Was steckt hinter dem Gentechnikgesetz?
Die Novelle des Gentechnikgesetzes sieht eine neue Kennzeichnung für Lebensmittel vor, die eine höhere Transparenz für den Verbraucher gewährleistet. Weiter sollen Erleichterungen beim Zulassungsverfahren die Forschung im Bereich Gentechnik ankurbeln. Ziele der gentechnischen Anwendung sind zum Beispiel eine Verbesserung des Saatguts oder eine einfachere Herstellung von Medikamenten. Damit lassen sich letztlich auch die Produktionskosten senken.
Mithilfe der Gentechnik kann das Erbgut von Lebewesen analysiert oder auch verändert werden. Darüber hinaus ermöglicht sie die Übertragung bestimmter Erbeigenschaften auf einen anderen Organismus. Auch die natürliche Züchtung ist in der Lage, Pflanzen weiter zu entwickeln. Der Gentechnik wird allerdings attestiert, den Prozess der Züchtung verkürzen zu können.
"Ohne Gentechnik" – was heißt das eigentlich?
Lebensmittel mit dem Kennzeichen „ohne Gentechnik“ enthalten weder gentechnisch veränderte Organismen noch daraus gewonnene Bestandteile. Gentechnisch veränderte Stoffe dürfen allerdings dann enthalten sein, wenn der Hersteller nicht auf andere Stoffe ausweichen kann. Das könnte beispielsweise bei Vitaminen oder Enzymen der Fall sein.
Von Fachverbänden kritisiert wird, dass Lebensmittel demnach durchaus die Kennzeichnung „ohne Gentechnik“ tragen können, in denen tatsächlich im Laufe des Produktionsprozesses Zusatzstoffe verarbeitet worden sind, die nur noch gentechnisch verändert erhältlich sind.
Feldabstände - Genmais
Bei Genmais handelt es sich um den einzigen zurzeit in Europa zum kommerziellen Anbau zugelassenen genmanipulierten Organismus. In der Novelle zum Gentechnik-Gesetz wurden die Abstände zwischen Gen-Mais und konventionell bewirtschafteten Feldern auf 150 Meter und ökologisch bewirtschafteten Flächen auf 300 Meter festgesetzt. Sollten sich die Landwirte jedoch schriftlich auf einen geringeren Abstand einigen, entfiel die Verordnung. Dieser Punkt wurde bereits von Umweltverbänden kritisiert, weil das Bemessen des Abstandes damit letztlich persönlichen Absprachen unterlag. Mit dem Verbot von Genmais am 14. April 2009 wird dieser Punkt ohnehin hinfällig.
Die Farben der Gentechnik - ein wissenschaftlicher Überblick
- Grüne Gentechnik: Gentechnische Verfahren in der Pflanzenzüchtung sowie die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor.
- Gelbe oder rote Gentechnik: Gentechnische Methoden in der Medizin zur Entwicklung von diagnostischen und therapeutischen Verfahren sowie zur Herstellung von Arzneimitteln.
- Graue oder weiße Gentechnik: Die Nutzung gentechnisch veränderter Mikroorganismen zur Herstellung von Enzymen oder Chemikalien für industrielle Zwecke in der Mikrobiologie und der Umweltschutztechnik.



