“Live fast – die young“
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“Live fast – die young“

Bild: Foto: Geolina163, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Seit den 60er Jahren ist Musik das wichtigste Identifikationsmittel der Jugendlichen. Wer nicht Rock-Opa werden will, muss früh sterben – eine Regel, die anscheinend auch bis heute ihre Gültigkeit nicht ganz verloren hat.

Rückblickend entsteht fast der Eindruck, Janis Joplin hätte auf ihr frühes Ende hingearbeitet. Sie ist die Erfinderin des Mottos “live fast, love hard, die young“, singt davon, dass Freiheit bedeute, nichts zu verlieren zu haben. Auf den Fotos ihrer frühen Karriere ist sie selten ohne eine Flasche Bourbon zu sehen. Sie ist der lebende Widerspruch zu ihrer Elterngeneration, denn sie stammt aus gutem Hause. Davon lässt sie mit ihrem Auftreten nichts spüren und erst recht nicht mit ihrem Gesang, der sie zur besten weißen Blues-Sängerin aller Zeiten macht.

Jim Morrison geht noch einen Schritt weiter und erhebt die bewusstseinsverändernde Wirkung verschiedener Drogen zum kreativen, künstlerischen Prinzip. Für Eric Clapton wiederum ist Rauschgift identitätsstiftend: “Ein Rockmusiker ohne Stoff ist nur ein halber Mann.“ Ein Beispiel dafür, wie die schöpferische Kraft durch Drogen zersetzt werden kann, ist der “Rolling-Stones“-Gitarrist Brian Jones. Obwohl auch die übrigen Bandmitglieder alles andere als abstinent sind, kommt es zum Bruch mit dem labilen Jones, der kurz darauf unter nie ganz geklärten Umständen ums Leben kommt.

Einen Generationswechsel markieren die Punks, die sich dem puren, anarchischen Spaß zuwenden und denen die Provokation jedes Mittel heiligt. Drogenexzesse gehören selbstverständlich dazu. Geradezu tragisch verläuft indes die Karriere des Grunge-Idols Kurt Cobain aus dem amerikanischen Westen. Der Leadsänger von “Nirvana“ leidet unter dem Widerspruch, die Sinnlosigkeit gesellschaftlichen Erfolgs zu besingen und gleichzeitig eine steile Karriere zu machen, das kommerziell ausgewertete Markenzeichen seiner Generation zu sein. Nach einem drogenbedingten Zusammenbruch auf der Bühne zieht er die äußerste Konsequenz und bringt sich um.

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