Fußball-WM: Welche Fußballspieler rasten am ehesten aus?
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Fußball-WM: Welche Fußballspieler rasten am ehesten aus?

Bild: Foto: Aciarium, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Manche Spieler haben sich deutlich weniger im Griff als andere. Sie reagieren auf dem Platz häufiger aggressiv oder sogar gewalttätig. Beispiele sind Beschimpfungen, Stöße und Tritte, aber auch Anspucken oder sogar ein Beißangriff wie bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Anders als ein taktisches Foul bringt den Spielern und ihrem Team dieses unsportliche Verhalten aber überhaupt nichts. „Man könnte auch von Selbstsabotage sprechen“, sagt Hendrik Sonnabend von der FernUniversität in Hagen. Zusammen mit Mario Lackner von der Johannes Kepler Universität Linz hat er erforscht, wovon es abhängt, ob ein Fußballer besonders schnell in die Luft geht.
Wutanfall eines Fußballspielers

mikkelwilliam. GettyImages

Manche Spieler haben sich deutlich weniger im Griff als andere. Sie reagieren auf dem Platz häufiger aggressiv oder sogar gewalttätig. Beispiele sind Beschimpfungen, Stöße und Tritte, aber auch Anspucken oder sogar ein Beißangriff wie bei der Fußball-WM 2014 in Brasilien. Anders als ein taktisches Foul bringt den Spielern und ihrem Team dieses unsportliche Verhalten aber überhaupt nichts. „Man könnte auch von Selbstsabotage sprechen“, sagt Hendrik Sonnabend von der FernUniversität in Hagen. Zusammen mit Mario Lackner von der Johannes Kepler Universität Linz hat er erforscht, wovon es abhängt, ob ein Fußballer besonders schnell in die Luft geht.

Meckerer aus fünf Bundesliga-Saisons

Auf der Suche nach Faktoren, die Spieler zu Ausrastern machen, durchkämmten Sonnabend und Lackner alle Spiele der Ersten Bundesliga von der Saison 2014/15 bis zur Saison 2018/19. In den Datensätzen, die sie benutzten, waren allerhand Informationen zu den Spielen hinterlegt. Unter anderem ob es im Laufe eines Spiels Fehlverhalten gab, wie genau dieses aussah und wie es bestraft wurde.

Zu den „Meckerern“ lagen den Forschern außerdem deren Alter und Spielposition vor. Ebenso wie die Information, ob die ausgerasteten Spieler schon von Anfang an auf dem Platz gestanden hatten oder zwischendrin eingewechselt wurden und auch welchen Marktwert sie besaßen. Der Marktwert gab den Wissenschaftlern indirekt Aufschluss über Können und Talent eines Spielers. Sonnabend und Lackner berechneten schließlich anhand des umfangreichen Datensatzes, welche der erfassten Faktoren Spieler zu Ausrastern machten.

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Alter und Talent machen pöbelfreudig

Das Ergebnis: Ältere und besonders talentierte Spieler rasten deutlich häufiger aus. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass der emotionale Kontrollverlust mit zunehmendem Alter größer wird“, so Sonnabend, „Man könnte sagen: Bei 30-jährigen Spielern ist die Wahrscheinlichkeit, auf dem Platz auszurasten, um 30 Prozent höher als bei 20-Jährigen.“

Einen starken Einfluss hat außerdem der Marktwert. Steigt der Marktwert eines Spielers um nur einen einzigen Prozentpunkt, erhöht das seine Wahrscheinlichkeit, während eines Spieles auszurasten, direkt um vier Prozent. Besonders extrem sei dieser Effekt bei Profispielern mit Marktwerten in Millionenhöhe. „Bei Top-Spielern wie Erling Haaland oder Jude Bellingham liegt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie ausrasten im Vergleich zu weniger talentierten Spielern unserer Untersuchung zufolge bei über 50 Prozent“, erklärt Sonnabend.

Warum Top-Spieler mehr pöbeln

Aber warum ist das so? Was haben Alter und Talent damit zu tun, wer auf dem Platz die Fassung verliert? Sonnabend und Lackner haben als mögliche Erklärung für das Phänomen die psychologische Theorie des sozialen Lernens im Verdacht. Laut dieser Theorie verfestigt sich Fehlverhalten, wenn es ungestraft bleibt. Und genau das sei bei älteren, begabten Spielern der Fall: „Wenn in der Bundesliga vereinsintern gestraft wird, trifft es eher die Spieler mit geringem Status, das ist zumindest mein Eindruck. Dieser Umstand begünstigt natürlich weiteres Fehlverhalten der talentierten Spieler“, so Sonnabend.

Weil die begabten, etablierten Spieler weitestgehend unersetzbar sind, lassen Trainer und Manager ihnen also wahrscheinlich mehr durchgehen und das nutzen die Top-Spieler aus. Allerdings kann ihr unsportliches Verhalten die gesamte Mannschaft in Mitleidenschaft ziehen. Die Studie hat nämlich ebenfalls herausgefunden, dass die Siegeschancen eines Teams sinken, sobald einer seiner Spieler eine gelbe Karte für sein Fehlverhalten kassiert. Das Ausrasten des Einzelnen kann also Folgen für alle haben.

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