Glossar – Journalismus
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Glossar – Journalismus

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Werden von Firmen und ggf. anderen Institutionen geschaltet. Mit Anzeigen (und Verkaufseinnahmen) wird die Zeitung finanziert. Der Anzeigenanteil am Gesamtumfang sollte, gerade bei Schülerzeitungen, nicht mehr als 50 Prozent betragen. Verantwortlich ist der Anzeigenleiter, der auch im Impressum genannt werden muss.

Werden von Firmen und ggf. anderen Institutionen geschaltet. Mit Anzeigen (und Verkaufseinnahmen) wird die Zeitung finanziert. Der Anzeigenanteil am Gesamtumfang sollte, gerade bei Schülerzeitungen, nicht mehr als 50 Prozent betragen. Verantwortlich ist der Anzeigenleiter, der auch im Impressum genannt werden muss.

Archiv

Jedes Medium sollte ein eigenes (Hand-)Archiv besitzen. Inhalt: Lexika, Duden, alle bislang erschienenen Ausgaben, Informationen zu wichtigen Themen (geordnet in Aktenordnern), wichtige Zeitungen und Zeitschriften, Konkurrenzprodukte. Zudem besteht die Möglichkeit, vor allem via Internet auf zahlreiche andere Archive zurückzugreifen.

Aufmacher

Der wichtigste Artikel auf der Titelseite. Aber auch auf einen einzelnen Seiten bzw. der ersten Seite der unterschiedlichen Bücher werden die jeweils wichtigsten Artikel als Aufmacher bzw. Seitenaufmacher bezeichnet.

Aufriss

Damit ist die konkrete Planung und Gestaltung einer Seite gemeint: wo stehen Aufmacher X, Text Y und Bild Z? Nach dem Aufriss durch den verantwortlichen Redakteur, meist mit dem Layouter oder Art-Director, stehen die genauen Textlängen und Bildgrößen fest. Die eigentliche Gestaltung, also das Füllen der weißen Seite, übernimmt der Layouter.

Autorisierung

Abstimmung, Freigabe

Im Regelfall muss beim Abdruck eines Wortlaut-Interviews der Text vom Gesprächspartner gegengelesen und dessen Änderungen oder Ergänzungen akzeptiert werden. Mittlerweile verlangen häufig auch Personen, die nur mit einzelnen Statements zitiert werden, eine vorherige Autorisierung. In England und Amerika ist die Autorisierung verpönt, es gilt das „gesprochene Wort“.

Bibliothek

Ergänzt das Archiv. Je umfangreicher desto besser. Mindestumfang: Duden, Lexika, Atlas.

Die Bildunterzeile (oder Bildunterschrift, kurz BU) gehört zu jedem Foto; es erscheint kein Foto ohne Bildunterzeile. Es gibt zwei unterschiedliche „Schulen“ zum Inhalt: Entweder soll die BU schildern, was der Konsument auf dem Bild sieht, oder die BU soll eine zusätzliche Information zum eigentlichen Artikel bieten. In der Praxis wechseln meist die „Schulen“ innerhalb eines Mediums von Foto zu Foto.

Blattkritik

Sollte regelmäßig stattfinden. Themen: Gestaltung, Textmischung, Inhalte und Stil einzelner Texte, Vergleich zur Konkurrenz. Jede Ausgabe sollte (zumindest in einer kurzen) Blattkritik besprochen werden. Die Redakteure wechseln sich dabei ab. Nach Möglichkeit sollten gelegentlich redaktionsfremde Personen, also etwa Lehrer, der Bürgermeister, der Direktor des örtlichen Theaters, der Fußballtrainer oder ehemalige Schüler, die Blattkritik übernehmen, um frischen Wind in die Redaktion zu tragen.

Blattmachen

Damit ist die laufende Produktion der Zeitung gemeint also etwa das Redigieren der Artikel und Anpassen an vorgegebene Textlängen, Schreiben von Nachrichten, Texten von Bildunterschriften und Überschriften und, bei Tageszeitungen, vor allem die Themenauswahl und ggf. Themenaustausch. In Tageszeitungsredaktionen übernehmen meist ein oder zwei Redakteure das Blattmachen, die übrigen recherchieren und schreiben die längeren Stücke.

Bleiwüste

Da Zeitungen früher mit Bleibuchstaben gesetzt wurden und so die Farbe aufs Papier, zum Teil viel schwarze Farbe, kam, werden Seiten, die zum Großteil nur aus Text und ohne optische Elemente bestehen, heute noch als Bleiwüste bezeichnet.

