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Fußball-WM

Seither werden die WM-Bälle ständig verbessert. Heerscharen von Forschern des Herstellers Adidas, der seit 1970 die offiziellen FIFA-Bälle produziert, tüfteln daran, sie noch strapazierfähiger zu machen und ihre Flugeigenschaften weiter zu verbessern. Hightech-Materialien sorgen dafür, dass der Ball beispielsweise…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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Hightech-Material und Flatterbälle

Seither werden die WM-Bälle ständig verbessert. Heerscharen von Forschern des Herstellers Adidas, der seit 1970 die offiziellen FIFA-Bälle produziert, tüfteln daran, sie noch strapazierfähiger zu machen und ihre Flugeigenschaften weiter zu verbessern. Hightech-Materialien sorgen dafür, dass der Ball beispielsweise besonders elastisch auf den Tritt reagiert und so besonders weit fliegt. Winzige Rillen oder Gruben in der Oberfläche sollen zudem seine Aerodynamik beeinflussen und ihn in der Luft stabilisieren.

Das allerdings klappt nicht immer so gut. So wurde der Ball der Europameisterschaft von 2008 beispielsweise wegen seiner unberechenbaren Flugbahn kritisiert – vor allem von Torhütern. Auch bei dem  WM-Ball von 2010, "Jabulani", bemängelten einige Spieler und Torhüter seine instabilen Flugeigenschaften kritisiert. Um den WM-Ball von 2014 in dieser Hinsicht zu verbessern, wurde er zweieinhalb Jahre lang intensiv getestet: Er wurde in einer Art Waschmaschine umhergeschleudert, von Robotern getreten, unzählige Male im Windkanal überprüft und auch von mehr als 600 Profispielern und 30 Mannschaften in zehn Ländern probegespielt.

Brazuca: Bunte Bänder, viele Gruben

Herausgekommen ist "Brazuca": Der Ball besteht aus sechs Kunststoffteilen, die miteinander verklebt sind. Die geschwungenen, in schwarz eingefassten Farbbänder in Blau, Orangerot und Grün auf seiner Oberfläche sollen die Farben Brasiliens und die brasilianische Lebensfreude repräsentieren.  Entscheidender aber dafür, wie sich Brazuca im Spiel bewährt, ist die Feinstruktur seiner Oberfläche: "Der Brazuca hat sehr tiefe Gruben, er ist viel rauer als der Jabulani", erklärt der Physiker Derek Leinweber von der Universität von Adelaide. Dadurch erzeugt der diesjährige WM-Ball um sich herum ein anderes Muster von Luftströmungen: Die Luft beginnt schon bei niedrigeren Fluggeschwindigkeiten zu verwirbeln und Turbulenzen zu bilden.

Ein guter "Torhüter-Ball"

Das klingt erst mal wie ein Nachteil, ist es aber nicht, wie der Physiker erklärt: "Wenn der Wechsel von glatt zu turbulent bei hohen Geschwindigkeiten geschieht, dann kann der Ball dadurch einige ziemlich erratische Bewegungen auf dem Weg ins Netz vollführen." Im Gegensatz dazu erzeugt der Brazuca mit seinen tieferen Gruben schon bei relativ niedriger Geschwindigkeit turbulente Strömungen. Das macht seine Flugbahn sehr viel berechenbarer, wie auch Tests im Windkanal zeigen. "In mancher Hinsicht ist es eine Rückkehr zur Aerodynamik der alten, aus 32 Lederflecken bestehenden Fußbälle", so der Forscher.

Einiges spricht dafür, dass Brazuca ein echter "Torhüter-Ball" ist: Ein Ball, der so stabil fliegt, dass der Keeper seine Bahn gut voraussehen kann und daher auch gute Chancen hat, ihn zu halten – vorausgesetzt er springt nicht in die völlig falsche Ecke des Tores. Hinzu kommt: Bei besonders harten und schnellen Schüssen ist es bei diesem Ball schwieriger, ihm einen Effet zu geben. "Torhüter, die dem Kaliber eines Messi, Ronaldo oder Neymar gegenüberstehen, werden daher froh sein, dass Brazuca und nicht Jabulani auf sie zukommt", so Leinweber.

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