Inline-Skating
Leben & Lifestyle

Inline-Skating

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Inline-Skaten hat sich vom Trend- zum Volkssport entwickelt. Allein in Deutschland sind über acht Millionen Menschen "auf der Rolle". Doch die scheinbar neue Sportart ist keinesfalls eine Erfindung unserer Zeit. Das Inline-Skaten entstand bereits vor etwa 200 Jahren in Europa und wurde in den 1980er Jahren unseres Jahrhunderts in den USA wiederentdeckt. Unter Inline-Skates versteht man schlittschuhähnliche Schalenschuhe, bei denen, anders als bei Rollschuhen (Rollerskates), mehrere Rollen unter dem Schuh hintereinander angeordnet sind (engl.: in line = in Reihe). Zudem sind die Rollen viel schmaler als bei den herkömmlichen Rollschuhen und weisen somit eine geringere Reibungsfläche auf. Der Stopper (Bremse) ist an der Schuhferse montiert.

Inline-Skaten hat sich vom Trend- zum Volkssport entwickelt. Allein in Deutschland sind über acht Millionen Menschen "auf der Rolle". Doch die scheinbar neue Sportart ist keinesfalls eine Erfindung unserer Zeit. Das Inline-Skaten entstand bereits vor etwa 200 Jahren in Europa und wurde in den 1980er Jahren unseres Jahrhunderts in den USA wiederentdeckt. Unter Inline-Skates versteht man schlittschuhähnliche Schalenschuhe, bei denen, anders als bei Rollschuhen (Rollerskates), mehrere Rollen unter dem Schuh hintereinander angeordnet sind (engl.: in line = in Reihe). Zudem sind die Rollen viel schmaler als bei den herkömmlichen Rollschuhen und weisen somit eine geringere Reibungsfläche auf. Der Stopper (Bremse) ist an der Schuhferse montiert.

Was macht den Reiz der Inliner aus? Zum einen gibt es kaum eine andere Sportart, die so vielfältig ist. Neben den Fitness-Skatern, die etwa 90% ausmachen, haben sich zahlreiche Disziplinen entwickelt: Aggressive-Skater demonstrieren waghalsiges Skaten mit spektakulären Kunststücken, Speed-Skater rasen mit einem Tempo von bis zu 75 km/h über den Asphalt und Hockey-Skater fegen mit Power und Körperkontakt hinter dem Puck über das Spielfeld.

Mit der neuen Schuhgeneration, den Offroad-Skatern, kann man sogar im Wald und auf Wiesen skaten. Zum anderen sind Inline-Skates ein hervorragendes Fitnessgerät, das fast überall benutzt werden kann. Schon bei einem niedrigen Tempo wird die Ausdauer nachhaltig verbessert. Ähnlich wie beim Joggen werden beim Skaten ca. 600 Kalorien pro Stunde verbrannt, ohne das die Gelenke so stark wie beim Laufen beansprucht werden. Neben den positiven Effekten für Herz, Kreislauf und Muskulatur (Oberschenkel-, Gesäß- und Haltemuskulatur) verbessert Inline-Skaten durch das permanente Gleichgewichthalten zudem die Koordination.

Ausrüstung

Skate-Schuh

Der Skate-Schuh sollte gut passen, nicht drücken, aber relativ eng am Fuß sitzen. Da die Füße im Laufe des Tages anschwellen, ist es vorteilhaft, die Schuhe nicht morgens anzuprobieren. Um festzustellen, ob es Druckstellen gibt, sollten auf jeden Fall im Geschäft oder noch besser draußen einige Runden gedreht werden. Bei vielen Fachgeschäften ist es zudem möglich, den Schuh auszuleihen. So lassen sich ärgerliche Überraschungen vermeiden. Alle Modelle setzen sich mehr oder weniger aus den gleichen Bauteilen zusammen: Die äußere Hülle besteht entweder aus einem hohen Kunststoffschalenschuh oder aber einem flacheren Lederschuh mit unterschiedlichen Verschlusssystemen (Schnürsenkel, Schnallen). Schalenschuhe eignen sich für Anfänger, da der Fuß besser fixiert ist. Zudem ist der Kraftaufwand bei einem Schalenschuh geringer, so dass der Skater ermüdungsfreier fährt. Schnürschuhe bieten dagegen einen höheren Tragekomfort. Generell hängt die Schuhwahl vom Fahrkönnen, dem Fuß und den Skate-Vorlieben ab. Die unterschiedlichen Modelle lassen sich in vier Kategorien einteilen:

