Leuchtturmwärter, Meeresforscher, Wasserbauer
Tosende Brandung, raue Winde, in der Ferne blinkt das Licht des Leuchtturms. Einsam verrichtet der bärtige Leuchtturmwärter seinen Dienst hoch oben im Turm. Diese romantische Vorstellung ist längst Vergangenheit. Der letzte Leuchtturmwärter verließ 1998 seinen Posten auf der Insel Hiddensee. Leuchttürme gibt es noch immer, aber längst ist ihr Betrieb automatisiert.
Manche Traumberufe dagegen werden niemals aussterben, der des Kapitäns zum Beispiel. Das Berufsspektrum umfasst die ganze Bandbreite vom Binnenschiffer bis zum ranghöchsten Offizier eines Ozeanriesen. Wohin die Reise geht, entscheidet sich in der Ausbildung. Wer später Ausflugsdampfer über den Stausee schippert oder Frachtkähne auf Kanälen und Flüssen manövriert, ist Binnenschiffer-Kapitän. Voraussetzung ist eine dreijährige Ausbildung, in der Anwärter alle Tätigkeiten beim An- und Ablegen des Schiffes, Reinigungs- und Reparaturen an Deck sowie im Maschinenbereich lernen. Wer selber ans Ruder will, muss noch mal die Schulbank drücken und in Prüfungen die nötigen Schifferpatente erwerben.
Traumberuf "Kapitän"
Inzwischen träumen nicht nur Jungen von Fahrten auf hoher See und Reisen in ferne Länder. Aber Arbeiten auf hochseetauglichen Schiffen sind Knochenjobs, Frauen auf der Kommandobrücke in der Männerdomäne eine Seltenheit. Kapitäne und Offiziere tragen eine große Verantwortung, müssen das ihnen anvertraute Schiff samt Besatzung und Ladung sicher ans Ziel bringen. Die Ausbildung ist daher alles andere als eine lustige Seefahrt. Wer Nautischer Schiffsoffizier werden will, muss eine Ausbildung zum Schiffsmechaniker oder einen vergleichbaren praktischen Beruf vorweisen, um sich an der Seefahrtsschule für ein Fachhochschulstudium bewerben zu können. Die Mühe kann sich lohnen, denn interessante Einsätze auf der Kommando-Brücke von Handels- oder Forschungsschiffen locken.
Vom Hobby- zum Berufstaucher
Das Hobby zum Beruf machen - Wassersportler haben beste Aussichten, Sonne, Strand und Wasser auch in ihrem Arbeitsalltag zu erleben. An der Ostseeküste bilden Arbeitsämter sogar Segel- und Wassersportlehrer fort. Selbst Synchronschwimmerinnen finden einen Job als Artistin im Wasserzirkus. Weniger exotisch ist der Arbeitsalltag eines Berufstauchers. Höhlen- und Forschungstaucher mit Blick auf wunderschöne Korallenriffs und bunte Fischschwärme bilden eher die Ausnahme. Taucher sind überwiegend im Einsatz, wenn Wasserbauwerke, Docks, Schiffe und Schwimmkräne unter Wasser repariert werden müssen. Im Trüben schweißen sie Spundwände und wühlen sich durch Klärschlamm. Sie bergen Menschen, Wracks und Gegenstände. Kein ungefährlicher Job, zumal wenn Taucher als Minen- und Munitionssucher für die Bundeswehr im Einsatz sind oder für Scheichs in Saudi-Arabien in gefährlichen Tiefen des Ozeans Öl-Pipelines bauen. Die Verdienstmöglichkeiten sind je nach Risiko höchst unterschiedlich. Berufstaucher darf sich nur nennen, wer nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung eine staatlich anerkannte Fortbildung absolviert hat.
Meeresforscher auf Tauchstation
Auf Tauchstation gehen häufig auch Meeresbiologen und Ozeanographen. In beiden Berufen wird ein Universitätsstudium vorausgesetzt. Viele Studienanfänger träumen davon, karibische Unterwasserwelten zu erforschen. Manche erreichen ihr Ziel und beraten in beliebten Touristenregionen Bewohner, wie sie ihr wertvolles Wasser-Paradies vor schädlichen Umwelteinflüssen und menschlichen Eingriffen schützen. Der Schutz des Lebensraumes Meer hat in den vergangenen Jahrzehnten durch zunehmende Wasserverschmutzung an Bedeutung gewonnen. Biologen helfen die Probleme in den Griff zu bekommen. Für Ozeanographen bietet der Arbeitsplatz am Wasser Möglichkeiten der Grundlagenforschung. Sie untersuchen das Meerwasser und den Boden, beobachten zum Beispiel Strömungen, Wellen und Gezeiten im Ozean. Sie analysieren, welchen Einfluss Klimaveränderungen auf die Meere haben.
Fischwirt
Die Wissenschaftler tragen mit ihrer Arbeit dazu bei, dass sich die Meere erholen und der Fischbestand wieder zunimmt - zur Freude der Fischer. Wer heute diesen Beruf ergreift, muss sich mit hochspezialisierten Fanggeräten auskennen. Fischwirt ist ein Allround-Beruf, Kenntnisse in Navigation, Fischereibiologie, Wetterkunde, Produktqualität und Vorschriften sind ein Muss. Auf den Schiffen muss er Maschinen bedienen und seinen Fang verarbeiten. Auch die Vermarktung des Fisches gehört zu seinem Job. Durch die Überfischung der Meere werden immer mehr Tiere für den Verzehr gezüchtet. Fischwirte, die sich zum Beispiel auf die Zucht von Forellen und Karpfen spezialisieren, lernen in der dreijährigen Ausbildung alles über Teichwirtschaft und Fischbrut. In der Regel arbeiten sie in der freien Natur, zum Teil auch in gemischten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben mit angeschlossener Teichwirtschaft.
Wasserbauer: Spezialisten für Kanäle
Wasserbauer sind als Bautechniker Spezialisten für Dämme und Deiche - unentbehrlich bei Hochwasser und Überschwemmungen. Sein tägliches Brot verdient der Wasserbauer mit Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Wehren, Schleusen und Staudämmen. Ver- und Entsorger für Abwasser arbeiten häufiger im Untergrund von Abwässerkanälen und Kläranlagen. Die fortschreitende Technik hat das Berufsbild deutlich verändert. Die Kameraoptik übernimmt heute den Job, den früher Kanalarbeiter mit eigenen Augen erledigt haben. Heute sitzt der Abwasserspezialist in der Schaltzentrale und überwacht die technischen Anlagen per Monitor und Computersteuerung. Ganz ist der Mensch nicht durch Maschinen zu ersetzen, auch wenn der Leuchtturmwärter ausgedient hat. Einer muss immerhin auf den Knopf drücken, damit das Licht im Turm blinkt.



