Jahresblick ins All
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Jahresblick ins All

Bild: Foto: Wilfredor, CC0, via Wikimedia Commons

Römischer Gott der Unterwelt, Herrscher über die Toten: Pluto. Lediglich 76 Jahre sollte ein kleiner Planet, der weit entfernt um unsere Sonne kreist, einen so bedeutsamen Namen tragen. Der 24. August war kein guter Tag für Pluto. Beim Jahrestreffen in Prag entschied die IAU: Ab sofort ist Pluto kein Planet mehr. Denn Astronomen hatten in der Nachbarschaft von Pluto inzwischen viele, teilweise größere Himmelskörper mit und ohne Monde entdeckt. Und Pluto hat gerade mal einen Durchmesser von 2300 Kilometern, ein Winzling geradezu, der 40-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde und dort draußen 248 Jahre benötigt um sie einmal zu umrunden.

Als Pluto zum Zwerg wurde

Römischer Gott der Unterwelt, Herrscher über die Toten: Pluto. Lediglich 76 Jahre sollte ein kleiner Planet, der weit entfernt um unsere Sonne kreist, einen so bedeutsamen Namen tragen. Der 24. August war kein guter Tag für Pluto. Beim Jahrestreffen in Prag entschied die IAU: Ab sofort ist Pluto kein Planet mehr. Denn Astronomen hatten in der Nachbarschaft von Pluto inzwischen viele, teilweise größere Himmelskörper mit und ohne Monde entdeckt. Und Pluto hat gerade mal einen Durchmesser von 2300 Kilometern, ein Winzling geradezu, der 40-mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde und dort draußen 248 Jahre benötigt um sie einmal zu umrunden.

Die Geburtsstunde der Zwergplaneten

Die IAU (Internationale Astronomische Union) verabschiedete eine Resolution, nach der ein Planet ein Himmelskörper ist, der um die Sonne kreist, der soviel Masse hat, dass er durch seine eigene Schwerkraft zur kugelähnlicher Gestalt gepresst wird und – was entscheidend für Pluto war – der seine Orbit-Umgebung von anderen Körpern freigeputzt hat. Genau das trifft nämlich auf Pluto überhaupt nicht zu, in seinem Orbit wimmelt es von anderen Körpern, den Plutinos. So schuf die IAU eine neue Kategorie, die der Zwergplaneten, für die die ersten beiden Punkte der Definition zwar zutreffen müssen, der letzte aber nicht. Auch die beiden Planeten-Kandidaten Ceres und Xena wurden als Zwergplaneten eingeordnet. Für Pluto kam es noch schlimmer, er sollte auch seinen klangvollen Namen verlieren und fortan nur noch unter 134340 geführt werden – immerhin mit dem Zusatz „Pluto“, in Erinnerung an seinen alten Namen, als er noch ein Planet war. Damit hatte auch der alte Merksatz, nach dem die ersten Buchstaben für die Reihenfolge der Planeten in unserem Sonnensystem standen, keine Gültigkeit mehr. „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten“ funktioniert nun nicht mehr. Schnell regte sich Widerstand gegen die Entscheidung der IAU. Mehr als 300 Wissenschaftler, darunter auch sehr namhafte Astronomen, unterschrieben eine Petition, mit der sie eine Rücknahme der Planeten-Definition forderten. Notfalls, so war zu vernehmen, wolle man die IAU-Entscheidung ignorieren.

Die Sache mit dem Wasser auf dem Mars

Der Mars hingegen bereitet den Forschern in diesem Jahr überaus große Freude. Vom „bislang stärksten Beweis für Wasser auf dem Mars“ war Anfang Dezember die Rede. Gefunden hatte diese Hinweise die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die schon seit Jahren nach Spuren davon auf dem Roten Planeten sucht. Bilder der Sonde Mars Global Surveyor sollen nun zwei abschüssige Erdrinnen mit Ablagerungen zeigen, in denen vor kurzem noch Wasser geflossen sein könnte – und zwar in den vergangenen sieben Jahren. Die Sonde hatte seit 1999 einige Stellen auf dem Planeten mehrfach fotografiert. So wurden erstaunliche Veränderungen sichtbar. Bislang konnte man nur davon ausgehen, dass es vor Milliarden von Jahren auf dem Mars Wasser gegeben haben muss. Die Frage, die sich damit nun stellt: Deutet das auf Leben hin?

Es stürmt auf dem Saturn

Wasser spielt auch bei neuen Erkenntnissen über den Saturn eine Rolle. Die Raumsonde „Cassini“ schickte dieses Jahr Daten vom kleinen Saturn-Mond Enceladus zur Erde, die die Forscher erstaunten. Das Rätsel, wie der Trabant dem Planeten seinen blauen Ring verleiht ist gelöst: der eisige Enceladus hat eine Atmosphäre und weist unter der Oberfläche nahe des Südpols einen warmen Punkt mit flüssigem Wasser auf. Von dort speit er – eventuell ähnlich wie ein Geysir - Partikel ins Weltall. Auch vom Saturn-Mond Titan gibt es dank „Cassini“ Neuigkeiten. Hier haben Wissenschaftler Hinweise auf große Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen entdeckt. Auf dem Planeten Saturn selbst spürten die Wissenschaftler dank der Sonde „Cassini“ einen gigantischen Wirbelsturm auf, der einem Hurrikan auf der Erde sehr ähnelte, nur um ein vielfaches stärker ist und sich nicht fortbewegt. Die Forscher machten eine Wolkenhöhe von bis zu 75 Kilometern, einen Durchmesser von 8000 Kilometern und eine Windgeschwindigkeit von 550 Kilometern pro Stunde innerhalb des Wolkenrings aus. Jetzt wollen sie herausfinden, wie der riesige außerirdische Wirbelsturm entstehen konnte.

Rätsel vom Mann im Mond gelöst

Geklärt ist bereits eine Frage, die uns auf der Erde wesentlich näher ist: Wie ist der Mann im Mond entstanden? Anhand von Messdaten der Nasa-Sonden „Clementine“ und „Lunar Prospector“ haben Wissenschaftler herausgefunden, wie jene Struktur auf unserem Trabanten entstanden ist, die die Menschheit seit jeher zur Erfindung von Geschichten und Sagen animierte: Ein Asteroideneinschlag auf der Rückseite des Mondes soll vor rund vier Milliarden Jahren eine riesige Druckwelle ausgelöst haben, dass auf der Vorderseite flüssiges Gestein an die Oberfläche trat und dort tief liegendes Gelände füllte. Der Mann im Mond – dunkles Magmagestein. Schade eigentlich. Für die Geschichtenerzähler.

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