Hundeführer und Rennrodler
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Hundeführer und Rennrodler

Bild: Foto: Charmbook, CC0, via Wikimedia Commons

Hui, das macht Spaß! Rauf auf den Schlitten und runter den Berg. Für euch ist so ein Schlitten das reinste Vergnügen. Doch für die Eskimos ist er ein lebenswichtiges Fortbewegungsmittel.

Jagd im ewigen Eis

Im ewigen Schnee und Eis wachsen weder Obst oder Gemüse noch Getreide. Heute gibt es natürlich auch in Grönland oder Alaska Supermärkte. Doch früher lebten die Menschen dort ausschließlich von der Jagd und vom Fischfang.
Um Beute zu machen, mussten die Jäger manchmal Hunderte von Kilometern zurücklegen.

Übrigens ist „Eskimo“ eigentlich ein Spitzname. So nannten Indianer die Bewohner der Polargebiete. Er bedeutet „Schneeschuhflechter“, kann aber auch als „Rohfleischesser“ verstanden werden.
Klar, dass niemand so heißen möchte. Die Ureinwohner der Arktis selbst nennen sich einfach „Inuit“ (das heißt „Menschen“).

Hund und Herrchen

Treue Helfer der Inuit sind ihre Hunde. Diese werden vor den Schlitten gespannt wie anderswo Pferde vor eine Kutsche. Sie ziehen die Jäger auf der weiten Fahrt über das Eis.
Nur wenige Hunderassen können die Kälte und die Strapazen ertragen. Die bekanntesten Schlittenhunde sind die Huskys.

Zum Überleben sind Menschen und Tiere aufeinander angewiesen. Deshalb müssen Hund und Herrchen einander vertrauen.
Wenn ein Hund müde ist, darf er sich auf dem Schlitten ausruhen, bis er wieder weiter kann. Hat ein Tier keine Kraft mehr den Schlitten zu ziehen, bindet ihn sein Herrchen los. Der Hund findet selbst den Weg nach Hause.

Das Leben im Polarkreis ist hart. Doch Menschen und Tiere haben sich an die extremen Lebensbedingungen angepasst.
Die grönländischen Inuit kennen übrigens allein zehn verschiedene Wörter für Schnee - je nachdem, wie er beschaffen ist: eher eisig, weich oder matschig.

Gefährlicher Irrtum

Vor rund 100 Jahren versuchte der britische Forscher Robert Scott, den Südpol zu erobern. Da er Schlittenhunden nicht vertraute, nahm er Ponys mit auf den Weg.

Die Ponys brachen jedoch immer wieder im Schnee ein. Scott bezahlte seinen verhängnisvollen Irrtum mit dem Leben.

Heute gibt es zwar statt der Hundegespanne Motorschlitten. Doch diese haben auch einige Nachteile: Sie scheuchen durch den Lärm das Wild auf. Außerdem sind sie für den Frühjahrsmatsch zu schwer.

Musher

In vielen Ländern züchten heute Menschen Schlittenhunde als Sport. Sie nennen sich „Musher“. Das kommt vom englischen „mush“ (das heißt „durch den Schnee stapfen“). Weil es bei uns weniger Schnee gibt als in Grönland werden die Hunde zum Üben manchmal vor Fahrräder oder kettcar-ähnliche Fahrzeuge gespannt.

Eines der größten Schlittenhundrennen ist die Trans Thüringia im Thüringer Wald. Dort ziehen jährlich über 500 Schlittenhunde um die Wette.

Der „Turbo-Schorsch“

Bei den olympischen Winterspielen starteten bisher noch keine Schlittenhunde.
Stattdessen gehts bei der Olympiade in halsbrecherischer Fahrt einen Eiskanal hinunter. Geschlossene Spezialschlitten, in denen bis zu vier Fahrer Platz haben, nennt man „Bob“. Offene Rennschlitten heißen „Rodel“.

Einer der weltbesten Rennrodler ist der Deutsche Georg Hackl - auch „Turbo-Schorsch“ genannt. Mit seinem Spezialschlitten der Marke Porsche erreicht er Geschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilometer. Damit könnte er glatt ein Auto auf der Autobahn überholen.

Die ersten Schlittensportler waren englische Urlauber in Schweizer Bergdörfern. Um schneller zu sein, rasten sie auf dem Bauch und Kopf voran mitten durch Straßen und Gassen. Noch heute legen sich „Skeleton“-Fahrer bäuchlings auf ihren Schlitten.

Und ab geht’s

Warum geht ein Schlitten eigentlich so ab? Das liegt daran, dass er mit seinen dünnen Kufen großen Druck auf Schnee und Eis ausübt. Durch den Druck schmilzt ein wenig Schnee. Auf dieser Wasserspur saust der Schlitten los.

Deshalb wurden in der Anfangszeit des Schlittensports dicke Fahrer bevorzugt. Heute setzt man eher auf Körperhaltung, eine windschnittige Ausrüstung und hartes Training.

Einen eisernen Willen beweist regelmäßig eine Bobmannschaft aus Jamaika. Denn obwohl in ihrer Heimat noch nie eine Schneeflocke gefallen ist, sind die Männer aus der Karibik schon mehrfach bei den Winterspielen angetreten. Auch wenn sie 1988 aus dem Bob rutschten und bei ihrer Talfahrt die ganze Bahn beschädigten ...

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Heluiz Washburne/ Anauta
Im Land des Nordlichts
Verlag Freies Geistesleben 2002
197 Seiten
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