Dass das Handy Digitalkamera und Camcorder ersetzt, ist längst keine Neuigkeit mehr. Aber Vorsicht: Die Pixelzahl allein sagt wenig über die Qualität der integrierten Kamera aus. Man sollte beim Kauf unbedingt darauf achten, wie die Bilder bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen werden, wie gut das Display ist und wie praktikabel der Transfer der Bilder auf den PC.
Musik, Radio oder Podcasts hören
Schon Ende 2000 brachte Samsung das erste mp3-fähige Telefon auf den Markt. Heute geht es nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wie. Neben dem User-Interface kommt es hierbei vor allem auf den Speicherplatz sowie auf das Klangvolumen an. Die meisten der heutigen Handys brauchen sich nicht hinter herkömmlichen MP3-Playern zu verstecken.
Video und Fernsehen
Nach umfangreichen Feldversuchen im Sommer 2006 bekommt das Radio als Begleitmedium Nummer Eins im Handy wohl bald Konkurrenz durch Fernsehen und Video. Den dafür nötigen DMB-Standard gibt es bisher in zwölf deutschen Städten. Und falls der Empfang mal aussetzt, vertreibt man sich die Zeit an der Bushaltestelle eben mit einem Video.
Mobiles Büro
Ob durch E-Mail-Clients oder mit Hilfe von Pocket-Office-Programmen - über UMTS lassen sich schon heute Sprach-, Bild- und Textdateien übertragen. Und das in mehrfacher ISDN-Geschwindigkeit! Beim E-Mail-Push-Dienst werden die Mails automatisch aufs Handy übertragen, ohne dass man sich in einen Server einloggen muss.
Routenplaner
Autofahrer können das Handy schon heute als Navigationsgerät nutzen. Dabei sendet der Anwender per GPRS-Mobilfunk eine Zieladresse an einen Online-Telematik-Server. Dieser ermittelt dann anhand der mitübertragenen GPS-Standortdaten die kürzeste Strecke zum Ziel und transferiert die Routendaten zurück auf das Handy.
Und in Zukunft?
Das Zauberwort der Zukunft heißt HSDPA-Technik. Mit ihr sollen laut der Hersteller Internetinhalte, Videostreamings oder das Herunterladen von Dateien bis zu zehnmal schneller funktionieren. Auch die Internet-Telefonie via Handy wird sich dank dieser neuen Technik vermutlich immer mehr verbreiten. Besonders praktisch: Das Telefonieren via WLAN oder Bluetooth lässt sich so mit dem Drucker, der HIFI-Anlage oder dem TV-Gerät verbinden. In der Entwicklung sind bereits Armbanduhren, die am Handgelenk vibrieren, sobald das Handy einen Anruf empfängt. Auf dem Ziffernblatt erscheint dann die Nummer des Anrufers, den man mit einem Knopf am Handgelenk auch wegdrücken kann.
Ganz generell gilt: Netzbetreiber, Handyportale und Gerätehersteller werden in Zukunft enger zusammenarbeiten, um neuen Mobilfunkdiensten zum Durchbruch zu verhelfen und die Technik noch besser auf Konsumentenbedürfnisse auszurichten. Der Geschäftsmann der nahen Zukunft hat ein Telefon, in dem die Kamera die Visitenkarten erkennt, um die Daten automatisch ins Adressfach zu übertragen. Für die Frau von (Zukunfts-)Welt errechnet das Handy eines japanischen Herstellers den persönlichen Menstruationszyklus.
Ebenfalls in Japan avancierte das Einkaufen per Handy bereits zum Kassenschlager. Die Handhabung ist einfach: Der Preis wird abgebucht, sobald man das Handy vor ein Lesegerät hält und mit einem PIN bestätigt.
In Deutschland startete im Frühling 2006 ein Pilotprojekt: In der hessischen Stadt Hanau können Fahrgäste in Bus und Bahn ihre Fahrkarten via Handy bezahlen. Ob sich das "Mobile Payment" in Deutschland durchsetzt, bleibt abzuwarten.



