Der Staat zieht sich immer mehr aus seiner Verantwortung zurück. Er lässt seine Kinder im Stich. Es fehlt überwiegend an Geld, ist die Argumentation. In den Kommunen werden bis zu 60 Prozent der sozialen Einrichtungen geschlossen, 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Aber der Staat muss sich weiter kümmern. Die Kinder sind unsere Zukunft und ohne eine Zukunft gibt es auch kein gesundes Deutschland. Wir alle sind gefordert, der Bund, die Länder, die Kommunen, aber auch jeder Einzelne, die Vereine, die Kirchen und andere Institutionen.
Was erwarten Sie von der Regierung?
Am Besten ist es natürlich, wenn wir in unserem Land Jobs schaffen, von denen die Familien auch leben können. Wir müssen wieder lernen, alle Kinder zu fördern, unabhängig von den Eltern. Wir brauchen eine Grundsicherung für alle Kinder, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das geht zum Beispiel über die Schulen. Die können alle Kinder mit einem kostenlosen Frühstück und Mittagessen versorgen, Nachhilfeunterricht und stärkerer individueller Förderung. Der Staat muss in Bildung investieren, viele Kinder könne neuesten Studien zu folge weder richtig lesen noch schreiben. Wir brauchen weiter mehr Sozialarbeiter, die dorthin gehen, wo die Kinder sind. Zu Vernachlässigungen darf es nicht mehr kommen. Nur so kommen wir aus dieser Krise. Sonst werden wir spätestens im Jahr 2020 ein sozialpolitisches Desaster erleben.
Was kann man gegen die Armut von Kindern tun?
Ganz wichtig und noch einmal: Wir müssen alle Kinder in Deutschland unabhängig vom Einkommen der Eltern fördern und Geld in die Bildung stecken. Sonst verschenken wir viele Talente. Warum geht kaum eines der Arche-Kinder auf ein Gymnasium? Wir sprechen inzwischen schon von der Gnade einer zufälligen Geburt. Unsere Arche-Kinder müssen oft hinterher laufen. Das darf und muss nicht sein.




