Im Reich der Kopfjäger
Leben & Lifestyle

Im Reich der Kopfjäger

Bild: Foto: Charmbook, CC0, via Wikimedia Commons

Vor einem Headhunter müssen Sie heute keine Angst mehr haben. Schließlich jagt er Köpfe nicht, um sie als Trophäen in seiner Vitrine auszustellen, sondern um Sie und Ihr Fachwissen an einen Arbeitgeber zu vermitteln. Einen Headhunter für die eigene Karriereplanung einzusetzen, ist heute ein ganz normaler Vorgang, vor allem im Bereich der hochqualifizierten Arbeitnehmer.

Die Headhunter

In den USA ist die private Arbeitsvermittlung - auch unter dem Begriff "Headhunting" bekannt - für Stellensuchende schon lange eine Möglichkeit, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren und die Karriere gezielt voranzutreiben. In Deutschland boomt die private Arbeitsvermittlung, nachdem 1994 das Vermittlungsmonopol der Bundesanstalt für Arbeit gelockert wurde. Traditionell ist die private Arbeitsvermittlung in den Händen von Unternehmensberatungen und Personalberatern, die vor allem Geschäftsführer und Führungskräfte vermitteln.

Wie arbeiten Headhunter?

Im Auftrag eines Unternehmens suchen sie den geeigneten Bewerber auf die zu besetzende Stelle. Hierzu werden Anzeigen in der Tagespresse geschaltet oder potenzielle Bewerber direkt angesprochen. Die Direktansprache erfolgt in der Regel durch einen Anruf am Arbeitsplatz des Kandidaten. Bei gegenseitigem Interesse führen Arbeitsvermittler und Bewerber ein persönliches Gespräch, in dem sie ein Profil erstellen, das dem Auftraggeber vorgelegt wird. Auf diese Weise präsentieren die Headhunter dem Auftraggeber die geeigneten Bewerber, bevor es zu einem Vorstellungsgespräch im Unternehmen kommt. Die Entscheidung über eine Einstellung trifft das Unternehmen. Die private Arbeitsvermittlung ist, wie der Name sagt, lediglich der Vermittler zwischen Unternehmen und Bewerber.

Selber aktiv werden

Sie können natürlich auch auf eigene Faust an einen Headhunter herantreten. In den Gelben Seiten und im Internet finden Sie Adressen. Am Besten rufen Sie an und lassen sich die weitere Vorgehensweise telefonisch erklären, denn jeder Vermittler arbeitet unterschiedlich oder hat sich auf eine bestimmte Branche oder Berufsgruppe spezialisiert. Die einen führen ein persönliches Gespräch, die anderen arbeiten mit speziell entwickelten, umfangreichen Fragebögen. Auf jeden Fall benötigen Sie Ihren Lebenslauf, Bewerbungsfoto und Zeugniskopien. Falls Ihnen gerade keine geeignete Position vermittelt werden kann, werden Sie in den Datenpool des Vermittlers aufgenommen. Bei einem passenden Auftrag schlägt er möglicherweise auch Ihre Bewerbung vor. Zeigt dann das Unternehmen Interesse, werden Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Die Vorteile

Sie haben den Vorteil, dass Sie bei vielen Unternehmen vorgeschlagen werden können, selbst aber nur einen geringen Arbeitsaufwand haben. Ebenso erfahren Sie vom Headhunter vor einem Vorstellungsgespräch die wichtigsten Fakten über das Unternehmen und die Stelle. Außerdem werden einige Stellen ausschließlich über Headhunter besetzt. Sie vergrößern also Ihre Möglichkeiten. Stimmen Sie sich in jedem Fall mit dem Headhunter genau ab, bei welchen Firmen Sie sich selbst beworben haben oder an welche Sie nicht vermittelt werden möchten

Und was kostet ein Headhunter?

Die Leistungen der Headhunter sind für Sie kostenlos, egal ob es sich um einen Eignungstest, die Erstellung Ihrer Bewerbungsmappe oder um die Vorstellungsgespräche handelt. Seien Sie vor allem hellhörig und vorsichtig, wenn ein Headhunter Ihnen sehr gute Stellenangebote in Aussicht stellt, diese aber von teueren Weiterbildungskursen abhängig macht. Die seriös arbeitenden privaten Vermittler besitzen immer einen Erlaubnisschein der regionalen Arbeitsagenturen, der nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen erteilt wird. Kurz gesagt: Die private Arbeitsvermittlung ist eine interessante Möglichkeit der Karriereplanung.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite