“The games must go on”
Die Spiele der XX. Olympiade in München sollten als "heitere Spiele" in Erinnerung bleiben. Doch ein Terroranschlag palästinensischer Freischärler auf die israelische Mannschaft im olympischen Dorf beendete diesen Traum. Elf israelische Sportler, fünf Terroristen und ein Polizist kamen bei der Geiselnahme und dem anschließenden Befreiungsversuch ums Leben. Obwohl zahlreiche Sportler und Funktionäre für einen Abbruch der Spiele plädierten, entschied sich das IOC - auch auf Wunsch des Staates Israel und der israelischen Mannschaft, die sich nicht erpressen lassen wollten - für eine Fortsetzung: "The games must go on", forderte Avery Brundage. Der IOC-Präsident, der nach den Spielen aus Altersgründen von dem Iren Michael Morris Lord Killanin abgelöst wurde, wollte den friedlichen Geist der olympischen Idee nicht durch "eine Handvoll von Terroristen" zerstören lassen. Trotz seines Appells reisten einige Sportler ab, weil sie sich nicht mehr sicher fühlten. Einen Tag nach der Trauerfeier wurden die Wettkämpfe im Zeichen der auf halbmast wehenden Olympiafahne fortgesetzt, alle Rahmenveranstaltungen jedoch abgesagt. Nach einer Boykottdrohung von 27 afrikanischen Staaten hatte das IOC Rhodesien - wie zuvor bereits Südafrika - wegen seiner Rassenpolitik von der Teilnahme ausgeschlossen.
Superstar Mark Spitz
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Olympische Premiere unter den insgesamt 195 Wettbewerben in München feierte Hallenhandball. Judo war nach seiner Premiere 1964 von nun an ständig im Programm, Bogenschießen kehrte nach 1900 bis 1908 wieder zurück. Die DDR-Mannschaft behauptete sich hinter der UdSSR (48 Goldmedaillen) und den USA (33) mit 20 Siegen als dritte führende Sportnation und konnte diese Stellung in den folgenden Jahren noch ausbauen. Die Bundesrepublik kam mit 40 Medaillen (13 Gold-, elf Silber- und 16 Bronzemedaillen) auf Platz vier.
Unter sportlichen Aspekten standen die Spiele im Zeichen des US-Schwimmers Mark Spitz: Vier Goldmedaillen in Weltrekordzeiten über 100m und 200m Freistil, 100m und 200m Schmetterling sowie dreimal Staffelgold über 4x100m Freistil, 4x200m Freistil und 4x100m Lagen machten Spitz zum erfolgreichsten Schwimmer aller Zeiten. Weiblicher Star der Schwimmwettbewerbe war die Australierin Shane Gould, die dreimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze holte. Zum Publikumsliebling avancierte die sowjetische Turnerin Olga Korbut: Der "blonde Spatz von Minsk", wie die nur 1,54 m große und 39 kg schwere Athletin genannt wurde, begeisterte die Zuschauer mit ihren Erfolgen am Boden und Schwebebalken sowie ihrem zweiten Platz am Stufenbarren. Mit der Mannschaft holte sie Gold im Mehrkampf.



