Friedensnobelpreis: Auszeichnung für Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)
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Friedensnobelpreis: Auszeichnung für Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN)

Bild: Foto: P e z i, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Problem: Im Gegensatz zu konventionellen Waffen kann der Einsatz von Atom- oder Wasserstoffbomben weite Teile der Erde auf Jahrhunderte unbewohnbar machen – und sogar die Menschheit ausrotten. Während jedoch viele andere Waffen wie Landminen und biologische oder chemische Waffen durch internationale Abkommen verboten sind und ihr Einsatz damit wenigstens eingeschränkt werden konnte, ist dies bei Atomwaffen nicht der Fall. "Obwohl Nuklearwaffen noch viel zerstörerischer sind, sind sie bisher nicht durch einen ähnlichen Vertrag verboten und geächtet", so das Osloer Komitee.

N. Elmehed/ Nobel Media 2017

Engagement für das Verbot von Atomwaffen

Das Problem: Im Gegensatz zu konventionellen Waffen kann der Einsatz von Atom- oder Wasserstoffbomben weite Teile der Erde auf Jahrhunderte unbewohnbar machen – und sogar die Menschheit ausrotten. Während jedoch viele andere Waffen wie Landminen und biologische oder chemische Waffen durch internationale Abkommen verboten sind und ihr Einsatz damit wenigstens eingeschränkt werden konnte, ist dies bei Atomwaffen nicht der Fall. "Obwohl Nuklearwaffen noch viel zerstörerischer sind, sind sie bisher nicht durch einen ähnlichen Vertrag verboten und geächtet", so das Osloer Komitee.

Genau diese Lücke will die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen durch ihre Arbeit schließen – und wird nun für ihre Bemühungen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Kampagne ist ein Zusammenschluss von Nichtregierungs-Organisationen aus rund 100 verschiedenen Ländern. Die Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf die verheerenden humanitären Folgen eines Atomwaffeneinsatzes aufmerksam zu machen und setzt sich seit Jahren für ein international verbindliches Verbot solcher Waffen ein.

Erfolg mit UN-Vertrag

Einen wichtigen Erfolg hat die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen im Sommer 2017 errungen, als die Vereinten Nationen - auch auf Drängen der Nichtregierungs-Organisationen hin - erstmals einen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Das Abkommen verbietet neben der Herstellung, dem Einsatz und Besitz auch die Drohung mit einem Nuklearschlag sowie die Stationierung von Atomwaffen in anderen Staaten. Inzwischen haben mehr als 50 Staaten diesen Vertrag unterschrieben oder dies zumindest angekündigt.

Allerdings: Die großen Atommächte sowie die NATO-Mitglieder, darunter auch Deutschland, boykottieren den Verbotsvertrag bislang. "Der diesjährige Friedensnobelpreis ist daher auch ein Aufruf an diese Staaten, ernsthafte Verhandlungen zu beginnen mit dem Ziel, eine allmähliche, balancierte und sorgfältig überwachte Vernichtung der fast 15.000 Atomwaffen weltweit zu erreichen", konstatiert das Nobelpreiskomitee.

Leo Hoffmann-Axthelm/ ICAN

Eng am Willen Alfred Nobels

Mit der Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an eine der Abrüstung verschrieben Organisation folgt das Komitee dem Willen Alfred Nobels besonders eng. Denn der Erfinder des Dynamits wollte mit seiner Nobelpreis-Stiftung möglicherweise ein wenig die negativen Folgen ausgleichen, die der Einsatz des Dynamits als Waffe verursacht hat.

Nobel nennt als Kriterien für die Vergabe des Friedenspreises explizit drei Punkte: die Förderung der Verbrüderung zwischen den Nationen, das Vorantreiben von Abrüstung und Waffenkontrolle und der Einsatz für Friedenskongresse. Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen hat in allen drei Kriterien wertvolle Arbeit geleistet, wie das Osloer Komitee betont: "Es ist unsere feste Überzeugung, dass ICAN mehr als jeder andere im letzten Jahr den Bestrebungen zu einer Welt ohne Atomwaffen eine neue Richtung und neuen Schwung verliehen hat."

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