Kindersoftware-Test für Eltern
Leben & Lifestyle

Kindersoftware-Test für Eltern

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bei Kindersoftware, auf deren Verpackung mit beliebten Figuren wie zum Beispiel Biene Maja, Benjamin Blümchen oder Mickey Maus geworben wird und zum Zugreifen animiert, ist Vorsicht geboten und ein prüfender Blick angesagt. Denn oft verstecken sich hinter einer teuren Staffage billig produzierte, phantasielose Spielchen.

Was Sie beim Kauf beachten sollten

Bei Kindersoftware, auf deren Verpackung mit beliebten Figuren wie zum Beispiel Biene Maja, Benjamin Blümchen oder Mickey Maus geworben wird und zum Zugreifen animiert, ist Vorsicht geboten und ein prüfender Blick angesagt. Denn oft verstecken sich hinter einer teuren Staffage billig produzierte, phantasielose Spielchen.

Aufwändig gestaltete Hinweise wie „kindgerecht“ oder „pädagogisch wertvoll“ sind keine offiziell gültigen Qualitätssiegel, sondern dienen lediglich zur Absatzförderung des Produkts. Auch bei Programmen, die zum vermeintlichen Schnäppchenpreis in Drogerieketten oder Discountern angeboten werden, ist Skepsis geboten. Billig-Anbieter stecken Etats am liebsten in aufwändige Warenpräsentationen. Der Inhalt ist meistens dann tatsächlich „billig“.

Ob preiswert oder nicht, jede CD-ROM ist zu teuer, um nach dem ersten Einsatz einfach in der Ecke zu landen. Kindersoftware einfach im Laden zu testen, ist nur selten möglich. Renommierte Hersteller bieten jedoch meist kostenlose Demo-Versionen ihrer Produkte an - auf CD-ROM oder als Download im Internet. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte sich die Programm-Demos mit den Kindern gemeinsam anschauen. Beim letzten Schritt, dem Software-Kauf, ist die folgende „Checkliste“ von Stefan Michaelis hilfreich. Der Autor und Spieletester gibt seit Anfang des Jahres gemeinsam mit der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet (ZUM) den „Clever der Woche“ heraus, ein Gütesiegel für herausragende Lern- und PC-Spiele.

  • Lesen macht Spaß?
    „Mit erfahrenen Pädagogen entwickelt“ - beliebter Verpackungstext. Hier sollte man genau prüfen und bei den Herstellern nachfragen, ob tatsächlich erfahrene Pädagogen an der Entwicklung beteiligt waren. Tipp: Alle Anleitungen ausprobieren.

  • Befremdliche Wörter
    English for Runaways: Wenn von „Ikonen“ (Icons) und „Aktivitäten“ (Activities) die Rede ist, hat entweder der Übersetzer gepennt oder das Übersetzungsprogramm die Grippe. Beides ist ungesund. Tipp: Einleitung und Hilfen komplett durchhören!

  • Stimmen
    Sympathische Stimmen sind das A und O. Am besten Kinder sprechen die Texte. Schlecht, doch oft gehört: Erwachsene verstellen ihre Stimmen, um kindlich zu klingen. Tipp: Jeden anklicken, der im Programm redet. Das Kind allein urteilen lassen!

  • Beinharter Leistungstest
    Farben erkennen, vierte Aufgabe von fünf. Auf Rot statt auf Grün geklickt: „Hähähä“, sagt das grinsende Blumengesicht, „das war falsch! Beginne von vorn!“ Und zwar bei Aufgabe 1, nicht bei 4. Tipp: Das Programm gleich zum Teufel jagen!

  • Malprogramm
    Mit Maus-Kritzeleien am Bildschirm machen viele Kinder ihre ersten Computer-Erfahrungen. Lassen sich die Vorlagen schwarzweiß ausdrucken? Buntstifte sind immer noch beliebter als Computer-Mäuse. Tipp: Dem Test-Kind gezielt Mal-Anregungen geben, um heraus zu finden, ob es mit der Pinsel- und Farbensteuerung klar kommt!

  • Voll abgestürzt
    Drei Rechtsklicks, wilde Klopf-Kaskaden von asdf bis jklö, als krönender Abschluss eine schwungvolle Links-Rechts-Kombination auf der Leertaste - ist die Software abgestürzt? Tipp: Kinder sind knallharte Tester - machen lassen!

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite