Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Leben & Lifestyle/Artikel
Fußball-WM 2018 - Was macht einen guten Torjäger aus?
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Fußball-WM 2018 - Was macht einen guten Torjäger aus?

Pelé (l.), gemeinfrei; Messi (m.), Football.ua / CC BY-SA 3.0; Ronaldo (r.), Анна Нэсси / CC BY-SA 3.0
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

Pelé (l.), gemeinfrei; Messi (m.), Football.ua / CC BY-SA 3.0; Ronaldo (r.), Анна Нэсси / CC BY-SA 3.0

Doch war es damals wirklich das extra Quäntchen Kreativität, das die Entscheidung brachte? Und was bedeutet Kreativität im Fußball eigentlich? "Unter Kreativität im Fußball verstehen wir besonders überraschende, originelle und flexible taktische und motorische Lösungen - zum Beispiel No-look-Pässe, Schnittstellenbälle oder bestimmte Dribblings und Laufwege", erklärt Daniel Memmert von der Deutschen Sporthochschule Köln. Er und seine Kollegen haben die Bedeutung von Kreativität im Profifußball nun genauer unter die Lupe genommen.

Mit Kreativität zum Tor

Dafür schauten sich die Wissenschaftler alle Spiele der vergangenen beiden Fußball-Weltmeisterschaften sowie der Europameisterschaft 2016 an und analysierten sämtliche aus dem Spiel heraus gefallene Tore: Das waren 311 Treffer in 153 Mannschaftsbegegnungen. Welche Spielsituationen hatten bei diesen Toren jeweils zum Erfolg geführt - und welche Rolle spielte die Kreativität dabei?

Um das herauszufinden, ließ das Team die jeweils letzten acht Aktionen, die das Tor herbeiführten, von drei Fußballexperten mit UEFA-Lizenzen bewerten. Diese stuften die Kreativitätsleistung jeder Aktion auf einer Skala von 1 bis 10 ein. "Die Ergebnisse zeigen, dass das Kreativitätsniveau ansteigt, je näher der Torabschluss rückt", fasst Memmert die Ergebnisse zusammen. Vor allem die siebte Aktion, der entscheidende Pass (Assist), bekam im Mittel den höchsten Kreativitätswert. Insgesamt weisen die letzten drei Aktionen vor dem Torschuss signifikant höhere Kreativitätswerte auf als die Aktionen davor.

Artikelbild

iStock.com, IvelinRadkov

Wenn Druck ausbremst

Auch wenn diese Werte nur knapp über dem Durchschnittswert liegen, zeigt dies umso mehr, dass hochgradig kreative Lösungen extrem selten sind. Die Experten bewerteten lediglich 172 von über 1.800 Aktionen als hochgradig kreativ mit einem Wert von 8 und höher auf der Kreativitätsskala. Andererseits enthielten die Aktionsabfolgen bei fast der Hälfte aller Tore mindestens eine Aktion mit hohem Kreativitätsniveau. Bei den sehr erfolgreichen Teams der drei Turniere lag der Wert sogar bei 63 Prozent.

Wie die Forscher berichten, ließen sich anhand der Kreativität erfolgreiche von weniger erfolgreichen Teams gut unterscheiden. Dies zeige, dass das Training kreativen Verhaltens im Profifußball durchaus wichtig sei. Doch nicht nur die Kreativität will trainiert werden. Ebenso bedeutsam ist es wohl, dass Profifußballer lernen, mit Druck umzugehen. Denn sind sie nervös und machen sich "einen Kopf", wird jeder Ansatz von Kreativität unter Umständen sofort im Keim erstickt - und damit die Chance auf ein zauberhaftes Tor.

Die Angst spielt mit

Profifußballer sollten einen gewissen Leistungsdruck zwar gewöhnt sein. Trotzdem haben nicht wenige Spieler mit der damit einhergehenden psychischen Belastung zu kämpfen, wie eine Untersuchung mit dänischen und schwedischen Fußballprofis nun erneut bestätigt. 323 Spieler aus ersten und U19-Mannschaften von Erstligisten beantworteten dabei die Fragen der Sportpsychologin Anne-Marie Elbe von der Universität Leipzig.

Die Ergebnisse zeigen: Gefühle wie die Angst, nicht perfekt zu sein, oder die Angst, durch andere womöglich negativ bewertet zu werden, führen bei etlichen Spielern zu echten mentalen Problemen. Immerhin 17 Prozent der Befragten gaben an, mitunter Hilflosigkeit und Schuld zu empfinden, wenig Appetit zu haben, schlecht zu schlafen oder unter einer gedrückten Stimmung zu leiden - all diese Beschwerden gelten als typische Symptome einer Depression. "Die Angst treibt viele Profifußballer um", konstatiert Elbe. Dieses Gefühl kann sich in den Weg des Erfolgs stellen und im Extremfall sogar ernsthaft krank machen.

Erfolgsfaktor mentale Stärke

Umso wichtiger sind nach Ansicht der Forscherin sportpsychologische Trainingsmethoden. "Das sollte genauso dazugehören wie das technische und taktische Training." Aber kann man sich als Spieler wirklich darauf vorbereiten, in das Elfmeterschießen eines WM-Finales zu gehen und vor einer Kulisse von 80.0000 lauthals skandierenden Zuschauern den entscheidenden Elfmeter zu halten oder zu schießen? "Ja, das kann man trainieren", sagt Elbe.

"Es gibt diverse Methoden dafür, neuerdings auch Simulationsmöglichkeiten mithilfe der sogenannten virtuellen Realität. Wichtig ist dabei immer: Jeder Spieler braucht eine individuelle Betreuung, denn jeder hat seine eigene Version dessen, was wir in der Fachsprache optimale Funktionszone nennen. Was braucht er also in welcher Situation?" Die Erkenntnis, dass einen erfolgreichen Spieler nicht nur körperliche, sondern auch mentale Stärke auszeichnet, setzt sich im Fußball zunehmend durch. Nicht ohne Grund beschäftigt auch die deutsche Nationalmannschaft einen Sportpsychologen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach
Leben & Lifestyle

DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach

30. September 2026

Eine wachsende Untergrund-Bewegung baut Open-Source-Fahrassistenzsysteme in normale Autos ein. Die Praxis wirft drängende Fragen zu Verkehrssicherheit, Haftung und der Zukunft autonomer Technologie auf.

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern
Leben & Lifestyle

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern

1. April 2026

Tischtennis gilt oft als Freizeitspiel, das in Kellern, Schulhöfen oder Parks stattfindet. Gleichzeitig zählt es zu den schnellsten Rückschlagsportarten überhaupt. Der Ball kann Geschwindigkeiten von über 100 km/h…

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?
Leben & Lifestyle

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?

31. März 2026

Der Hausbau in Deutschland wird seit einigen Jahren von zunehmend strengen energetischen Auflagen begleitet. Seit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) am 1. November 2020 gelten für Neubauten einheitliche…

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen
Leben & Lifestyle

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen

25. März 2026

Laufen gehört zu den beliebtesten Ausdauersportarten, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Kopf nach einem langen Arbeitstag freizubekommen. Doch bei jedem Schritt wirken Kräfte auf den Körper ein, die das…

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite