Leonardo da Vinci – Künstler, Genie und Universalgelehrter
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Leonardo da Vinci – Künstler, Genie und Universalgelehrter

Bild: Foto: Martinus KE, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Verrocchio macht den jungen Leonardo zu seinem Lehrling und dieser lernt nun das Handwerk des Künstlers von der Pieke auf: Er malt, zeichnet, modelliert, gießt und bearbeitet Bronze, er schneidert Kostüme und ist an der Ausrichtung prunkvoller Feste für die toskanischen Höfe beteiligt. Mit 20 Jahren wird er selbst Meister und geht dann im Jahr 1482 nach Mailand, an den Hof des Herzogs Ludovico Sforza.

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Verrocchio macht den jungen Leonardo zu seinem Lehrling und dieser lernt nun das Handwerk des Künstlers von der Pieke auf: Er malt, zeichnet, modelliert, gießt und bearbeitet Bronze, er schneidert Kostüme und ist an der Ausrichtung prunkvoller Feste für die toskanischen Höfe beteiligt. Mit 20 Jahren wird er selbst Meister und geht dann im Jahr 1482 nach Mailand, an den Hof des Herzogs Ludovico Sforza.

Max Fercondini / CC BY-SA 4.0

Kriegsmaschinen, Autos und Fluggeräte

In Mailand erlebt Leonardo da Vinci seine produktivsten Jahre – und dort wird er auch vom "bloßen" Künstler zum Universalgenie. Denn Sforza ernennt ihn zum Festungsbauer und Militärexperten, später zum Zeremonienmeister und Leonardo hat die Möglichkeit, neben der Malerei seinen vielfältigen Interessen nachzugehen. Er eignet sich Kenntnisse der Naturwissenschaften und Ingenieurskunst an, studiert Mathematik, Geometrie, Statik, Hydraulik, Geologie, Optik, Anatomie, Zoologie, Botanik, Kartographie, Schiffsbau und Architektur.

In umfangreichen Notizbüchern skizziert und beschreibt Leonardo in dieser Zeit unzählige Ideen und Erfindungen – und ist der technischen Entwicklung seiner Zeit dabei um Jahrhunderte voraus. Er entwirft Stadtpläne, hydraulische Pumpen, Automobile, Maschinengewehre, Kräne, Räderwerke, Tauchglocken und sogar Fluggeräte. So entwirft der geniale Künstler Flügel zum Anschnallen, aber auch den ersten Gleitschirm und sogar einen "Drehflügler" – den Vorläufer unserer Hubschrauber.

Jogre Barrios / CC BY-SA 3.0

Gesteine, Mond und die Anatomie

Leonardo da Vinci hat jedoch auch ein waches Auge für die Prozesse und Kräfte der Natur. Er entwickelt eine erste Vorstellung davon, dass es so etwas wie einen Wasserkreislauf auf der Erde gibt und macht sich Gedanken darüber, wie verschiedene Gesteine entstehen. Beim Blick in den Himmel erkennt er, dass der Mond nicht aus sich heraus leuchtet, sondern das Sonnenlicht widerspiegelt. Der Künstler vermutet deshalb, dass die Mondoberfläche aus glattem, glänzenden Material bestehen muss.

Als Maler ist da Vinci noch etwas wichtig: Er will den menschlichen Körper begreifen und sein Funktionieren in allen Details verstehen. Zu diesem Zweck seziert er - trotz päpstlichen Verbots - eigenhändig menschlichen Leichen und zeichnet im Detail seine Beobachtungen auf. Ihm ist die erste Zeichnung eines menschlichen Fötus in der Gebärmutter zu verdanken. Sein Vitruvianischer Mensch – eine Studie zu den Proportionen des menschlichen Körpers – gehört noch heute zu den bekanntesten Zeichnungen da Vincis.

Wolkenkrtzer / CC BY-SA 4.0

Ein echtes Universalgenie

Am Ende seines Lebens hat da Vinci mehr als 13.000 Seiten an Notizen, Planzeichnungen und Gedankengängen niedergebracht – eine ganze Enzyklopädie. Umgesetzt und verwirklicht hat er jedoch nur die wenigsten seiner Ideen. Das Universalgenie interessiert sich mehr für die grundsätzliche Lösung als für die tatsächliche Umsetzung – selbst bei den Geräten, die schon damals technisch machbar gewesen wären.

Am 2. Mai 1519 stirbt Leonardo da Vinci im französischen Amboise, wo er einige Jahre in einem Loireschloss der französischen Könige verbrachte. Nach seinem Tod erhält einer seiner Schüler den Großteil der Aufzeichnungen, doch als dieser stirbt, zerstreuten sich die Bücher und Blätter. Leonardos wissenschaftlich-technisches Wirken gerät weitgehend in Vergessenheit.

Lange Zeit bleibt da Vinci dadurch nur als der Schöpfer so einzigartiger Kunstwerke wie der "Mona Lisa", dem "letzten Abendmahl" oder der "Felsgrottenmadonna" in Erinnerung. Erst nach und nach tauchten einzelne Seiten und auch einige gebundene Codices aus da Vincis Hand wieder auf. Heute gilt Leonardo da Vinci als einer der berühmtesten und genialsten Universalgelehrten der Geschichte. Auch heute noch – 500 Jahre nach seinem Tod - wecken sein Werk und seine Idee Staunen und Faszination.

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