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Happy Birthday, Postkarte!
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Happy Birthday, Postkarte!

Aller Bedenken um die Sittlichkeit und das Postgeheimnis zum Trotz, setzte sich das neue Medium jedoch rasch durch – vor allem Unternehmen erkannten bald den wirtschaftlichen Nutzen der Postkarte: Sie war preiswerter als das teure Telegrafieren und deutlich schneller als ein Brief. Mehrmals täglich gab es bei der…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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iStock.com, bluecinema

Aller Bedenken um die Sittlichkeit und das Postgeheimnis zum Trotz, setzte sich das neue Medium jedoch rasch durch – vor allem Unternehmen erkannten bald den wirtschaftlichen Nutzen der Postkarte: Sie war preiswerter als das teure Telegrafieren und deutlich schneller als ein Brief. Mehrmals täglich gab es bei der Post einen Kartenversand, sodass innerhalb weniger Stunden wichtige Absprachen getroffen werden konnten.

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Gemeinfrei

Nachrichten aus dem Kriegsgebiet

Doch nicht nur in Unternehmerkreisen erfreute sich die Postkarte einer zunehmenden Beliebtheit. Gerade wegen ihres kleines Formates trauten sich auch weniger mit dem Schreiben Vertraute an diese Form der Mitteilung heran. Zudem war das Schreiben einer Postkarte weniger Konventionen unterworfen als das Verfassen eines Briefes – sei es in Bezug auf den Anlass, die Sprache oder die Länge der Nachricht.

Zur ersten Massennutzung des neuen Mediums kam es während des deutsch-französischen Krieges: "Ich lebe noch", lautete die Botschaft von der Front. Und weil die deutschen Truppen damals kein Porto bezahlen mussten, wurden während des Krieges rund zehn Millionen Feldpostkarten in die deutsche Heimat verschickt. Ansonsten konnten die Karten zunächst jedoch nur innerhalb des eigenen Landes verschickt werden. Dies änderte sich erst mit der Gründung eines Weltpostvereins im Jahr 1875.

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Militärhistorisches Museum der Bundeswehr /  CC BY-NC-SA 4.0

Motive unbekannter Orte

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Postkarte immer mehr zu der Ansichtskarte, die wir heute kennen: Während die ersten Karten noch komplett bildlos waren – eine Seite war der Nachricht, die andere der Adresse vorbehalten –, kamen später Illustrationen und Fotos hinzu. Diese Abbildungen nahmen bald die komplette Rückseite ein und machten die Karten noch attraktiver, um zum Beispiel Glückwünsche oder Urlaubsgrüße zu verschicken.

Fotos von Bergen, Stränden und Städten öffneten dem Empfänger ein kleines Fenster in eine ihm womöglich fremde Welt – ein Reiz, der sich das gesamte 20. Jahrhundert hindurch bewahrte. Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends aber gingen die per Postkarte verschickten Grüße deutlich zurück. An ihre Stelle traten E-Mail, SMS, Facebook, Instagram und die E-Postkarte.

Artikelbild

iStock.com, Lisa-Blue

Eine bedeutsame Geste

Doch obwohl diese Medien des digitalen Zeitalters eine noch schnellere und genauso bildreiche Form der Kommunikation ermöglichen, haben sie die Postkarte nicht komplett verdrängen können. Nach Angaben der Deutschen Post bewegt sich die Zahl der jährlich versandten Karten immerhin noch im dreistelligen Millionenbereich.

Eine Postkarte zu bekommen, das gleicht heute einer kleinen Adelung. Da hat sich jemand extra Zeit genommen, ein schönes Motiv auszuwählen, ein paar liebe Worte zu schreiben und schließlich einen Briefkasten zu suchen – und er erwartet noch nicht einmal eine direkte Antwort. Heute ist es nicht mehr die schnelle Kommunikation, die bei der Postkarte zählt. Es ist die Geste.

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