Die Weiterentwicklung von UMTS
Im Mai 2010 investierten die großen deutschen Netzbetreiber insgesamt 4,4 Milliarden Euro an Lizenzgebühren, um Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard LTE nutzen zu können. Das Ziel: den drahtlosen Internetzugang sowohl schneller als auch kostengünstiger zu ermöglichen. Der bisherige Standard UMTS bietet bereits jetzt hohe Übertragungsgeschwindigkeiten, doch die Weiterentwicklung "Long Term Evolution" verspricht eine Steigerung um den Faktor 40. Damit erlaubt diese Technik Videotelefonie ebenso wie die Teilnahme an Online-Spielen, was sie für viele Anwender sehr attraktiv machen dürfte. Vor allem aber ermöglicht sie einen schnellen Zugriff ins Netz.
Die Technik von LTE
Technische Grundlagen dieses Fortschritts sind bessere Modulationsverfahren, eine flexiblere Frequenznutzung und größere Kanalbandbreiten, die 100 MBit/s und mehr übertragen können. Zunächst sind 100 MBit/s im Downlink - beim Herunterladen von Informationen - und bis zu 50 MBit/s im Uplink - beim Heraufladen von Informationen - geplant, theoretisch aber sollen bis zu 300 MBit/s im Downlink und 75 MBit/s im Uplink möglich sein. Die Latenzzeit beträgt dabei unter 30 ms. Dank dieser Vorteile gehen die Netzbetreiber davon aus, dass sich mit LTE neue Kundenschichten gewinnen lassen, zumal das System ausdrücklich auch ländliche Gegenden abdecken wird. Doch noch befindet sich das System in der Erprobung – erste Endgeräte werden nicht vor Anfang 2011 zu bekommen sein. Zuerst eingeführt wird der Standard in zwei Regionen Brandenburgs. Und das UMTS-Netz bleibt selbstverständlich bestehen, da sich die Anbieter ein Nebeneinander der beiden Systeme vorstellen können. LTE ist nämlich primär auf die Übertragung von Daten ausgerichtet, so dass Telefonie bei der Einführung keine Rolle spielt.



