Islamischer Staat – Die Terror-Organisation breitet sich aus
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Islamischer Staat – Die Terror-Organisation breitet sich aus

Bild: Foto: Markus Willimann, Public domain, via Wikimedia Commons

Ziel der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist ein sunnitischer Gottesstaat mit alleiniger Herrschaft im arabischen Raum. Dazu haben die Terroristen vom Norden Syriens aus weite Teile des Landes bis in den Irak hinein erobert und gehen äußerst brutal vor. Sie ermorden Menschen, die nicht dem Islam angehören oder die sich ihnen nicht unterwerfen. Vor ihnen sind zehntausende Menschen, viele von ihnen Jesiden, auf der Flucht.

Ziel der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist ein sunnitischer Gottesstaat mit alleiniger Herrschaft im arabischen Raum. Dazu haben die Terroristen vom Norden Syriens aus weite Teile des Landes bis in den Irak hinein erobert und gehen äußerst brutal vor. Sie ermorden Menschen, die nicht dem Islam angehören oder die sich ihnen nicht unterwerfen. Vor ihnen sind zehntausende Menschen, viele von ihnen Jesiden, auf der Flucht.

Ihren Ursprung hat die IS aus einer 2003 gegründeten Gruppierung, die gegen die US-Invasion im Irak kämpfte. Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein griffen die Extremisten nicht nur US-Soldaten im Irak an, sie verbreiteten auch Angst und Schrecken durch Selbstmordanschläge auf Schiiten und Christen. Als 2013 im Irak der Streit zwischen der von Schiiten dominierten irakischen Regierung mit den sunnitischen Parteien eskalierte, gewann die Terrorgruppe an Einfluss.

Den Bürgerkrieg in Syrien nutzten sie dann für ihre Interessen, indem sie unter den Gegnern des Assad-Regimes neue Kämpfer rekrutierten. Auf diesem Weg dehnte die IS ihre Macht erheblich aus. Mit der Al-Nusra-Front überwarf sich die Organisation, obwohl beide dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Seitdem liefern sie sich einen Bruderkrieg.

Die reichste Terrorgruppe der Welt

Die Terrorgruppe verfügt über immense Einnahmen. Ihren Reichtum hat sie vornehmlich auf ihrem Siegeszug im Irak erbeutet. Experten schätzen die Geldvorräte auf über hundert Millionen Dollar. Auch kommen Spenden reicher Privatleute aus den Golfstaaten hinzu. Außerdem füllen entlang der Grenze zwischen Irak und Syrien eingetriebene Wegzölle, Schutzgelder und sogenannte „Steuern“ sowie Einkünfte aus Gas- und Ölverkäufen die Kriegskasse.

Die libanesische Journalistin Mona Alami zeigt in einer Studie für die Carnegie-Stiftung auf, dass sich die Jahreseinnahmen der IS auf 1,4 bis 1,5 Milliarden Dollar belaufen. Wobei die Erdöleinnahmen mit rund einer Milliarde Dollar den größten Posten ausmachen. So ist die Terrormiliz in der Lage Gehälter zu zahlen und neue Kämpfer zu rekrutieren.

Rekrutierung von IS-Nachwuchs

Zwar verfügen die Terroristen über enorme Geldmittel, sie haben allerdings auch erhebliche Ausgaben. Die Organisation unterhält zwischenzeitlich schätzungsweise 50.000 Kämpfer. Zu ihnen zählen viele  Saudis, Tunesier und Marokkaner. Doch auch Libyer, Jordanier und Türken stellen starke Kontingente. Hinzu kommen eine große Anzahl aus Tschetschenien, Aserbaidschan und auch zum sunnitischen Glauben konvertierte Kämpfer aus Europa und den USA.

Über das Internet wird Nachwuchs angeworben.  So buhlt der frühere Berliner Rapper Cuspert, der inzwischen für die IS-Miliz in Syrien kämpft und zum engeren Führungskreis gehören soll, im Netz um neuen IS-Nachwuchs. Er wird mit seinem Auftritt auf Twitter, Facebook und YouTube tausendfach angeklickt. Die Behörden befürchten, dass vor allem seine Internetvideos Nachahmer anziehen. Gegen ihn besteht inzwischen Haftbefehl. Auch ist seit dem 12. September 2014 jede Tätigkeit der Ter­ro­ror­ga­ni­sa­ti­on "Is­la­mi­scher Staat" in Deutsch­land verboten.

Sunniten und Schiiten

Die islamische Religionsgemeinschaft teilt sich in mehrere Gruppierungen auf, wobei die Sunniten mit etwa 90 Prozent weltweit die größte ist. Diese Mehrheit forderte nach dem Tod Mohammeds (632 n. Chr.) die Wahl eines Anführers und setzten das auch durch.  Der neue Anführer, der Kalif, musste kein Familienmitglied sein, aber aus dem Stamme Mohammeds kommen.

Nach dem Glauben der Schiiten darf nur ein direkter Familienangehöriger des Propheten - Ali und seine Söhne, die Enkel Mohammeds - dessen Nachfolge antreten. In den Augen der Schiiten waren die gewählten Kalifen der Sunniten unrechtmäßig. Im Laufe der Geschichte konnten die Schiiten keinen leiblichen Nachfahren Mohammeds als weltlichen Führer durchsetzen. So entwickelten die Schiiten das Konzept der geistlichen Herrschaft durch einen Imam. Die weltliche Herrschaft der Kalifen bei den Sunniten erkennen sie bis heute nicht an.

Die Mehrheit der Muslime, egal welcher Glaubensrichtung, lehnen allerdings die Pläne und das Vorgehen der Terrororganisation Islamischer Staat grundsätzlich ab.

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