Entstehung: 9. März 1785 in Wien
Uraufführung: 10. März 1785 in einem Wiener Akademiekonzert Mozarts
Sätze: I. Allegro II. Andante III. Allegro vivace assai
Besetzung: Klavier solo und Orchester
(Querflöte, 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Streicher)
Spieldauer: ca. 28 Minuten
Was hat Mozart bewogen, das C-Dur-Klavierkonzert KV 467 zu schreiben?
Das C-Dur-Konzert ist eines von insgesamt 21Solo-Konzerten für das im ausgehenden 18. Jahrhundert zunehmend attraktive Tasteninstrument. Mozart beherrschte es seit frühen Kindheitstagen meisterhaft und konnte im „Dialog“ mit dem Orchester seine gegenüber den barocken Concerti neuartige Klangwelt besonders wirkungsvoll in Szene setzen. Das galt besonders für die Zeit um das Entstehungsjahr 1785, als Mozart die Wiener häufig mit eigenen Konzertveranstaltungen begeisterte. Das C-Dur-Konzert konzipierte Mozart demonstrativ als lichtes Pendant zum dramatischen d-Moll-Konzert KV 466.
Warum ist das C-Dur-Klavierkonzert KV 467 ein kompositorisches Meisterwerk?
Im äußerlich sonnigen C-Dur-Gewand klassischer Formschönheit und Ausgewogenheit stecken Überraschungen und Finessen, die die Aufmerksamkeit des Hörers fesseln. Beispielsweise reagiert das durchweg anspruchsvoll virtuos geforderte Solo-Klavier entgegen der Konvention zunächst gar nicht auf die „majestätische“ Thematik, die das Orchester zuvor aufgebaut hat. Parallel zu solcher stets opernnaher Vielgestaltigkeit stellt Mozart aber unterschwellig motivische Verbindungen zwischen den Sätzen her und erreicht damit eine bemerkenswerte Geschlossenheit des Ganzen. Kein Wunder also, dass ein Ludwig van Beethoven das Werk so sehr geschätzt hat, dass er eigens Kadenzen für den Solisten schrieb, die Mozart bei der Uraufführung selbstverständlich improvisiert und deshalb nicht notiert hatte.
Was macht den besonderen Reiz des C-Dur-Klavierkonzertes KV 467 aus?
Exemplarisch lässt sich anhand des C-Dur-Konzertes erfahren, was der Komponist Feruccio Busoni einmal bewundernd so umschrieben hat: Mozarts Musik klinge „jung wie ein Jüngling und weise wie ein Greis“. In festlich strahlendem C-Dur kommt der Kopfsatz daher, jubilierend sprudelt das Finale. Dazwischen leistet sich Mozart aber einen traumhaften Moment nachdenklichen Innehaltens: Die Andante-„Romance“, der langsame Mittelsatz, greift in seiner sehnsüchtigen Sanglichkeit prophetisch auf frühromantische Arien-Modelle voraus. Aus dem samtweich gedämpften Pulsieren der Mittelstimmen löst sich die berühmte, weit gespannte Melodie, die jedem Hörer unvergesslich sein wird.
Welche Rolle spielt das C-Dur-Klavierkonzert KV 467 im Musikleben und für welchen Typ Hörer ist es besonders geeignet?
Das C-Dur-Konzert gehört zu den am meisten im Konzertsaal gespielten und am häufigsten auf Tonträgern aufgenommenen Werken der Wiener Klassik. Besondere Popularität erreichte sein langsamer Mittelsatz: Sein bezaubernd ruhevoller Charakter führte zu erstaunlichen „Sondereinsätzen“: in Restaurants, bei Psychologen, in Kreißsälen und sogar zur Steigerung der Milchproduktion in Kuhställen. Unabhängig davon begegnet einem aber allemal ein Werk, das Einsteiger leicht zu Mozart-Fans machen kann, gleichzeitig aber Kenner ein Leben lang begeistert.
Der CD-Tipp von wissen.de
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierkonzerte Nr. 20 d-moll KV 466; Nr. 21 C-dur KV 467; Nr. 25 C-dur KV 503 & Nr. 27 B-dur KV 595
Friedrich Gulda, Klavier; Wiener Philharmoniker, Claudio Abbado
Deutsche Grammophon / Universal 2 CD 00289 4530792 3



