Im Zeichen des Regenbogens
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Im Zeichen des Regenbogens

Bild: Foto: Enno Lenze from Berlin, Germany, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Geschichte des Christopher Street Days

Die Geschichte des Christopher Street Days

Vom 27. bis 29. Juni 1969 kam es im New Yorker Greenwich Village zu den sogenannten "Stonewall-Riots". Polizisten hatten wiederholt Razzien in Schwulen-Lokalen - unter anderem auch im "Stonewall Inn" - in der Christopher Street durchgeführt und Homosexuelle verhaftet. Schließlich wehrten sich Schwule und Lesben - es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Alljährlich wird nun durch die CSD-Events an diese bedeutenden Tage schwul-lesbischen Widerstands erinnert.

Die Regenbogenfahne

Eng verknüpft mit der Geschichte des Christopher Street Days ist auch die Regenbogen-Fahne, das seit den 1990er Jahren international genutzte Symbol der schwul-lesbischen, trans- und bisexuellen Bewegung. Gilbert Baker aus San Francisco kreierte die Fahne, die aus sechs waagerechten Streifen in den Farben rot, orange, gelb, grün, blau und lila besteht und zugleich Vilefältigkeit und Einheit symbolisieren soll. 1978 konnte man die Fahne zum ersten Mal bei einem CSD-Event in San Francisco bewundern; dann begann ihr weltweiter Siegeszug. Auch die deutschen Metropolen werden anlässlich der CSD-Feiern wieder in Regenbogenfarben gehüllt sein.

Berlin - "Eldorado der Homosexuellen"

Auch wenn es bundesweit große Events zum Christopher Street Day gibt - Höhepunkt der Veranstaltungen ist und bleibt die CSD-Parade in Berlin. Die Stadt kann auf eine lange schwule Tradition zurückblicken: Bereits 1897 entstand mit dem von Magnus Hirschfeld gegründeten "Wissenschaftlich-humanitären Komitee" in Berlin die erste politische Organisation zur rechtlichen Gleichstellung Homosexueller. In den 1920er Jahren blühte Berlins schwule Subkultur - bis 1933 gab es an die 100 schwule Lokale. 1979 fand dementsprechend auch die erste CSD-Veranstaltung Deutschlands in Berlin statt. Waren es damals allerdings lediglich 800, teilweise vermummte Teilnehmer sowie zwei Wagen auf dem Kudamm, erschienen in diesem Jahr eine halbe Million Menschen, um zu feiern. Wen diese Dimensionen und die Wegstrecke der Party – vom Kudamm über den Potsdamer Platz, vorbei am Brandenburger Tor und schließlich hin zur Siegessäule – übrigens an die Love Parade erinnert, der liegt richtig: Die Love Parade entstand nach dem Vorbild des CSD-Fests.

Party und Politik

Im Gegensatz zur Love Parade, deren Kernpunkt das Feiern ist, ist der große CSD-Umzug weiterhin als politische Demonstration angekündigt. Der politische Schwerpunkt der Veranstaltung wird auch immer wieder vom Berliner CSD e.V. betont - kein Wunder, denn es geht um viel Geld: Verliert das Event den Demonstrations-Status, müssen die Organisatoren selbst für solch kostspielige Dinge wie die Straßenreinigung aufkommen - so war es zuvor auch den Organisatoren der Love Parade ergangen.Wer nun allerdings annimmt, dass politische Themen nur pro forma angesprochen werden, irrt. Denn noch immer werden nicht-heterosexuelle Menschen häufig diskriminiert. Gefordert wird dementsprechend eine fortschrittlichere Gesellschafts- und Familienpolitik, finanzielle Unterstützung für Selbsthilfegruppen und vieles mehr. Den ernsthaften Charakter des Events unterstrich auch die Verleihung eines Zivilcourage-Preises, der im Jahr 2001 erstmalig vergeben wurde.

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