Lebertranlieferant und Brunnenbauer
Gegründet wurde das Kinderhilfswerk der Vereinten Nation am 11. Dezember 1946 als United Nations International Children’s Emergency Fund (UNICEF), um Kindern im kriegszerstörten Europa und Asien zu helfen. Zwischen Dezember 1948 und 1952 lieferte die UNICEF allein nach Deutschland insgesamt 416 Tonnen vom Vitamin reichen und das Immunsystem stärkenden Lebertran, 96 Millionen Vitaminkapseln sowie Medikamente und Kleidung. Millionen Kinder konnten gegen Tuberkulose geimpft werden. 1950 wurde die Arbeit auf die Entwicklungsländer ausgeweitet. Seitdem verteilen UNICEF-Mitarbeiter unermüdlich Nahrung und Decken, bauen Brunnen und Latrinen, helfen mit beim Bau von Schulen, engagieren sich bei der Prävention von Krankheiten und kämpfen für den Schutz von Kindern. 1965 wurde die UNICEF dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
1989 entsteht die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen, in der die Rechte der Kinder festgehalten sind. Bis auf Somalia und die USA wurde sie von allen Staaten unterzeichnet. Bei ihrer Arbeit und dem steigenden politischen Engagement können die Mitarbeiter der UNICEF die Regierungen dadurch immer wieder an ihre Verpflichtungen erinnern.
Ansehen – weltweit
Heute ist die UNICEF mit mehr als 7.000 Mitarbeitern in nahezu 160 Ländern aktiv und genießt weltweites Ansehen. Finanziert wird die Arbeit ausschließlich aus Spenden, dem Verkauf von Grußkarten und freiwilligen Beiträgen von Regierungen überall auf der Welt. 2004 umfasste der Jahresetat der UNICEF rund 1,6 Milliarden US-Dollar.
Nach Angaben von UNICEF engagieren sich insgesamt 40.000 Menschen ehrenamtlich für die Belange des Kinderhilfswerks. 8.000 allein davon in Deutschland. Der erste deutsche UNICEF-Botschafter wird 1984 der Schauspieler und Moderator Joachim „Blacky“ Fuchsberger. Heute gehören die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen und der Popsänger Sasha zu den bekanntesten Unterstützern des Kinderhilfswerks.
Kampf gegen die Kindersterblichkeit
Laut UNICEF leben 2,2 Milliarden Kinder auf der Erde. Und jeder zweite wächst in Armut auf. Die Hälfte davon hat für das Überleben weniger als einen Euro pro Tag. Das Kinderhilfswerk schätzt, dass 2006 jeden Tag etwa 29.000 Kinder unter fünf Jahren gestorben sind. Insgesamt also 10,6 Millionen Mädchen und Jungen. Immerhin konnte die UNICEF mit dazu beitragen, dass die Kindersterblichkeit seit Mitte der 50er Jahre von weltweit 21 Prozent der Kinder auf unter fünf Jahren auf 7,9 Prozent gesunken ist.
Zu den häufigsten Todesursachen gehören bis heute Lungenentzündungen (19 Prozent), Durchfall (17 Prozent), Malaria (8 Prozent) und Masern (4 Prozent). Nach eigenen Angaben versorgt die UNICEF etwa 40 Prozent aller Kinder in Entwicklungsländern mit Impfstoffen. 2004 hat das Kinderhilfswerk über 7 Millionen imprägnierter Moskitonetze verteilt. Seit Anfang des Jahres läuft die breit angelegte Kampagne „Du und ich gegen Aids“. Auch im Jahr des Jubiläums lehnt sich die UNICEF nicht zurück, sondern mahnt weiter, statt ausschweifend zu feiern.



