Aston Martin DB5
aus Goldfinger (1964)
Fahrzeugdaten
Produktionszeitraum: 1963-1965
Motor: 4,0-Liter-Reihensechszylinder
Leistung: 286 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Beschleunigung: 0-100 km/h in 8,1 Sekunden
Der 1963 vom britischen Automobilhersteller Aston Martin vorgestellte DB5, eine Weiterentwicklung des schwächer motorisierten DB4 (1958-1963), erhielt nach seinen Auftritten in nicht weniger als vier James-Bond-Filmen den Beinamen »berühmtestes Auto der Welt«.
Während der Dreharbeiten von Goldfinger (1964) wandte sich Special-Effects-Experte John Sears an Aston Martin – eine der ältesten und exklusivsten britischen Automobilmarken – und erklärte, dass die Produzenten im dritten James-Bond-Film gerne einen Aston Martin einsetzen würden (Autor Ian Fleming lässt Bond in der Romanvorlage einen DB Mark III fahren), es sich jedoch nicht leisten könnten, einen zu kaufen. Da Aston Martin zur damaligen Zeit einen Imagewechsel anstrebte und der Film das perfekte Werbemedium zu sein schien, beschloss der Fahrzeughersteller, den Filmproduzenten einen Wagen zu leihen – unter der Bedingung, dass sie ihn nach Abschluss der Dreharbeiten zurückgaben und Aston Martin ihn für eigene Werbezwecke verwenden konnte. Letztendlich stellte Aston Martin der Filmcrew sogar vier Fahrzeuge zur Verfügung, von denen eines in diesem Jahr für knapp über zwei Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte.
Die 1021 Mitte der 60er-Jahre verkauften Aston Martin DB5 mussten selbstverständlich ohne die »optionalen Extras« auskommen, mit denen „Q“ und seine Leute das Filmfahrzeug ausgestattet hatten: drehbare Nummernschilder, in der Fahrzeugfront installierte Maschinengewehre, Schleudersitz, kugelsicheres Schutzschild, Nebelwerfer und Reifen-Aufschlitzer. Der DB5 war anschließend noch in Feuerball, GoldenEye und Der Morgen stirbt nie zu sehen, aus Die Welt ist nicht genug wurde er nachträglich herausgeschnitten.
TOYOTA 2000GT CABRIOLET
aus Man lebt nur zweimal
Fahrzeugdaten
Produktionszeitraum: nicht bekannt
Motor: 2,3-Liter-Reihensechszylinder
Leistung: 152 PS
Höchstgeschwindigkeit: 217 km/h
Beschleunigung: nicht bekannt
Obwohl 007 in Man lebt nur zweimal, dem fünften James-Bond-Film, nicht selbst fährt, gelingt ihm und der japanischen Geheimagentin Aki (Akiko Wakabayashi) die spektakuläre Flucht aus den Büroräumen von SPECTRE-Mitglied Mr. Osato (Teru Shimada) in einem einzigartigen Fahrzeug: einer speziell für den Film gebauten Cabrio-Version des Toyota 2000GT.
Der serienmäßige 2000GT mit festem Dach gilt als der erste echte Sportwagen aus Japan. Zuvor waren japanische Automobilhersteller eher für ihre zuverlässigen, aber wenig innovativen Fahrzeuge bekannt. Der von dem Deutschamerikaner Albrecht Goertz entworfene Wagen erinnerte sowohl an den Jaguar E-Type als auch an den Ferrari 250GTO, verfügte jedoch über einige Neuerungen und war das erste japanische Fahrzeug überhaupt, das zum Sammlerobjekt wurde. Makellose Exemplare wechseln heute für über 100.000 US-Dollar den Besitzer. 1966 und 1967 nahm Toyota mit diesem Modell an Rennen teil, wurde Dritter beim Großen Preis von Japan und gewann ein Jahr später das Fuji-24-Stunden-Rennen.
Zwischen 1967 und 1970 liefen ungefähr 350 Fahrzeuge dieses Typs vom Band, von denen neun mit dem leistungsstärkeren 2,3-Liter-Motor ausgestattet waren. Die Cabrio-Variante wurde speziell für den Film gebaut und es sind nur zwei dieser Fahrzeuge bekannt. Eines davon ist im Toyota-Werksmuseum in Japan ausgestellt, das andere befindet sich im Privatbesitz eines Sammlers.
FORD MUSTANG MACH 1 FASTBACK
aus Diamantenfieber (1971)
Fahrzeugdaten
Produktionszeitraum: 1971-1974
Motor: 4,7-Liter-V8
Leistung: 376 PS
Höchstgeschwindigkeit: nicht bekannt
Beschleunigung: 0-100 km/h in 6 Sekunden
Das bekannteste Fahrzeug aus dem siebten Bond-Film, für den Sean Connery nach George Lazenbys einmaligem Gastspiel in Im Geheimdienst Ihrer Majestät wieder in die Rolle des 007 schlüpfte, ist vermutlich der Mond-Buggy. Wie im vorangegangenen Film ist die beste Auto-Verfolgungsszene allerdings diejenige, in der Bond den Wagen der Hauptdarstellerin steuert, in diesem Fall den 1971er Ford Mustang Mach 1 von Tiffany Case (Jill St.John).
