Realistischer Blick
Die Übernahme von Risiken gehört erklärtermaßen zu dem Kerngedanken jeder selbstständigen Betätigung. Daher sollte trotz aller Wunschträume eine realistische Einschätzung der eigenen Marktchancen und persönlichen Eignung am Anfang stehen. Eine unternehmerische Denkart zeichnet dabei den beruflich erfolgreichen Sportler genauso aus wie das Fotomodell oder den freien Grafiker. Die folgenden Beschreibungen sollen eine Idee von den persönlichen und beruflichen Voraussetzungen zweier interessanter Berufe geben. Aber auch die Nachteile sollten rechtzeitig ins Kalkül gezogen werden.
Was macht die Tätigkeit eines Fotomodells aus: Partys? Fotoshootings und viel Geld verdienen? Das ist sicherlich nur ein Teil nämlich der Wunsch. Fotomodelle lassen von sich Aufnahmen für Modezeitschriften, Kataloge, Lifestyle-Magazine und für Produktwerbung machen und stehen für imageträchtige Werbekampagnen großer Kosmetik- und Modefirmen Modell. Zudem führen sie Mode bei Modeschauen von Kaufhäusern und auf Messen vor.
Wie funktioniert der Start? Nicht nur Schönheit entscheidet, sondern auch die Set Card. Darauf finden sich professionelle Fotoaufnahmen des Modells und Angaben zur Person, die dem Betrachter einen Eindruck von der Ausstrahlung und Eignung des Fotomodells geben sollen. Einfluss auf den späteren Erfolg hat neben der Qualität der Bilder auch die Vielzahl der guten Kontakte zu Vermittlungsagenturen. Hinter den Kulissen gibt es ein Hauen und Stechen um Vermittlungsrechte und vertragliche Vereinbarungen. Deshalb sollte jedes Jungmodell sich entweder selbst mit Verträgen beschäftigen oder eine Vertrauensperson damit beauftragen.
Das Klischee vom Traumberuf
Sicherlich ist es offensichtlich, dass Fotomodelle viel Geld verdienen: Doch die Claudia Schiffers und Naomi Campbells dieser Welt lassen sich an einer Hand abzählen. Wer realistisch bleibt, wird immer berücksichtigen, wie hoch der Zeitaufwand und das eingegangene wirtschaftliche Risiko ist diese Abwägung ergibt schließlich ein anderes Bild als das Blitzlichtgewitter einer Modenschau in Paris vermuten lässt.
Ein Handwerker, der eine Tür öffnen soll oder ein verstopftes Rohr repariert, berechnet hohe Anfahrtskosten. Ein Fotomodell muss sich dagegen freuen, die Fahrtkosten erstattet zu bekommen. Von der Zeit der Anreise oder Wartezeiten ganz zu schweigen. Ein Stundenverdienst von 1000 Euro pro Tag relativiert sich schnell, wenn die doppelte Zeit für Anreise, Kontaktpflege und vergebliche Agenturbesuche draufgeht.
Freier PR- und Werbetexter
Werbetexter verfassen Texte aller Art für Werbekampagnen, Broschüren und andere Kommunikationsmittel. Sie achten dabei auf die vorhandene visuelle Gestaltung und entwickeln neben Werbebotschaften häufig ganze Kommunikationskonzepte. PR-Texter schreiben Texte redaktionellen Inhalts. Diese werden von Agenturen oder Unternehmen an Redaktionen weitergegeben, in der Hoffnung, möglichst unbearbeitet gedruckt zu werden.
Wer ist geeignet?
Werbe- oder PR-Texter besitzen keine formalen Ausbildungsvoraussetzungen. Eine Begabung im Umgang mit Sprache ist genau wie eine gute Allgemeinbildung Voraussetzung für das Verfassen guter Texte. Bei fachspezifischen Themen beispielsweise in der Gesundheitskommunikation ist ein entsprechendes Studium von Vorteil und von Seiten der Unternehmen oft Grundvoraussetzung.
Dennoch: Gute PR-Texte sollen den Spagat zwischen fachlicher Genauigkeit und guter Lesbarkeit schaffen. Daher ist beim Verfassen fachspezifischer Texte selten der Spezialist, sondern meist der Generalist gefragt.
Zwar kann ein guter Texter theoretisch alle Themenfelder abdecken dennoch sollte der Selbstständige überlegen, ob eine Spezialisierung nicht doch sinnvoll ist. Dadurch wird es einfacher, die Kontakte zu Spezialagenturen oder Unternehmen zu intensivieren und sich nicht zu verzetteln.



