1900 – 1910
16.12.1900 – Gneisenau
Im Hafen von Malaga sinkt das deutsche Segel-Schulschiff „Gneisenau“. 41 von 466 Besatzungsmitgliedern sterben. Bei der Rettungsaktion sterben mindestens 12 spanische Retter.
15.06.1904 – General Slocum
Auf dem East River in New York gerät der Raddampfer „General Slocum“ in Brand. Die Sonntagsschule von „Little Germany“, dem deutschen Einwandererviertel, hat das Vergnügungsschiff gechartert. Viele der über 1300 Passagiere springen in Panik vom Schiff in den East River und ertrinken, andere ersticken. Über 1000 Menschen sterben. Später wurden katastrophale Sicherheitsmängel an dem Schiff bekannt. Der Kapitän wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt, die Schiffseigner wurden nicht belangt. Es war bis zum 11. September 2001 die größte Katastrophe in der Geschichte New Yorks. In Folge des Unglücks zerfiel das Deutschenviertel an der Lower East Side.
12.03.1907 – Panzerschiff Iéna
Eine Explosion der Pulverkammern im vor Toulon auf Reede liegenden französischen Panzerschiff „Iéna“ kostet 120 Besatzungsmitglieder das Leben, 150 werden verletzt.
1910 – 1920
15.04.1912 – Titanic
Auf der Jungfernfahrt von Southampton nach New York kollidiert der als unsinkbar bezeichnete britische Schnelldampfer „Titanic“ mit einem Eisberg. Das Schiff wird am Rumpf aufgrissen und sinkt nach 2 Stunden und 40 Minuten. Etwa 1500 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben, 700 werden gerettet.
29.05.1914 – Empress of Ireland
Im St. Lorenz Strom kollidieren der Luxusliner „Empress of Ireland“ und der norwegische Kohlendampfer „Storstad“. Die „Empress of Ireland“ sinkt, etwa 1000 der knapp 1500 Passagiere und Besatzungsmitglieder sterben.
06.12.1917 – Mont Blanc / Imo
Im Hafen von Halifax kollidieren das französische Munitionsschiff „Mont Blanc“ und der belgische Frachter „Imo“. Das daraufhin ausbrechende Feuer führt zur Explosion der Munition. Diese Explosion gilt als die bis dahin größte durch Menschen verursachte Explosion. Große Teile der Stadt Halifax werden zerstört, etwa 1500 bis 2000 Menschen sterben, tausende werden schwer verletzt.
1920 – 1950
26.10.1927 – Principessa Mafalda
Das italienische Auswandererschiff „Principessa Mafalda“ sinkt vor der brasilianischen Stadt Bahia, 314 von 1200 Personen an Bord sterben.
14.06.1931 – Saint-Philibert
Der Ausflugsdampfer „Saint-Philibert“ sinkt in der Loire-Mündung, über 500 Personen kommen bei dem Umtergang um.
1950 – 1970
26.07.1956 – Andrea Doria
Die Passagierschiffe „Andrea Doria“, auf dem Weg von Genua nach New York, und „Stockholm“, von New York kommend, kollidieren im Nebel etwa 200 Seemeilen vor New York. Auf der Andrea Doria sterben unmittelbar infolge der Kollision 50 der 1700 Personen an Bord. Alle anderen können von der am Bug stark beschädigten Stockholm gerettet werden, bevor die „Andrea Doria“ 11 Stunden nach der Kollision sinkt. Diese Katastrophe ist die erste, die live im Fernsehen gesendet wird.
Der Funkspruch „Alles klar auf der Andrea Doria“ wird zum geflügelten Wort und von Udo Lindenberg musikalisch verewigt. Die Stockholm fährt später unter dem Namen „Völkerfreundschaft“ als einziges DDR-Kreuzfahrtschiff und fährt heute unter italienischer Flagge.
21.09.1957 – Pamir
Westlich der Azoren sinkt im Atlantik das deutsche Segelschulschiff „Pamir“ im Sturm, wobei 80 der 86 Besatzungsmitglieder sterben.
23.02.1967 – Adolph Bermpohl
Der Seenotrettungskreuzer „Adolph Bermpohl“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) gerät vor Helgoland in einen schweren Sturm und kentert. Die vierköpfige Bsatzung und drei von ihr gerettete niederländische Seeleute kommen ums Leben. Das Schiff wird gerettet.