Boulevard

Mit Boulevard ist die Straße nur im übertragenen Sinne gemeint: Boulevardzeitungen sind durch eine sehr populäre Aufmachung des Inhalts und der Gestaltung geprägt. Führendes Beispiel in Deutschland: BILD. Boulevardzeitungen werden häufig auch Kaufzeitung genannt, da sie ausschließlich am Kiosk oder bei fliegenden Händlern gekauft werden.

Buch

Einzelne Teile bzw. Sektoren einer Zeitung, deren Druckseiten eine Einheit bilden, werden Buch genannt - im Gegensatz zum klassischen Begriff des Buches (dem Roman, Fachbuch etc.).

Chefredakteur

Trägt die inhaltliche und personelle Verantwortung. Er entscheidet, wer welchen Text schreibt, welchen Tenor einen Artikel hat und welcher Beitrag am Ende wirklich erscheint. Meist delegiert der Chefredakteur Aufgaben an andere, also stellvertretende Chefredakteure und weiter an Ressortleiter. Mittlerweile sind Chefredakteure auch immer stärker als Kaufleute gefordert und müssen angesichts stagnierender oder gar sinkender Einnahmen mit dem Budget haushalten.

Cicero

In Cicero wird die Größe einer Schrift gemessen. Der Schriftgrad 12 entspricht 4,512 Millimeter.

Druck

Sorgt dafür, dass die Zeitung tatsächlich erscheint. Es gibt unterschiedliche Druckarten. Für Schülerzeitungen und ähnliche Publikationen bietet sich neben dem klassischen Offset-Druck auch die Fotokopie an. Tageszeitungen werden gewöhnlich im Rollen-Offset-Verfahren gedruckt: Von der Druckform wird erst auf einen Zwischenzylinder und dann auf das Papier gedruckt. Der Rollen-Offset ermöglicht mit hoher Geschwindigkeit auch in kurzer Zeit hohe Auflage. Magazine und Zeitschriften, die wesentlich höhere Ansprüche an Papier- und Druckqualität haben, werden im Tiefdruckverfahren gedruckt: In diesem Fall nehmen Vertiefungen auf der Druckplatte die Farbe auf und geben sie dann aufs Papier beim Druck ab.

Durchschuss

So wird der Abstand zwischen zwei Druckzeilen genannt.

Eckenbrüller

So wird in manchen Redaktionen der nach dem Aufmacher zweitwichtigste Artikel auf der Titelseite genannt. Eckenbrüller deshalb, weil der Text oben links neben dem Aufmacher steht.

Wichtiges optisches Element zur Gestaltung. Je nach Medium werden Schwarz-Weiss- oder Farb-Fotos verwendet. Wichtiger ist aber, dass Schärfe und Kontrast sowie der Bildausschnitt stimmen. Mit der modernen digitalen Bildbearbeitung ist es leichter als früher möglich, Bilder zu bearbeiten oder Ausschnitte zu wählen.

Fuß

Artikel, die ganz unten auf einer Seite platziert sind.

Gutenberg, Johannes (1397 - 1468)

Erfinder der Druckkunst und Errichter der ersten Druckerei (in Mainz).

Headline

Ist die Überschrift. Kann sich je nach Medium um die Elemente Sub-Headline (Unterüberschrift) oder Kopfzeile ergänzt werden.

Herausgeber

Ist nicht für das Tagesgeschäft zuständig, das er an den Chefredakteur delegiert hat. Der Herausgeber bestimmt die inhaltliche, vor allem politische Linie des Blattes. Gerade bei kleineren Regionalzeitungen ist der Herausgeber meist auch der Verleger bzw. Inhaber des Blattes.

Impressum

Ist in jeder Publikation vorgeschrieben und informiert über Herausgeber und Verantwortliche des Mediums. Das Impressum muss mindestens den Verantwortlichen Redakteur im Sinn des Presserechts und den Anzeigenleiter sowie eine Kontaktadresse enthalten. Häufig sind auch Ressortleiter, alle übrigen Redakteure, Grafiker und viele mehr aufgeführt.

Investigativer Journalismus

Das Ziel vieler Journalisten: Sie wollen Skandale in allen Lebensbereichen aufdecken, also investigativ arbeiten.

Journalist

Freelancer, Redakteur, Reporter

Die Berufsbezeichnungen variieren, da das Berufsbild des Journalisten nicht geschützt ist, sich also jeder im Prinzip Journalist nennen darf. Die Differenzierung der Begriffe orientiert sich daher an den Formen und Aufgaben der täglichen Arbeit: Der Freelancer arbeitet als freier Mitarbeiter für ein oder verschienene Medien. Gerade im Printbereich liegt der Fokus vor allem im Schreiben von Artikeln, weniger in der Produktion und Blattmachen. Der Redakteur ist festangestellt. Reporter sind zwar auch Redakteure, aber in Regelfall von Routine-Aufgaben befreit, da sie Geschichten, möglichst exklusiv oder investigativ, zuliefern sollen. Dazu sind Reporter sehr viel unterwegs.

