HDTV in Serie
Es war das große Thema auf der IFA 2005: die ersten Fernsehgeräte mit neuer High Definition-Technik. In diesem Jahr stellen nahezu alle Hersteller die ersten Serien-TV-Geräte mit so genannter Full-HD-Auflösung vor. Wie bei Digitalkameras, so ist auch hier die Anzahl der Pixel ein Kriterium für die Bildqualität. Während herkömmliche DVDs maximal 576 Zeilen mit je 720 Punkten bieten, brillieren die neuen HDTVs mit satten 1080 Zeilen zu je 1920 Punkten. Die Folge: ein ungemein detailreiches und scharfes Bild. Der Unterschied zur alten Technik soll zwar erst ab 42-Zoll-Bildschirmen auffallen, doch der Trend ging in den letzten Jahren ohnehin zu den großen Flachbildschirmen mit 50 und mehr Zoll. Allein kurz vor der Fußball-WM gingen rund 500.000 meist großformatige Fernseher über die Ladentische.
Eine weitere Neuigkeit im TV-Bereich ist der Einbau von HDTV-Empfängern in die Fernseher. Zwar kann man derzeit bundesweit über Satellit erst sechs und über Kabel zwei Programme in HDTV-Qualität empfangen, doch werden es bald mehr sein. Darauf setzt schon heute der Hersteller Loewe. Die Reihe „Individual Compose“ soll als erstes HDTV-Gerät einen integrierten Festplattenrecorder bieten, der Aufnahmen in HDTV ermöglicht.
Blu-ray Disc und HD DVD
Mit gleich zwei unterschiedlichen Systemen startet das Rennen um die Nachfolge des DVD-Formats: Blu-ray Disc und HD DVD. Beide Scheiben haben die gleichen Maße wie eine CD oder DVD. Bei der neuen Player- und Recorder-Generation liest ein blauer Laser die in den innovativen Formaten komprimierten Bilder ab. Dieser soll feinere Strukturen abtasten können, als der bisher übliche rote Laser der DVD. Während Blu-ray-Discs eine Kapazität von bis zu 50 Gigabyte haben sollen, begnügt sich die HD-DVD mit 30 Gigabyte – das sind allerdings noch immer dreieinhalb Mal so viele Daten wie auf einer DVD Platz finden.
In Berlin werden die ersten serienreifen Abspielgeräte und Brenner für die neuen Standards präsentiert. Unternehmen wie Sony, Samsung, Philips, Apple und Dell setzen auf Blu-ray. Toshiba, Microsoft und Intel führen die HD-DVD-Allianz an. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht. Ebenso offen sind die Preis für die meisten angekündigten Blu-ray und HD-DVD-Geräte. Unter 500 Euro dürfte allerdings keiner der neuen Player zu haben sein.
Handy-TV
DVB-H und DMB stehen für das mobile Fernsehen von morgen. Geräte mit den neuen Standard „Digital Video Broadcasting – Handhelds“ (DVB-H) wollen die großen Mobilfunkbetreiber E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone präsentieren. Marktfähig ist diese Technik jedoch noch nicht ganz: die Frequenzen dafür sind bundesweit noch nicht offen. Der konkurrierende DMB-Standard („Digital Audio Broadcasting“) setzt auf das vorhandene DAB-Netz auf. Hersteller wie LG und Samsung zeigen auf der Messe ihre ersten Geräte.
Ein erweitertes TV-Streaming-Angebot für UMTS-Kunden wollen T-Mobile und O2 präsentieren. Und mit „Wow TV“ soll es sogar ein eigens für das Handy produziertes TV-Format geben. Die Inhalte entsprechen offenbar den Bedürfnissen der Zielgruppe: bunte Nachrichten über Stars und Sternchen.
Sechs Tage Technik pur
Die IFA ist für Fachbesucher und allgemeines Publikum geöffnet vom 1. Bis 6. September, täglich zwischen 10 und 18 Uhr.
Die Tageskarte kostet 13 Euro (ermäßigt 9,50 Euro). Das Familienticket (maximal 2 Erwachsene und 3 Kinder) ist für 26 Euro zu haben.
Weitere Informationen über die IFA gibt es auf der offiziellen Messe-Internetseite http://www.ifa-berlin.de



