Alle Anleger-Gruppen betroffen
Nach DAI-Kurzstudie 2/2006 betreffen die Rückgänge der Anlegerzahlen alle drei Gruppen. Die Zahl der reinen Aktionäre – Anleger, die ausschließlich Aktien besitzen – ging um 7,7 Prozent auf 2,5 Millionen zurück. Bei den reinen Fondsbesitzern gab es ein Minus von 8,3 Prozent (auf 5,5 Millionen). Der Rückgang der Anleger, die in beide Anlageformen investieren, betrug 9,0 Prozent (auf 1,8 Millionen). Erstmals erhoben wurde die Zahl der Zertifikateanleger. Trotz der Vielzahl der Angebote besaßen im ersten Halbjahr lediglich 529.000 Anleger Zertifikate. Das entspricht einem Anteil von 0,8 Prozent der Bevölkerung.
Ursachen für den Rückgang
Für den Rückgang der Aktionärszahlen sieht das Deutsche Aktieninstitut vor allem drei Ursachen. Zum einen die hohen Kurse in der ersten Jahreshälfte. Der Deutsche Aktienindex erreichte mit 6136,37 Punkten einen Höchststand, was viele Anleger zum Verkauf ihrer Wertpapiere nebst entsprechend hoher Gewinnmitnahme veranlasste. Auch der folgende Rückgang der Kurse um 850 Punkte bzw. knapp 14 Prozent hat Anleger zum Verkauf ihrer Papiere bewegt. Dritten Grund für den Rückschlag bei der Aktienakzeptanz sieht das Deutschen Aktieninstitut in der nachhaltigen Verunsicherung der Anleger durch die anhaltende Diskussion um die Einführung einer Besteuerung von Kursgewinnen. Sowohl die bereits beschlossene Halbierung des Steuerfreibetrages im nächsten Jahr, als auch die geplante Abgeltungssteuer von 30 Prozent oder 25 Prozent wirkten abschreckend auf die Anleger.
Mehr zur Studie des Deutschen Aktieninstituts: http://www.dai.de



