M wie Mut. M wie Mann? 
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M wie Mut. M wie Mann? 

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt: Es waren überwiegend Männer, die in der Steinzeit auf die gefährliche Jagd nach Wildtieren gingen und ihre Häuser, die damals Höhlen waren, verteidigten. Lediglich einige ältere und erfahrene Frauen durften die Männer auf ihrer Jagd verteidigen. Liegt also der Jagdinstinkt und in dem Zusammenhang auch das Sich-in-Gefahr-Bringen in den männlichen Genen? Ist es also eine Frage der Gene, dass zum Mann-Sein Mutproben dazugehören?

Eine Frage der Gene?

Ein Blick in die Menschheitsgeschichte zeigt: Es waren überwiegend Männer, die in der Steinzeit auf die gefährliche Jagd nach Wildtieren gingen und ihre Häuser, die damals Höhlen waren, verteidigten. Lediglich einige ältere und erfahrene Frauen durften die Männer auf ihrer Jagd verteidigen. Liegt also der Jagdinstinkt und in dem Zusammenhang auch das Sich-in-Gefahr-Bringen in den männlichen Genen? Ist es also eine Frage der Gene, dass zum Mann-Sein Mutproben dazugehören?

Eine Frage der Ehre?

Wenn es um Mutproben geht, ist immer wieder von "Initiation" die Rede. Der Begriff steht für die Einführung eines Außenstehenden oder Anwärters in eine Gemeinschaft. Zum Beispiel die der Erwachsenen. Bereits in den frühen Stammesgesellschaften mussten Jungen Aufgaben bestehen, um in den Kreis der Männer aufgenommen zu werden. Solche Prüfungen verliefen (und verlaufen) nach strengen Regeln – es sind also Rituale. Zu solchen zählt zum Beispiel das Mensurfechten in schlagenden Studentenverbindungen. Für deren Mitglieder gehört das „aufrechte“ Fechten zur Persönlichkeitsbildung auf dem Weg vom "Fuchs" oder "Fux" – vom Verbindungsneuling – zur anerkannten Verbindungspersönlichkeit dazu. Verletzungen – „Schmisse“ – gehören und gehörten in manchen Verbindungen nicht nur dazu, solche Renommierschmisse auf der Wange galten und gelten noch immer zudem als Symbol des Akademikerstatus.

Auch bei der Bundeswehr soll es immer wieder zu so genannten "Fuxtests"kommen, bei denen Rekruten – sogar mit Wissen der Vorgesetzten – entwürdigenden Ritualen unterzogen wurden. Wie Medien berichten, sollen zum Beispiel im Juni 2009 in der Edelweiß-Kaserne in Mittenwald Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 233 auf Befehl ihrer Kameraden Rollmöpse oder rohe Leber mit Bierhefe gegessen haben, was innerhalb kürzester Zeit zu heftigem Erbrechen führt. Solche Mutproben dienen offenbar dazu, in der internen Hierarchie aufzusteigen und sich als echte Männer zu beweisen.

Eine Form der Bewunderung?

Vielleicht ist alles viel einfacher: Vielleicht besteht Mann Mutproben, weil er schlicht und einfach die Bewunderung anderer braucht. Ohne Anerkennung kommen auch Frauen nicht aus, aber nur bei Männern läuft dieses immer wieder über Mutproben. Trifft es also den Kern, wenn Herbert Grönemeyer in seinem Lied "Männer" singt: "Außen hart – und Innen ganz weich"? Ist es für das labile Selbstwertgefühl des Mannes notwendig, sich in Mutproben zu beweisen, anderen die eigene vermeintliche Härte zu zeigen, um dadurch auch innerlich „stärker“ zu werden?

Wie auch immer: Kleine und große Mutproben gehören zum Dasein als Mann irgendwie dazu. Auch wenn sie manchmal ziemlich schwachsinnig wirken. Erfordert es vielleicht manchmal zu viel Mut, auch zu seinen schwachen Seiten zu stehen?

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