Mars - Planet des Jahres 2003
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Mars - Planet des Jahres 2003

Bild: Foto: Hugo Charlemont, Public domain, via Wikimedia Commons

Von der Sonne aus gezählt ist Mars der 4. Planet und damit umläuft er die Sonne im Vergleich zur Erde, dem 3. Planeten, auf der Außenbahn. Sein mittlerer Abstand zur Sonne beträgt 228 Millionen Kilometer (Erde: 150 Millionen Kilometer). Mars braucht für einen Umlauf um die Sonne 687 Tage. Das Marsjahr ist somit fast doppelt so lang wie das Erdjahr und die Erde, auf der schnelleren Innenbahn, überholt ihren äußeren Nachbarn immer wieder. Bei diesem Überholmanöver kommen sich Erde und Mars am nächsten, und die Erde steht dann zwischen Sonne und Mars. Eine solche Stellung heißt in der Astronomie eine Opposition. In dieser Zeit ist Mars im Fernrohr am größten und am hellsten, und die Marsforschung hat dann Konjunktur. Ein solches Überholmanöver findet ca. alle 26 Monate statt.

Auf dem Weg zur Großen Opposition

Von der Sonne aus gezählt ist Mars der 4. Planet und damit umläuft er die Sonne im Vergleich zur Erde, dem 3. Planeten, auf der Außenbahn. Sein mittlerer Abstand zur Sonne beträgt 228 Millionen Kilometer (Erde: 150 Millionen Kilometer). Mars braucht für einen Umlauf um die Sonne 687 Tage. Das Marsjahr ist somit fast doppelt so lang wie das Erdjahr und die Erde, auf der schnelleren Innenbahn, überholt ihren äußeren Nachbarn immer wieder. Bei diesem Überholmanöver kommen sich Erde und Mars am nächsten, und die Erde steht dann zwischen Sonne und Mars. Eine solche Stellung heißt in der Astronomie eine Opposition. In dieser Zeit ist Mars im Fernrohr am größten und am hellsten, und die Marsforschung hat dann Konjunktur. Ein solches Überholmanöver findet ca. alle 26 Monate statt.

Nun sind die Erd- und die Marsbahn keine konzentrischen Kreise sondern Ellipsen und damit sind die Überholmanöver der Erde nicht immer gleich. Manchmal ist der Abstand der beiden Planeten groß (97 Millionen Kilometer) und manchmal klein. Im Jahr 2003 findet das Überholmanöver im August statt und der Mars ist der Erde dann so nahe wie seit 17 Jahren nicht mehr: nur 56 Millionen Kilometer. Eine solche, besonders günstige Opposition wird auch Große Opposition genannt. Sicher machen die großen Teleskope der Welt dann wieder Schnappschüsse von der Oberfläche des rötlichen Planeten. Man darf besonders auf die Bilder des Hubble Space Teleskops gespannt sein, das bereits bei weniger günstigen Gelegenheiten spektakuläre Bilder zur Erde funkte.

Mars-Fahrplan 2003

1. Februar 2003: Die Erde liegt weit hinten im himmlischen Rennen. Mars ist noch 267 Millionen Kilometer entfernt und geht erst gegen 4 Uhr morgens auf. Deshalb fällt er nur den Nachtschwärmern auf. Er ist zwar schon recht hell, aber auf der Rangliste der hellsten Objekte steht er erst auf Platz 10.

1. April 2003: Die Erde holt auf. Entfernung nur noch 197 Millionen Kilometer. Aufgang des Mars immer noch gegen 4 Uhr (aber inzwischen MESZ).

1. Juni 2003: Nun ist der Mars nur noch 100 Millionen Kilometer entfernt und damit der Erde deutlich näher als die Sonne. Das Überholmanöver hat begonnen. In diesen Tagen startet die Mars Express Sonde von Baikonur aus erfolgreich zu ihrer Mission. Wäre der Start misslungen, hätte es erst in 26 Monaten das nächste Startfenster gegeben.

11. Juli 2003: Auf der Breite von Frankfurt/Main geht Mars um Mitternacht auf. Damit wird er auch für Nicht-Nachtschwärmer sichtbar. Die Entfernung Mars-Erde ist nur noch halb so weit wie zur Sonne und das Licht benötigt vom Mars nur noch 4 Minuten bis zur Erde. Mars ist inzwischen das dritthellste Objekt am Himmel (nach Sonne und Venus).

28. August 2003: Die Erde überholt den Mars. Der minimale Abstand von 56 Millionen Kilometern ist erreicht. Mars geht gegen 21 Uhr auf, steht im Sternbild Wassermann und ist so hell wie sonst nur die Venus. Die lauen Spätsommerabende ermöglichen auch den weniger ambitionierten Gelegenheitsbeobachtern einen nachdenklichen Blick zum kleinen, roten Bruder.

Dezember 2003: Die Erde eilt dem Mars schon längst wieder voran. Aber da er nun am Abendhimmel steht und die Landekapsel Beagle 2 der Mars Express Mission den Nachbarn erreichen soll, ist ihm die Aufmerksamkeit gewiss. Bald wird es Ergebnisse geben. Wird Beagle 2 Lebensspuren finden? - Wenn ja, gibt es vielleicht schon am Ende des Mars-Jahres 2003 sensationelle Schlagzeilen ...

Ein Steckbrief des roten Nachbarn

Mars wird als „erdähnlicher“ Planet bezeichnet. Damit ist bereits der Grund für das besondere Interesse an ihm gegeben. Wie die Erde, Venus und Merkur gehört Mars zu den inneren Planeten des Sonnensystems. Während die äußeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun riesige Gasplaneten ohne feste Oberfläche sind (der äußerste Planet Pluto ist eine Ausnahme, und man hätte ihm sogar kürzlich beinahe den Planetenstatus abgesprochen), bestehen die inneren Planeten vorwiegend aus schwerem Material und besitzen eine feste, felsige Oberfläche. Schon mit bloßem Auge ist die rötliche Farbe des Mars zu erkennen. Grund dafür ist der rötliche Staub und Sand, der den Boden bedeckt.

Im Teleskop sieht man hellere und dunkle Strukturen und weiße Polkappen. Da sich dieses Muster im Lauf der Zeit ändert, konnte man schon bald daraus schließen, dass es auf dem Mars, wie auf der Erde, Jahreszeiten gibt. Dies ist die Folge der geneigten Marsachse, die fast genauso schief steht wie die der Erde. Im Rhythmus dieser Jahreszeiten verändern die Polkappen ihre Größe, sodass schon früh die Vermutung aufkam, dass sie aus Eis bestehen.

Wenn auch Tageslänge, Neigung der Polachse und die wechselnden Jahreszeiten an die Erde erinnern, so gibt es doch entscheidende Unterschiede:

  • Mars ist kleiner als die Erde: Sein Durchmesser ist nur halb so groß wie der der Erde.
  • Mars ist viel leichter als die Erde: Die Masse der Erde ist zehn Mal größer als die des Mars!
  • Mars hat kein globales Magnetfeld.

Die beiden letzten Eigenschaften haben viel mit der spannendsten Frage in der Marsforschung zu tun: Gibt (oder gab) es Leben auf dem Mars?
Ein so leichter Planet wie der Mars kann auf die Dauer keine nennenswerte Atmosphäre halten, und ein Planet ohne Magnetfeld kann keinen schützenden Strahlungsgürtel haben, der die energiereiche Teilchenstrahlung ablenkt. Leben hat (oder hatte) es auf jeden Fall schwerer als auf der Erde. Aber ist (oder war) es unmöglich? - Wir werden sehen ...

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