Mehr Schulden als Einkommen
Das Statistische Bundesamt hatte im vergangenen Jahr 124 Schuldnerberatungsstellen mit insgesamt 47.000 betreuten Schuldnern untersucht. Ergebnis: Mit im Durchschnitt 37.000 Euro liegen die Schulden deutlich über dem, was diese Verbraucher mit ihrem Nettoeinkommen von durchschnittlich 1.150 Euro zurückzahlen konnten. Bei knapp 60 Prozent lagen die Einkünfte sogar unter 900 Euro. Mehr als die Hälfte dieser Personen, die überschuldet waren oder einen finanziellen Engpass zu meistern hatten, war arbeitslos gemeldet. Arbeitslosigkeit war auch bei knapp einem Drittel Auslöser der finanziellen Schwierigkeiten.
Singles sind Hauptbetroffene
Nahezu die Hälfte (45 Prozent) der Personen sind Singles. Von ihnen waren deutlich mehr alleinlebende Männer als Frauen auf die Hilfe der Beratungsstellen angewiesen. Damit sind Singlehaushalte überproportional an der Überschuldung beteiligt. Bei 36 Prozent der untersuchten Fälle waren Kinder von den Konsequenzen betroffen. Alleinerziehende Frauen machten 14 Prozent aller überschuldeten Personen aus, repräsentieren aber nur 3 Prozent der Gesamtbevölkerung über 18 Jahren. Jüngere Menschen unter 20 Jahren und Senioren über 65 zählten nur ganz selten zur Klientel der Beratungsstellen. Dagegen gehörten 30 Prozent aller beratenen Personen der Altersgruppe zwischen 35 und 45 Jahren an. Das sind deutlich mehr, als es ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung über 18 Jahren entspricht (20 Prozent).
Können sich die Schuldner mit Hilfe der Beratungsstellen nicht mit den Gläubigern einigen, haben sie seit 1999 die Möglichkeit, Verbraucherinsolvenz zu beantragen. Von dieser Möglichkeit haben bisher rund 400.000 Schuldner gebrauch gemacht. Zur Verbraucherinsolvenz