Journalistenpreis

Werden von zahlreichen Unternehmen, Verbänden und Initiativen ausgelobt. Unter vielen Medienmachern besonders wichtig gilt der Egon-Erwin-Kisch-Preis der von der Redaktion des Stern ausgelobt wird und Reportagen von hoher journalistischer Qualität prämiert. Unternehmen wollen mit der Stiftung eines Journalistenpreise häufig eine umfangreiche Berichterstattung zu dem gewählten Thema erreichen.

Konferenz

Sind ein absolutes Muss für jedes Medium. Sollten mindestens einmal pro Ausgabe stattfinden. Themen werden geplant, Redakteure für einzelne Beiträge bestimmt, Fotoauswahl diskutiert. Die Blattkritik ist ebenfalls Teil der Konferenz.

Korrespondent

Sind von der Heimatredaktion in andere Städte beordert werden, um von dort zu berichten, entweder aus anderen deutschen Städten oder vor allem aus dem Ausland. Korrespondentenjobs sind besonders begehrt, weil der Journalist sich auf die Recherche und das Schreiben konzentrieren kann. Zudem ist der Alltag wesentlich abwechslungsreicher als in der Zentralredaktion, wo viel Routine, Nachrichenschreiben und Blattmachen den Alltag dominieren.

Layout

Die Gestaltung eines Mediums. Durch das Layout werden beispielsweise die verschienenen Schriftarten und -größen (für Überschriften, Autorenzeilen, Texte etc.) vorgegeben. Außerdem wird das Grundlayout jeder Seite definiert: Anzahl der Spalten und Zeilen, Position der Seitenzahl und des Namens etc.

Leadsatz

Der erste und damit wichtigste Satz eines Artikels. Die Qualität des Leadsatzes oder Einstiegssatzes entscheidet häufig darüber, ob der Leser „dabei bleibt“ oder „aussteigt“.

Nachrichtenagentur

Sie liefern den Redaktionen fertige Beiträge. Marktführer in Deutschland: die deutsche presse-agentur, dpa. Sie deckt alle Themen und Ressorts inklusive der Auslandsberichterstattung ab. Viele Agenturen spezialisieren sich, etwa der Sportinformationsdienst sid auf Sportnachrichten oder vwd auf Wirtschafts- und Finanzinformationen. Je nach Ausrichtung und Größe des jeweiligen Titels werden Agenturen häufiger abgedruckt oder gelten nur als Basis für eigene Recherchen. Das Verhältnis zwischen Lieferant und Abnehmer dreht sich, wenn Redaktionen exklusive Informationen recherchieren und Artikel als Vorabfassung vor Redaktionsschluss an Nachrichtenagenturen weitergeben. Dann lautet eine dpa-Meldung vielleicht wie folgt: „Nach Informationen der WELT am SONNTAG hat ...“

Nutzwert

Viele Lesern wünschen sich von ihrer Zeitung konkrete Tipps und Hilfe - neudeutsch als „Nutzwert“ seit einigen Jahren im Trend. Gilt für alle Bereiche, vor allem aber für die Themen private Finanzen, Hobby und Reise.

Recherche

Grundlage jedes Artikels ist die Recherche, also die Sammlung und Bewertung von Informationen. Recherche umfasst sowohl Gespräche und Interviews mit Betroffenen und Experten, ggf. Ortsbesichtigungen und das Quellenstudium, also Fachliteratur und andere Medien,

Redigieren

Jeder Artikel sollte von einem Kollegen oder Ressortleiter gegengelesen und so auf inhaltliche und sprachliche Fehler geprüft werden. Texte werden dabei auch verändert, wenn sie nicht den Ansprüchen genügen.

Redaktionsschluss

Wird auch Deadline genannt. Bis zu diesem Termin müssen alle Text- und Bildelemente vorliegen. Von jetzt an kann nichts mehr geändert werden. Professionelle Medien haben meist mehrere Schlusszeiten, um die einzelnen Teile der Zeitung nicht auf einen Schlag komplett drucken zu müssen. Meist wird auch in Etappen gedruckt: zuerst die Fernausgabe (Flugzeuge und Züge müssen erreicht werden), dann die Ausgabe für das Umland und am Ende für die Stadtausgabe. Bei einer Tageszeitung müssen meist zuerst der Kulturteil abschließen, dann folgen aktuellere Ressorts wie Wirtschaft oder Politik. Meist gibt es auch pro Buch unterschiedliche Termine, also die erste Seite ganz zuletzt. Viele Tageszeitungen aktualisieren auch nach dem Redaktionsschluss der Fernausgabe noch; im Extremfall kann die Stadtausgabe ganz andere Artikel enthalten als die Fernausgabe (vor allem im Sportteil durch Abendveranstaltungen).

Ressort

Jedes Medium ist unterteilt in verschiedene Themenbereiche: Die klassischen Ressorts sind Politik, Wirtschaft/Finanzen/Börse/Geldanlage, Kultur/Feuilleton, Vermischtes, Lokales, Sport. Auch eine Schülerzeitung kann sich in Ressorts gliedern: Schule, Unterhaltung/Kino/Musik, Schulpolitik, etc.

Scoop

Exklusiv-Meldungen oder investigative Enthüllungen.

„Seite Drei“

Die „Seite Drei“ gilt traditionell als DER Platz in einer Zeitung, wo die Stilform der Reportage gepflegt wird. Vor allem die Süddeutsche Zeitung ist dafür berühmt. Statt der Reportage liefert die „Seite Drei“ vieler Print-Medien auch Hintergrund-Artikel.

Stilformen

Meldung, Bericht, Reportage, Feature, Kommentar, Glosse, Interview

Jedes Print-Medium zeichnet sich durch unterschiedliche Stilformen aus. Sie unterscheiden sich vor allem in der eigentliche Textlänge sowie dem Verhältnis zwischen Information und Meinung. Bei der Meldung bzw. Nachricht steht die kurze knappe Vermittlung von Informationen im Vordergrund, kommentierende Elemente sind verboten. Ähnlich der Bericht, der aber länger ist. Die Reportage nimmt den Leser mit und bietet „Kino im Kopf“. Das Feature informiert und bewertet die Fakten analytisch. Kommentar und Glosse sind Meinung pur.

Themen finden

Davon lebt jedes Medium: mit interessanten Themen den Konsumenten zu informieren und zu unterhalten. Wichtigste Voraussetzung für die Themensuche: eigene Neugierde und Kreativität. Zudem sind genaue Kenntnisse der Zielgruppe und des Markumfeldes hilfreich. Es gibt kein Patentrezept, aber aufmerksame Lektüre anderer Medien, Sichten von eingehenden Informationen zu anstehenden Veranstaltungen, ein großes Netz von Freunden und Informationen sowie stets offene Augen und Ohren in Verbindung mit einem wachen Verstand helfen bei der Themenwahl.

Typografie

Kunst des Buchdruckens. Ursprünglich aus dem Begriff Type, dem einzelnen Buchstaben aus Blei, entstanden.

Urheberrecht

Jeder Text (Grafik, Foto etc.) ist urheberrechtlich geschützt und darf nur mit Genehmigung des Rechteinhabers und ggf. gegen Honorar verwendet werden.

Zeitungslektüre

Journalisten sollten so viel lesen wie möglich, nicht nur die eigene Zeitung und artverwandte Medien, sondern alles, was sie in die Finger bekommen. Ziel: Informationen sammeln und vor allem Anregungen für neue, eigene Artikel bekommen. Plumpes Abschreiben ist aber verpönt.

Zensur

Die Pressefreiheit in Deutschland garantiert, dass der Staat keine Zensur ausübt, also unliebsame Berichte verhindert oder vor Veröffentlichung Änderungen verlangen kann. Allerdings: Die Schulleitung kann unter bestimmten Voraussetzungen, dass die Publikation auf dem Schulgelände verkauft wird - auf die Verbreitung außerhalb hat er jedoch keinen Einfluss.

Zielgruppe

Jedes Medium richtet sich an eine bestimmte Zielgruppe. Diese sollte genau beobachtet werden, um möglichst optimal deren Wünsche zu bedienen. Bei einer Schülerzeitung ist die Hauptzielgruppe klar: Schüler der eigenen Schule. Nur am Rande sind Lehrer und vor allem Eltern und andere Ältere die Zielgruppe. Entsprechend der Zielgruppe werden Themen ausgewählt. Auch die Aufmachung orientiert sich an der Zielgruppe. Im kommerziellen Journalismus gelten die 14- bis 49-Jährigen aufgrund ihrer Konsumwünsche, Kaufkraft und Lebensplanung als wichtigste Zielgruppe. TV-Marktführer ist in dieser Altersgruppe der Privat-Sender RTL.

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