1970 – 1990
23.01.1977 – Lucona
Im indischen Ozean sinkt der Frachter „Lucona“. 6 Seeleute sterben. Wie sich später herausstellte, wurde das Schiff zum Zweck des Versicherungsbetrugs mitsamt der Besatzung vorsätzlich versenkt. Als Hauptschuldiger wurde der Besitzer der Wiener Konditorei „Demel“, Udo Proksch, wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte beste Beziehungen zu österreichischen Spitzenpolitikern. Die Verschleppung der Aufklärung wurde als „Lucona-Affäre“ bekannt und der größte Skandal in der österreichischen Nachkriegsgeschichte.
16.03.1978 – Amoco Cadiz
Der Tanker „Amoco Cadiz“ havariert vor der Küste der Bretagne und löst eine Ölpest aus, die auf 200 Kilometern Küste zur Umweltkatastrophe wird.
13.12.1978 – MS München
Der deutsche Frachter „MS München“ sinkt in einem tagelangen Sturm nördlich der Azoren. Zuvor gesendete SOS-Rufe lösen eine der größten internationalen Rettungsaktionen im Atlantik aus. Das Schiff bleibt mitsamt der 28-köpfigen Besatzung verschollen.
11.08.1979 – Admirals Cup
Das Fastnet Race ist Bestandteil des Admirals Cup, einer der bedeutendsten Regatten für Hochseesegler. Startpunkt ist Cowes in Südengland. Die Regatta führt durch die Irische See zum Fastnet Rock an Irlands Südspitze und zurück zum Ausgangspunkt. Am 13. August 1979 gerät das Regattafeld mit über 300 Schiffen in einen Orkan. 15 Regattateilnehmer und 4 Retter sterben, 24 Yachten sinken.
06.03.1987 – Herald of Free Enterprise
Die britische Kanalfähre „Herald of Free Enterprise“ kentert kurz nach dem Verlassen des belgischen Hafens Zeebrügge. Um Zeit zu sparen, hatte die Fähre bei noch geöffnetem Bugtor abgelegt. 193 Menschen starben, über 400 konnten gerettet werden.
24.03.1989 – Exxon Valdez
Der Öltanker „Exxon Valdez“ läuft auf einem Riff im Prinz-William-Sund auf Grund. 40.000 Tonnen Rohöl laufen aus und verseuchen die an dieser Stelle zuvor nahezu unberüherte Küste Alaskas. Geschätzte 250.000 Seevögel sowie zahlreiche Robben und Seeotter verenden durch das ausgelaufene Öl.
1990 – heute
05.01.1993 – Braer
Vor den Shetlandinseln läuft der Tanker „Braer“ auf Grund und verliert fast 85.000 Tonnen Rohöl.
28.09.1994 – Estonia
Vor der Südküste Finnlands sinkt die Fähre „Estonia“, die sich auf dem Weg von der estnischen Hauptstadt Tallin in die schwedische Hauptstadt Stockholm befindet, in schwerer See, nachdem die Bugklappe abgerissen wurde. 852 Menschen verlieren das Leben. Bis heute ist unklar, ob die Bugklappe schlecht gewartet war, nicht ordnungsgemäß verschlossen wurde oder ob eine Exlosion an Bord die Katastrophe verursacht hat.
13.11.2002 – Prestige
Der mit 77.000 Tonnen Öl beladene Tanker „Prestige“ gerät vor der spanischen Atlantikküste in Seenot und schlägt Leck. Die spanische Regierung lässt das Schiff aufs offene Meer schleppen, wo es nach sechs Tagen auseinanderbricht und sinkt. Das austretende Öl verseucht die spanische Küste.
03.02.2006 – Al Salam Boccaccio 98
Die ägyptische Fähre „Al Salam Boccaccio 98“ sinkt nach Ausbruch eines Feuers an Bord etwa 90 km vor dem Zielort Safaga (Ägypten) im Roten Meer. Sie kam mit über 1400 Passagieren und Besatzungsmitgliedern aus dem saudi-arabischen Hafen Dschidda. Etwa 1000 Personen, zumeist Ägypter, starben. Möglicherweise hat Löschwasser das Schiff zum Kentern gebracht. Wie auch bei der 1987 gekenterten „Herald of Free Enterprise“ handelte es sich bei der „Al Salam Boccaccio 98“ um eine Ro-Ro-Fähre älterer Bauart.



