Homeoffice: Wohnst du noch oder arbeitest du schon?
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Homeoffice: Wohnst du noch oder arbeitest du schon?

Bild: Foto: Kızıl, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ob schneller Internetzugang, Bildtelefonie oder Smartphones. Jeder digitale Fortschritt bedeutet technisch bessere Bedingungen für Heimarbeiter. Wo liegen die konkreten Vor- und die Nachteile?

Was ist ein Homeoffice?

Ein Homeoffice ist ein Arbeitsplatz im eigenen Zuhause. Wer ab und zu am Abend noch eine geschäftliche E-Mail verschickt oder am Wochenende in den eigenen vier Wänden beruflich am Rechner sitzt, ist noch kein Heimarbeiter. Bei einem Homeoffice muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass der Arbeitnehmer einen ergonomischen Arbeitsplatz hat und nicht etwa am Küchentisch sitzt. Das setzt allerdings voraus, dass man zuhause einen entsprechenden Platz zur Verfügung hat. In Deutschland arbeitet laut einer aktuellen Studie des Meinungsforschungsinstituts Smart Research jeder Dritte (35 Prozent) bereits ganz oder teilweise von zu Hause. Allerdings sitzen die wenigsten Arbeitnehmer dauerhaft am heimischen Computer: Nur etwa jeder zehnte arbeitet an vier oder mehr Tagen dort. Vor allem die modernen Kommunikationsmittel machen das Büro in den eigenen vier Wänden möglich. Über hilfreiche Software wird miteinander kommuniziert, es werden Kalender synchronisiert und Firmenunterlagen ausgetauscht. Dank Smartphones (intelligente Handys), Laptops und Internet können Mitarbeiter immer auf dem Laufenden bleiben, egal wo sie sind.

Wer arbeitet lieber von zuhause?

Vor allem Frauen (49 Prozent) arbeiten gern von zuhause, weil sie gleichzeitig ein Auge auf ihre Kinder haben können. Aber nicht nur Mütter schätzen die Flexibilität der Heimarbeit. Auch Singles mit Haustieren oder Arbeitnehmer, die mehr für ihre Gesundheit tun und deshalb ihre verlängerte Mittagspause im Fitnessstudio verbringen wollen, schätzen die Möglichkeit, das Büro in Haus oder Wohnung zu haben. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum jemand von zuhause aus arbeiten möchte. Neben Frauen sind es vor allem Berufstätige zwischen 31 und 45 Jahren (48 Prozent) sowie ältere Arbeitnehmer ab 46 Jahren (45 Prozent), die das Homeoffice vorziehen würden. Männer und jüngeren Berufstätige arbeiten dagegen lieber mit ihren Kollegen im Büro. Nur 38 Prozent der Männer können sich vorstellen, ganz oder teilweise von zu Hause aus zu arbeiten. Bei den jüngeren Beschäftigten (bis 30 Jahren) sind es sogar nur 35 Prozent. Der Wunsch von zuhause zu arbeiten ist bei einigen so stark ausgeprägt, dass sie für einen Heimarbeitsplatz sogar auf bestimmte Privilegien verzichten und beispielsweise weniger Urlaubstage in Kauf nehmen würden.

Welche Vorteile hat ein Home-Office?

Etwa 88 Prozent der Heimarbeiter geben an, dass sie mit ihrer Situation zufrieden sind. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Arbeit im Homeoffice bietet viele Vorteile. An erster Stelle steht die flexible Zeiteinteilung. Auch die Pendelei ins Büro fällt weg. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld und CO2. Die gewonnene Zeit kann man mit der Familie oder beim Sport verbringen. Sinnvoll ist ein Homeoffice vor allem, wenn man vorwiegend alleine arbeitet. Wer nicht an Workshops, Meetings oder Projektarbeit teilnimmt, kann sehr effizient und konzentriert von zuhause arbeiten.

Wo liegen die Nachteile?

Schwieriger wird es, wenn man mit Kollegen interagieren muss. Moderne Kommunikationsmittel helfen zwar weiter, aber die direkte Zusammenarbeit mit Kollegen bedeutet mehr als nur Informationen auszutauschen. Im Büro kommunizieren die Menschen permanent: Man fragt die Kollegen, wie es ihnen geht, erfährt Neuigkeiten über den „Flurfunk“ oder tauscht sich über aktuelle Projekte in der Kaffeeküche aus. Dadurch entsteht ein Zusammenhalt und ein Überblick, der im Homeoffice nur schwer herzustellen ist.

Wie arbeitet man effizient von zuhause aus?

Eigentlich müsste die Küche aufgeräumt oder der Müll hinaus gebracht werden – in der eigenen Wohnung warten viele Ablenkungen. Deshalb braucht es ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin, um erfolgreich von zuhause zu arbeiten. Experten raten, sich einen festen Arbeitsplatz einzurichten und eigene Arbeitszeiten festzulegen. Dabei kann man die Freiheit der Heimarbeit nutzen und den Tagesablauf an den eigenen Biorhythmus anpassen. Wer besser morgens arbeitet, sollte auch früh anfangen. Hilfreich sind auch Rituale, um in Arbeitsstimmung zu kommen. Statt sich im Schlafanzug an den Schreibtisch zu setzen, sollte man besser seine Bürokleidung anziehen, bevor man sein Homeoffice betritt.

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