Geschichte der 47 Rōnin
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Geschichte der 47 Rōnin

Bild: Foto: Tess Mattew, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Geschichte der 47 Rōnin ist eine in Japan berühmte Episode, bei der 47 Krieger (der Begriff Ronin bezeichnet einen herrenlosen Samurai) den Tod ihres Herren rächten. Sie gilt als vorbildliches Beispiel für den Ethos der Samurai und bildet eine Art Nationalmythos Japans. Über Mangas und das Kino ist die Geschichte inzwischen auch im Westen angekommen. Sie bildet u.a. die Vorlage für den aktuell in den deutschen Kinos laufenden Streifen „47 Ronin“, mit Keanu Reeves in der Rolle eines frei erfundenen Mitstreiters.

Die tatsächlichen Ereignisse in den Jahren 1701-1703 seien hier kurz skizziert:

Vorgeschichte

Im Jahre 1701 wurden die beiden Daimyō (Fürsten) Kamei Korechika und Asano Naganori an den Hof des Shōgun in der Burg Edo (dem heutigen Tokio) gerufen. Sie wurden mit der Aufgabe betraut, eine Empfangszeremonie für das Gefolge des Abgesandten des Kaisers vorzubereiten, der zu Besuch in Edo erwartet wurde.

Der als Mentor der beiden vorgesehene Hofbeamte, Kira Kōzuke no Suke Yoshihisa, provozierte in der Folge die beiden Provinzfürsten, bis Asano schließlich die Beherrschung verlor und Kira mit einem Messer angriff. Dieser überlebte zwar den Angriff, doch wog die Tat nach damaliger Rechtsauffassung so schwer, dass man Asano nahelegte, Seppuku (rituellen Suizid) zu begehen. Mit dem Tod Asanos fiel dessen Lehen Akō an den Shogun, seine Samurai wurden zu herrenlosen Rōnin.

Verschwörung

Unter dem Gefolge Asanos fanden sich nun 47 Männer, die den Tod ihres Fürsten rächen wollten, obwohl Blutrache in solchen Fällen verboten war. Sie schworen, den Tod Asanos mit dem Tod von Kira zu rächen.

Um die Befürchtungen von Kira und anderen Beamten des Shōgunats zu zerstreuen, verhielten sie sich entsprechend ziellos. Besonders Ōishi, der ranghöchste Gefolgsmann Asanos,  wurde in einige peinliche Affären verwickelt. Die Berichte seiner Spione überzeugten schließlich auch Kira und er lockerte die Überwachung.

Daraufhin sammelte sich der Großteil der Gemeinschaft in Edo, hortete Waffen und verschaffte sich Informationen über den Gegner. Oishi, der Kopf der Verschwörung, blieb zunächst in Kyoto.

Im Dezember 1702 schließlich hatten die Verschwörer ihre Vorbereitungen abgeschlossen und Oishi machte sich auf den Weg nach Edo. Der Angriff auf den Wohnsitz von Kira Yoshihisa begann im Morgengrauen des 14. Dezember. Die Angreifer überwanden die Mauern, schalteten die Wächter aus und sicherten das Gelände. Dann drang ein Stoßtrupp in das Haus ein. Es gelang die Verteidiger zu überwältigen, Ausbruchversuche wurden von den vorsorglich aufgestellten Bogenschützen vereitelt.

Von Kira fehlte jede Spur. Man begann das Haus zu durchsuchen, fand aber nur Kinder und Frauen. Eine Überprüfung von Kiras Bett fand dieses noch warm vor – man zog den Schluss, dass er noch in der Nähe sein musste.

Bei einer neuerlichen intensiven Durchsuchung fand man schließlich einen Mann, den Ōishi als Kira identifizierte. Als letzter Beweis dient die Narbe am Kopf, die Asano ihm bei seinem Angriff auf den Beamten beigebracht hatte. Der von Panik erfasste Kira verweigerte sich der angebotenen „ehrenvollen“ Lösung, sich selbst das Leben zu nehmen. So wurde er auf die Knie gezwungen und man  tötete ihn, indem man ihm den Kopf mit dem Dolch abschnitt. Die Rächer verließen mit dem Kopf das Haus, den jüngsten Rōnin schickte man auf die Reise nach Akō, um dort zu verkünden, dass die Rache geglückt sei.

Unter reger Anteilnahme der Bevölkerung brachte man Kiras Kopf zum Sengaku-ji-Tempel, wo man Kopf und Schicksalsdolch auf den dort gelegenen Grabstein Asanos legte. Dann ergaben sich die 46 Männer den  Behörden.

Die Shōgunat befand sich nun in einer misslichen Lage: Die Samurai hatten einerseits den gängigen Ehrauffassungen genüge getan, andererseits aber die klaren Anweisungen des Shōgunats missachtet. Hinzu kam das Aufsehen, das die Tat erregt hatte. Man entschied wie folgt: Ehrentod durch angeordnetes Seppuku, anstatt einer Hinrichtung wie gewöhnliche Kriminelle. Die 46 Rōnin folgten der Anordung am 4. Februar 1703.

Für Verwirrung sorgt hier übrigens die Tatsache, dass der 47. Rōnin erst später von einer Botenmission zurückkehrte und vom Shōgun (wohl  seines jugendlichen Alters) begnadigt wurde. Da also 46 Ronin durch Selbstmord starben, spricht man auch von 46 Ronin.

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