Ist der dümmste Bauer wirklich der Dümmste?
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Ist der dümmste Bauer wirklich der Dümmste?

Bild: Foto: Martinus KE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Das Jahr 2007 begann mit schönem Wetter und schon nach kürzester Zeit überschlugen sich die Berichte über Saatgut, das nicht angeht aufgrund der Trockenheit. Wenige Wochen später erleben wir einen verregneten Juli und schon wieder müssen die Preise erhöht werden, weil es nun zu nass ist. Wir werden vermutlich noch die Schädlingsplage und einen frühen Frosteinbruch erleben, und die Preise müssen noch zweimal erhöht werden.

Das Jahr 2007 begann mit schönem Wetter und schon nach kürzester Zeit überschlugen sich die Berichte über Saatgut, das nicht angeht aufgrund der Trockenheit. Wenige Wochen später erleben wir einen verregneten Juli und schon wieder müssen die Preise erhöht werden, weil es nun zu nass ist. Wir werden vermutlich noch die Schädlingsplage und einen frühen Frosteinbruch erleben, und die Preise müssen noch zweimal erhöht werden.

Das Ganze ist auch keine Premiere des Jahres 2007, nein auch in den vergangenen Jahren lieferten die Wetterberichte immer wieder die Vorlage. In Zeiten, in denen das Thema Klimawandel ganz oben auf der Tagesordnung steht, scheint es aber eine Gruppe zu geben, die Nutznießer dieser Diskussion ist, die deutsche Bauernschaft. Man kann es schon nicht mehr glauben und auch nicht mehr hören. Sicher, der Beruf des Landwirtes gehört sicher zu den schwierigeren in diesem Land. Dennoch scheint die Lobby der Bauern so stark zu sein, dass sie durchsetzen kann, dass es bei jedem Unwetter Zuschüsse gibt, bei jeder kleinen Abweichungen von langjährigen Wettermittelwerten Entschädigungen und in allen Fällen Preiserhöhungen. Die ganze Diskussion erscheint unwirklich. So kann die deutsche Verlagsbranche auch keine öffentliche Unterstützung einklagen, weil die Analphabetenrate steigt und die deutsche Friseurinnung reklamiert auch keine Entschädigungen, weil wieder Langhaarfrisuren modern sind.
Es setzt sich der Eindruck fest, dass die deutschen Bauernverbände sich in den Nachkriegsjahrzehnten so daran gewöhnt haben, sofort öffentliche Subventionen einzuklagen, wenn ihnen etwas nicht passt. Sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen und darauf zu reagieren, in dem man Anbaumethoden, die Zucht von Saatgut etc. verbessert bzw. auf die neuen Gegebenheiten ausrichtet, scheint nicht angesagt und so dürfen wir weiterhin – so auch bei wissen.de – ausführliche Begründungen dafür lesen, warum nun z.B. die Milch wieder teurer werden muss. Und ganz gewohnheitsmäßig haben wir sofort Mitleid und zahlen. Armer Verbraucher, dummer Bauer.

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