Innsbruck 1964
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Innsbruck 1964

Bild: Foto: Markus Willimann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Fast hätten die knapp eine Million Zuschauer in Innsbruck eine Sportveranstaltung ohne Schnee erlebt. Erst einen Tag nach Ende der IX. Winterspiele begann es nach zweimonatiger Unterbrechung wieder zu schneien.

Fast hätten die knapp eine Million Zuschauer in Innsbruck eine Sportveranstaltung ohne Schnee erlebt. Erst einen Tag nach Ende der IX. Winterspiele begann es nach zweimonatiger Unterbrechung wieder zu schneien.

An alles hatten die Organisatoren gedacht – nur die milde Wetterlage konnten sie nicht beeinflussen. So musste das österreichische Bundesheer mehr als 25 000 t Schnee aus den Hochalpen ins Inntal schaffen, damit die Pisten für die alpinen Skisportler präpariert werden konnten. Von Vornherein gute Voraussetzungen fanden die Langläufer in Seefeld vor.

Erstmals wurde bei den Teilnehmerzahlen die 1000er-Marke überschritten: Ca. 900 Männer und 200 Frauen gingen in Innsbruck an den Start. Während der Eröffnungszeremonie überraschte eine protokollarische Neuerung: Rennrodler Paul Aste legte keinen Eid ab, sondern versprach im Namen der Athleten eine würdige Teilnahme. Statt der Ehre des jeweiligen Vaterlandes stand die Ehre der Mannschaft im Mittelpunkt.

Das olympische Programm war mit 34 Entscheidungen so umfangreich wie nie zuvor: Erstmals ermittelten die Rennrodler im Ein- und Doppelsitzer (nur Herren) ihre Sieger. Ein Comeback feierten die Bobfahrer nach der Zwangspause wegen fehlender Bahn in Squaw Valley (1960).

Neuerungen gab es im seit 1930 gültigen Regelwerk des Spezialsprunglaufs. Es wurden zwei Olympiasieger nach Sprüngen von verschiedenen Schanzen (Normal- bzw. Großschanze) ermittelt. Die Sportler hatten drei Versuche, von denen die Kampfrichter den schlechtesten strichen. Durch ein kompliziertes Wertungssystem gestaltete sich der Wettbewerb allerdings so unübersichtlich, dass die Regeln bis zu den nächsten Winterspielen überarbeitet werden mussten.

Mit einer Überraschung endete die Entscheidung im Eiskunstlauf: Nach neun Niederlagen bei Europa- und Weltmeisterschaften gegen ihre ständigen Kontrahenten Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler siegte das sowjetische Paar Ludmilla Belousowa/Oleg Protopopow. Goldmedaillen im Einzel gewannen die Niederländerin Sjoukje Dijkstra und der Deutsche Manfred Schnelldorfer.

Erfolgreichste Teilnehmerin bei den Winterspielen war die sowjetische Eisschnellläuferin Lidia Skoblikowa, die alle vier Wettbewerbe – 500 m, 1000 m, 1500 m und 3000 m – für sich entschied. Mit Gold im Langlauf über 50 km beendete der Schwede Sixten Jernberg seine Laufbahn. Bei drei Winterspielen hatte der populärste Sportler seines Landes vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen errungen – ein Rekord in den nordischen Disziplinen, den erst der Norweger Björn Dæhlie (1992-1994: fünfmal Gold und dreimal Silber) brechen konnte.

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