Der Ölpreis und das Wachstum
Mit 0,25 Prozent fällt die Zinserhöhung weniger stark aus, als die Mehrheit der Ökonomen befürchtet hatte. Die Analysten rechneten zuletzt mit einem Anstieg um 50 Basispunkte auf insgesamt 3 Prozent. Obwohl das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts im Euro-Währungsgebiet im ersten Quartal des Jahres bei 0,6 Prozent – und damit doppelt so hoch wie im letzten Quartal von 2005 – lag, hatte der hohe Ölpreis in den letzten Wochen zu einer allgemeinen Preissteigerung geführt. Die Inflationsrate lag im Mai bei geschätzten 2,5 Prozent, gegenüber 2,4 Prozent im April und 2,2 Prozent im März. Damit liegt sie derzeit deutlich höher als die von der EZB angestrebte Marke von unter 2 Prozent. Das Gegensteuern der EZB zielt wie immer darauf, die Preise stabil zu halten und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Politiker und Volkswirte hatten sich gegen eine Erhöhung der Leistzinsen ausgesprochen, weil sie Investitionen für Unternehmen verteuerten und dadurch die Konjunktur bremsten. Viele Experten rechnen damit, dass der Leitzins bis Jahresende auf 3,25 Prozent klettert.
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