Urlaub ist etwas Grausames. Dabei meine ich keineswegs die Tatsache, dass man sich erholen kann, dass man am letzten Urlaubstag meint, Dauerurlaub könne auch reizen. Nein, ich meine: die im Urlaub gesammelten Erkenntnisse, insbesondere diejenigen über Ernährung.
Wer jetzt meint, es ginge um Fitness- oder Gourmet-Urlaub, der irrt. Es geht mehr um die ... "normalen" Dinge im Urlaub:
Vor wenigen Jahren haben wir auf dem Markt in Volterra einer alten Bäuerin Feigen abgekauft. Ja, es war mehr Mitleid, die Feigen sahen nahezu unappetitlich aus. Aber dennoch. Und wir haben sie erst zögerlich, aber dann doch gekostet - eine Geschmacksexplosion!
Vorletztes Jahr haben wir Grapefruits direkt vom Baum, in Portugal, gegessen. Die Kinder mochten diese hartschaligen Früchte bis dato als deutlich zu bitter (und im übrigen sauer) keineswegs. Aber diese Früchte ... unglaublich und mit nichts zu vergleichen, was man, auch im gehobenen, Einzelhandel in Mitteleuropa bekommt.
Ich könnte so fortfahren: Aprikosen in der Ukraine, Wassermelone oder Pfirscih in Griechenland, Ananas auf den Azoren ... gegen all das ist das wohlfeile Angebot in Deutschlands Feinkost- (und anderen) Läden Pappendeckel mit fraglichen Aromen.
Aber es geht doch auch "andersrum": Erdbeeren und Tomaten aus Deutschland sind unschlagbar; Trauben aus Baden, Pfirsiche aus der Pfalz aromatisch und einmalig.
Statt dessen - und dies eben wird nach dem Urlaub deutlich: in deutschen Geschäften gibt es Waren, die aussehen wie Pfirsiche, Melonen, Tomaten - aber, das bleibt wohl das Geheimnis der Händler oder Produzenten: um was in aller Welt handelt es sich dabei wirklich?
Und die Erkenntnis, besser nichts zu kaufen, was nicht in der Nähe angebaut wird und reif geerntet wird und gleich auf den Tisch kommt, diese Erkenntnis muss man scheinbar jedes Jahr aufs Neue machen. Ich freue mich auf den nächsten Urlaub!

Bild: Foto: Sciencia58, CC0, via Wikimedia Commons
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