  • Recreation- und Fun-Skates: Preisgünstigere Modelle von unterer bis mittlerer Qualität, die besonders Kindern und Anfängern empfohlen werden, um erste Erfahrungen zu sammeln.
  • Stunt- und Streetstyle-Skates bieten neben einer erhöhten Stabilität im Sprunggelenkbereich kleinere Rollen sowie weitere spezielle Bauteile. Auf diese Weise werden außergewöhnliche Fahrübungen wie Grinds und Jumps ermöglicht.
  • Hockey-Skates sind spezielle Schuhe für das Inline-Hockey. Statt der harten Plastikschalen werden weichere Nylon-Leder-Kombinationen gewählt, die zusammen mit speziellen Rollen eine höhere Wendigkeit erlauben.
  • Speed-Skates sind für Skater gedacht, deren Leidenschaft es ist, lange Strecken schnell zu laufen, bzw. für diejenigen, die in erster Linie mit Inline-Skating ihre Ausdauer verbessern wollen. Fünf oder sechs spezielle Rollen garantieren eine gute Laufruhe. Außerdem wird für ein Speed-Skate kein hoher fester Schalenschuh genommen, sondern ein niedriger und leichter Schuh aus Leder oder Kunststoff.

Rollen

Die Rollen zählen zu den wichtigsten Teilen eines Skates, da der Skater über sie den Bodenkontakt hat. Die Härte der Rolle wird in der Einheit Durometer A angegeben und bestimmt deren Haltbarkeit, Haftung und Fähigkeit zur Stoßaufnahme. Je höher die Durometerzahl ist, desto härter ist auch die Rolle. Einerseits halten härtere Rollen länger, weil sie weniger schnell abgelaufen werden, andererseits fangen sie die Stöße nicht so gut ab.

  • Skates Rollenhärte:
  • Skates für Kinder 75 A - 85 A
  • Skates für Anfänger 76 A - 85 A
  • Recreation- und Fun-Skates 78 A - 90 A
  • Hockey-Skates 74 A - 86 A
  • Stunt- und Streetstyle-Skates 80 A - 100 A
  • Speed-Skates 75 A - 93 A

Um starken einseitigen Abnutzungen entgegenzuwirken (so nutzen sich die Innenseiten der Rollen beispielsweise schneller ab als die Außenseiten), sollte man die Rollen nach einer gewissen Zeit untereinander tauschen. Auf diese Weise kann man mit den Rollen recht lange fahren, bevor eine Neuanschaffung nötig wird.

Schutzausrüstung

Die wichtigsten Schutzteile sind Knieschützer (kneepads), Ellenbogenschützer (elbowpads) und Handgelenksschützer (wristguards). Auf einen den Kopf schützenden Helm (Stunt- und Pipe-Helm oder Skateboardhelm, Fahrradhelm, Hockeyhelm etc.) sollte ebenfalls nicht verzichtet werden. Für Kinder bis zu 15 Jahren gehört der Helm zur Pflichtausstattung, da bis zu diesem Alter das Gleichgewichtsgefühl noch nicht richtig ausgeprägt ist. Dadurch fallen Kinder eher auf den Hinterkopf. Die Schutzausrüstung sollte beim Fahren und Üben immer getragen werden! Auch geübte Skater sollten das Sturzrisiko nicht unterschätzen.

Lauftechnik

Das Skaten auf Inlinern ist dem Schlittschuh- oder Rollschuhlaufen sehr ähnlich. Der Abstoß erfolgt jeweils wechselseitig vom gleitenden Gerät schräg zur Laufrichtung.

  • Die "richtige" Körperhaltung einnehmen. Bei allen Bewegungen auf Inlinern ist eine bewegungsaktive Körperhaltung einzunehmen (leichte Beugung des Sprung-, Knie- und Hüftgelenkes sowie Vorlage des Oberkörpers). Beim Sprinten werden die Arme diagonal mitgeschwungen, in der Abfahrt dagegen aerodynamisch gehalten.
  • Das Gleichgewicht halten. Der Körperschwerpunkt muss stets über der Standfläche des Skates verbleiben.
  • Widerstand erzeugen. Ohne die Erzeugung von Widerstand sind Beschleunigung, Bremsen und Kurvenfahren nicht realisierbar. Dazu werden die Skates gegen die Rollrichtung gekantet bzw. schräggestellt.
  • Beim Bremsen muss der Körperschwerpunkt durch Beugung des Standbeines gesenkt, der Oberkörper nach vorne verlagert und das Bremsbein leicht versetzt vor das Standbein gebracht werden.

Übungs- und Trainingsgelände

Ideale Übungs- und Trainingsgelände sind die großen Parkplätze der Einkaufszentren nach Geschäftsschluss bzw. sonntags. Auf diesen Plätzen ist nicht nur der Asphalt relativ eben, sondern es ist auch genug Platz vorhanden - beste Voraussetzungen für die ersten Schritte auf den Skates und für das Inline-Hockey. Für gemütliches oder schnelles Laufen sind geteerte Wege an Flüssen oder rund um Talsperren oder Seen besonders gut geeignet. Beliebte Anlauforte sind auch Parks mit asphaltierten Wegen. Dabei gilt immer die Devise: Fußgänger und Radfahrer haben Vorfahrt! Für Speed-Skater stehen spezielle Bahnen zur Verfügung. Eine Standortliste ist beim Inline-Skating-Verband (siehe Adressen) erhältlich. Aggressive-Skater nutzen in der Regel jede Mauer und jedes Treppengeländer, um zu grinden (auf dem Mittelstück der Schiene oder auf der Sohlenkante rutschen). Um Ärger zu vermeiden, sollten sie besser in so genannten Skaterparks trainieren. Dort sind Treppengeländer in jeder Höhe, Treppen, Stufen und Halfpipes (Halbröhren) vorhanden.

