildeten Menschen. Die Frankfurter Buchmesse bietet als internationale Plattform für Verlage, Inhalte und kulturpolitischen Dialog das passende Forum und startet mit dem Themenschwerpunkt „Zukunft Bildung“ eine langfristig angelegte Bildungsoffensive.
Auftakt des hochkarätigen Programms für verschiedene Zielgruppen ist ein internationaler Kongress zur Alphabetisierung im Rahmen der neu ins Leben gerufenen Frankfurt Book Fair Literacy Campaign (LitCam). Zudem werden der Trendkongress „India on the Rise“ am Messe-Eröffnungstag und ein Lehrerkongress am Messe-Samstag für Wissenstransfer und bildungspolitische Diskussionen sorgen. Den Abschluss der ersten Ausgabe des neuen Themenschwerpunkts bildet am Sonntag eine große Publikumsveranstaltung mit Prominenz aus Politik und Kultur.
Fit in Sachen Digitalisierung
Kaum eine Branche ist so in Bewegung wie die der Information. Im Zeichen der fortschreitenden Digitalisierung erweitert die Frankfurter Buchmesse ihr Spektrum im Bereich Online-Information, elektronisches Publizieren und digitale Medien. Die renommierte Online-Tagung der DGI (Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e. V.), die zuvor im Rahmen der COMiNFO in Frankfurt stattfand, wird ab diesem Jahr nationale und internationale Informationsprofis auf der Frankfurter Buchmesse zusammenbringen. Die Fachvorträge befassen sich beispielsweise mit Suchmaschinen, eLearning, Wikis, Blogs & RSS, aber auch mit Intercultural Cooperation, Informationsprozessen und Wissensorganisation.
Die Tagung bildet eine Brücke zum Gesamtauftritt der Fachinformations-Branche in Halle 4.2. Dort sind neben den Fach- und Wissenschaftsverlagen, der PresseMesse und dem Internationalen Bibliotheks-Zentrum auch eine wachsende Anzahl von Anbietern von Online-Solutions und E-Publishing angesiedelt. Unter anderem präsentiert das Gastland Indien sein Know-how in dem Bereich an einem zusätzlichen IT-Gemeinschaftsstand.
Premiere für Nonbooks und zweite Runde für antiquarische Bücher
Neue Ausstellungsbereiche gibt es in diesem Jahr in den Hallen 4.0 und 4.1: Trotz der schwierigen Zeit für die Buchbranche konnte sich in Deutschland eine junge, unabhängige Verlagsszene etablieren. Sie präsentiert ihr Programm und ihre Autoren in Halle 4.1 im „Literaturforum der unabhängigen Verlage“. In den Buchhandlungen nimmt der Absatz an „netten Kleinigkeiten“ aus den Bereichen Lifestyle, Geschenke, Papeterie und Design immer weiter zu. Die Frankfurter Buchmesse spiegelt diesen Trend und zeigt an einem neuen Gemeinschaftsstand „Nonbook 4.0“ in Halle 4.0 eine breite Produktpalette dieses Nebengeschäfts.
Dass Illustratoren nicht nur Bilderbücher gestalten, sondern ein weit größeres Arbeitsspektrum haben, dokumentiert in diesem Jahr nicht nur Filu, das Zentrum für Illustration & Fotografie, sondern zum ersten Mal auch eine Gemeinschaftsausstellung der europäischen Illustratoren-Verbände in Halle 4.1. Am Messe-Freitag werden Originalzeichnungen bekannter Illustratoren versteigert. Die im Vorjahr erfolgreich eingeführten Ausstellungsbereiche PresseMesse (Halle 4.2) und den Gemeinschaftsstand Spiele/n im Buchhandel (Halle 3.0) wird es auch 2006 wieder geben. Für Sammler antiquarischer Bücher auch aus dem Ausland ist der Besuch der 2. Frankfurter Antiquariatsmesse in Halle 4.0 die Anlaufstelle, bei der in diesem Jahr mit 100 Antiquariaten ein Viertel mehr Aussteller als im ersten Jahr vertreten sein werden.
Neben den Neuerungen gibt es im Fachprogramm der Buchmesse auch ein Jubiläum zu feiern: Das internationale Rights Directors Meeting, die wichtigste Fachveranstaltung rund um den Handel mit Rechten und Lizenzen für neue Bücher, Medien, Übersetzungen und Merchandising-Artikeln, findet in diesem Jahr bereits zum zwanzigsten Mal statt.
Asien auf dem Vormarsch im internationalen Bereich
Unter den internationalen Verlagen wird vor allem der asiatische Ausstellungsbereich an Fläche zulegen. Das Gastland Indien hat 1.400 Quadratmeter angemietet, auch China kommt mit mehr Verlagen als im vergangenen Jahr. Ein leichtes Wachstum zeichnet sich auch im lateinamerikanischen Bereich und bei den südosteuropäischen Verlagen ab. Chile und Venezuela werden nach vielen Jahren wieder mit einem Gemeinschaftsstand vertreten sein. Griechenland und die Türkei vergrößern ihren Nationalstand. Früh ausgebucht war wie üblich die englischsprachige Welt in Halle 8.0 unter anderem mit den großen Verlagsnationen USA und Großbritannien. Insgesamt werden wieder Verlage aus mehr als hundert Ländern an der Frankfurter Buchmesse teilnehmen, die schwerpunktmäßig in den internationalen Hallen 5, 6 und 8 ihren Standort haben und in den anderen Hallen in vielen Sachgruppen wie Kinderbuch, Religion oder Fachbuch vertreten sind.