Das nach seiner Einführung 1964 von Testern gelobte und kommerziell erfolgreiche »Muscle Car« war bereits durch den Spielfilm Bullitt zu Ruhm gelangt, in dem Steve McQueen einen Mustang fährt. Bond stellt McQueens rasante Fahrt über die Hügel von San Francisco jedoch in den Schatten, indem er während eines ausgedehnten Verfolgungsrennens mit der Polizei von Las Vegas das Auto auf die Seite kippt und auf zwei Rädern durch eine schmale Gasse fährt, die halb so breit ist wie der Wagen. Der erste Teil dieses äußerst schwierigen Stunts wurde in den Londoner Pinewood Studios gefilmt, während die Einstellung, in der man den Mustang aus der Gasse herauskommen sieht, in Las Vegas gedreht wurde. Erst als der Cutter versuchte, die beiden Szenen zusammenzufügen, stellte sich heraus, dass man einen kostspieligen Fehler begangen hatte: Der Wagen fährt auf den linken Rädern (Tiffanys Seite) in die Gasse und kommt auf den rechten (Bonds Seite) wieder heraus. Die Szene erneut zu drehen, hätte enorme Kosten verursacht, doch glücklicherweise kam jemand auf die Idee, ein simples Insert zu filmen, in dem Tiffany und Bond die Plätze tauschen.
Ford stellte den Produzenten acht Mustang Mach 1 zur Verfügung, von denen nur zwei bis heute überlebt haben und sich in Privatsammlungen befinden.
LOTUS ESPRIT S1
aus Der Spion, der mich liebte (1977)
Fahrzeugdaten
Produktionszeitraum: 1976-1977
Motor: 2,0-Liter-Reihenvierzylinder
Leistung: 162 PS
Höchstgeschwindigkeit: 266 km/h
Beschleunigung: 0-100 km/h in 6 Sekunden
Nach Sean Connerys letztem Auftritt als 007 tauchten mit Ausnahme von Scaramangas fliegendem AMC Matador in Der Mann mit dem goldenen Colt nur wenige interessante Fahrzeuge in Bond-Filmen auf. Der tauchfähige weiße Lotus Esprit S1 mit dem Spitznamen »Wet Nelly« rief die Tradition jedoch mit einem Paukenschlag wieder ins Leben.
Der britische Sportwagenhersteller Lotus begann 1976 mit der Produktion des Esprit, nachdem das in Italien entworfene Nachfolgemodell des Europa bereits vier Jahre zuvor auf der Turiner Motorshow präsentiert worden war. Während von dem Wagen vor seinem Auftritt in Der Spion, der mich liebte nur bescheidene Stückzahlen verkauft wurden, mussten Kaufinteressenten im Anschluss daran drei Jahre warten, obwohl dem Serienfahrzeug die Verfeinerungen der Q-Abteilung fehlten. Bonds Esprit war nicht nur tauchfähig – durch Umlegen eines Schalters verwandelten sich die Radläufe in Flossen, für Vortrieb sorgten anstelle der Räder zwei Schiffsschrauben, und ein Periskop half bei der Navigation –, sondern verfügte zudem über an der Fahrzeugfront montierte Torpedos, einen Nebelwerfer, einen Minenabwerfer, Boden-Luft-Raketen und am Heck montierte Maschinengewehre. Um die Verwandlung zum Amphibienfahrzeug auf Film zu bannen, wurden sechs verschiedene Fahrzeuge eingesetzt, von denen nur eines voll tauchfähig war. Dieses Exemplar befindet sich heute im Besitz der Ian Fleming Foundation.
Im späteren Bond-Film In tödlicher Mission war abermals ein Lotus Esprit zu sehen. Das Fahrzeug lief in verschiedenen Ausführungen bis 2004 vom Band. Lotus plant 2007 ein völlig neues Modell vorzustellen.
ASTON MARTIN V12 VANQUISH
aus Stirb an einem anderen Tag
Fahrzeugdaten
Produktionszeitraum: seit 2001
Motor: 5,9-Liter-V12
Leistung: 466 PS
Höchstgeschwindigkeit: 306 km/h
Beschleunigung: 0-100 km/h in 5 Sekunden
Obwohl James Bond in jüngster Zeit mit BMWs geliebäugelt hat, hatte er immer eine Schwäche für Aston Martins. In den 60er-Jahren bevorzugte er die Modelle DB5 und DBS, während Timothy Dalton als 007 einen V8 Vantage Volante fuhr. Pierce Brosnans Wahl fiel in Stirb an einem anderen Tag auf das Spitzenmodell V12 Vanquish, einen Nachfolger der DB9-, Virage- und Vantage-Modelle der britischen Traditionsmarke, die inzwischen von Ford aufgekauft wurde.
»Vanish«, »verschwinden«, wäre jedoch vermutlich die bessere Modellbezeichnung, da Bonds Wagen abgesehen davon, was Q als »die üblichen Verbesserungen« nennt – kugelsichere Verglasung, Schleuder-Beifahrersitz, Torpedos, an der Fahrzeugfront montierte Schrotflinten Kaliber 12, Doppel-Maschinengewehr mit automatischer Zielsuchvorrichtung unter der Motorhaube, Schutzschild am Heck, ausfahrbare Reifen-Aufschlitzer, Windschutzscheiben-Notauslösemechanismus usw. –, über ein einzigartiges Extra verfügt, das dafür sorgt, dass ihn seine Feinde nicht kommen sehen. Dank einer reflektierenden Aluminiumbeschichtung können am ganzen Fahrzeug montierte Miniaturkameras ein Abbild der Umgebung auf die schnittige Karosserie des Wagens projizieren, so dass dieser für den flüchtigen Betrachter unsichtbar ist.
Abgesehen von dieser »unüblichen Verbesserung« unterscheidet sich Bonds Vanquish kaum vom Serienfahrzeug – doch bei einem Preis von fast 200.000 US-Dollar werden Vanquish-Besitzer vermutlich großen Wert darauf legen, gesehen zu werden.