Disziplinen

Recreation und Fitness

Recreation- und Fitness-Skates sind die neuen Fortbewegungsmittel der 90er-Jahre. Ob langsam oder extrem sportlich - es besticht einfach die große Mobilität der Inliner. Die Skates werden als Alltags- und Freizeitgerät, für den Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Stadtbummel genutzt. Man macht sich unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln und ist zudem schneller und flexibler als Fußgänger.

Aggressive-Skating

  • Street-Style. Beim Street-Skaten gilt es, möglichst geschickt viele Hindernisse zu überwinden, die in einem alltäglichen Gelände vorkommen. Dabei kann es sich um das spektakuläre Überspringen einer Parkbank, um das Herunterrutschen eines Handlaufs wie auch um das Überwinden einer Treppe handeln.
  • Stunt-Skating. Stunt-Skater oder auch Vert-Skater (von vertikal) zaubern Künststücke, die in extra für diesen Zweck gebauten Stunt-Anlagen umgesetzt werden. Im Gegensatz zu den Street-Skatern bevorzugen sie vorgegebene Sportanlagen. Von atemberaubenden Flügen (airs), Salti vor- und rückwärts (flips), Schrauben (spins) bis hin zu einarmigen Handständen (inverts) oder die 540-Grad-Schraube in der Halfpipe (caballerial) enthält das Repertoire dieser Skater eine Vielzahl von Figuren.

Inline-Hockey / Street-Hockey

Als Teamsport erfreut sich das Inline-Hockey immer größerer Beliebtheit. Der Reiz hierbei liegt unter anderem in der Faszination des schnellen Spurts, an dem Gerangel um den Puck, den ständig wechselnden Spielsituationen und den spannenden Torchancen. Für das Hockeyspiel auf der Straße benötigt man keine teure Ausrüstung und muss keine Rücksicht auf die reglementierten Eiszeiten der Hallen nehmen.

Speed-Skating

Der Rollschnelllauf ist eine Sportart für Sprinter und Ausdauerläufer zugleich. Speed-Skating war die erste Inline-Disziplin, in der Wettkämpfe ausgetragen wurden. Diese sind äußerst spannend aufgrund der großen Pulks, der Ausreißversuche, diverser Zwischenspurts und nicht zuletzt wegen der hohen Geschwindigkeiten, die erreicht werden. Den Inline-Marathon über 42,195 km legen Topläufer in weniger als 90 Minuten zurück. Der Race-Bereich wird in die drei Disziplinen Speed, Downhill (Abfahrt) und Slalom unterteilt.

Offroad-Skating

Auch das Skaten im Wald und auf Wiesen ist kein Problem mehr, denn die neue Schuhgeneration, die Offroad-Skates, sind praktisch asphaltunabhängig.

Die "Goldenen Regeln" beim Skaten

  • Trage beim Skaten immer eine vollständige Schutzausrüstung!
  • Lerne, sicher, schnell und rechtzeitig zu bremsen!
  • Bleibe immer achtsam und zuvorkommend!
  • Skate stets so, dass du die Situation unter Kontrolle hast!
  • Skate auf Wegen immer auf der rechten Seite!
  • Fußgänger, Radfahrer oder andere Skater immer links überholen!
  • Meide Flächen mit starkem Fußgänger- oder Radfahrerverkehr!
  • Achte auf Fußgänger und Radfahrer, lass ihnen immer den Vorrang!
  • Fahre nicht auf öffentlichen Straßen oder auf Radwegen!
  • Meide nasse, ölige, sandige oder staubige Wege sowie Unebenheiten und Schotter!
  • Fahre nicht auf öffentlichen Straßen oder Radwegen! Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes vom März 2002 gehören Inline-Skater auf die Gehwege.

Bibliografie

Jeremy Evans: Inline-Skating. Fun and Speed. Training, Technik, Ausrüstung, 1999

Beate Grimm: Skating Euregio. Die schönsten Inline-Touren zwischen Aachen, Lüttich und Maastricht, 2002

Frank Hänsel: Lifetime-Sport Inline-Skating, 1998

Kuno Hottenrott, Martin Zülch: Ausdauertrainer Inline-Skating, 1998

Georg Ladig, Frank Rüdiger: Richtig Inline-Skating, 2001

Bettina Schaar, Petra Platen: Inline-Skating, 2000

Kontakt

Deutscher Rollsport- und Inline-Verband e. V. (DRIV)
Sterngasse 5, 89073 Ulm
Telefon: 0731 / 66414
Fax: 0731 / 9603517

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