Muttertag - Geschichte, Bräuche und Geschenke
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Muttertag - Geschichte, Bräuche und Geschenke

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Jeden zweiten Sonntag im Mai wird in Deutschland sowie in vielen anderen Ländern auf der Welt der Muttertag gefeiert. Entgegen des allgemeinen Glaubens, handelt es sich bei diesem Feiertag nicht um eine Erfindung der Blumen- und Pralinenindustrie. Dennoch kommt ihnen mit Blick auf die Geschichte des Muttertages eine wichtige Rolle zu. Zwar wurde der Brauch schlussendlich in den USA eingeführt, doch die Vorboten dieses Feiertages gab es schon 250 Jahre vor Christus. Damals waren es griechische und römische Göttinnen, für die Feste abgehalten wurden, die mit dem heutigen Muttertag vergleichbar sind.

Der Muttertag im alten Griechenland

Zu dieser Zeit wurde im alten Griechenland die Mutter des Gottes Zeus, Rhea, gefeiert. Auch als Frühlingsfest bekannt, ging es um die Dankbarkeit für das Leben auf der Erde und es wurden Opfergaben als Geschenke dargebracht. Mit dem Zerfall des Griechischen Reiches jedoch, ging auch der Brauch um das Fest der Göttin Rhea verloren.

Der „Mothering Day“ im alten England

Viele Jahre später, im 13. Jahrhundert, führte Heinrich III. in England den sogenannten „Mothering Day“ laut dieses Beitrags ein. Der Zweck des Festes lag im Gedenken der Christen an die „Mutter Kirche“. An diesem Tag kam die Familie zusammen, um gemeinsam in die Kirche zu gehen. Dennoch begannen hier die Kinder auch ihrer leiblichen Mutter Geschenke zu machen.

Napoleon und der Muttertag

Auch in Frankreich gab es zu Zeiten Napoleons das Anstreben eines speziellen Tages nur für die Mütter. Der Herrscher wollte zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen offiziellen Muttertag einführen. Nach seinem Sturz im Jahr 1815 allerdings wurde dieses Vorhaben nie umgesetzt.

Der Muttertag von heute kommt aus den USA

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, setzten sich schließlich Frauenrechtlerinnen in den USA für einen Muttertag ein. Julia Ward Howe, eine bekannte Vertreterin der Frauenrechtsbewegung, forderte erstmals explizit einen den Müttern gewidmeten Tag in den Vereinigten Staaten. Ziel war es, die Mütter für Ihre Mühen zu ehren und an den Kampf für Gleichberechtigung und Freiheit zu erinnern. Ihr Wunsch blieb unerfüllt, bis sich einige Jahre später Anna Jarvis dieser Bitte anschloss. Sie gilt bis heute als Begründerin des Muttertages. Die US-amerikanische Frauenrechtlerin widmete Ihrer toten Mutter einen Feiertag, an welchem sie die Kirche mit 500 weißen Nelken schmückte, wie auch die Kölnische Rundschau berichtet. Im Jahr 1914 wurde der zweite Sonntag im Mai schließlich zum offiziellen Feiertag in den USA erklärt. Anna Jarvis hingegen war verärgert über die Kommerzialisierung des Muttertages, bei der ihrer Meinung nach die eigentliche Botschaft verloren ging, und wollte später den Muttertag wieder verbieten lassen.

Die internationale Verbreitung des Muttertages

Nachdem die USA den Muttertag als nationalen Feiertag eingeführt hatte, zogen auch zahlreiche andere Länder nach. England lies den „Mothering Day“ wieder aufleben, im Jahr 1917 folgte die Schweiz, dann Norwegen und Schweden, und im Jahr 1922 kam der Brauch schließlich in Deutschland an. Gefördert wurde diese rasend schnelle Internationalisierung vor allem durch die Blumen- und Pralinenindustrie und schnell wurde der Feiertag zu einem Fest der Geschenke. Auch in Deutschland wurde der Muttertag durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber ins Leben gerufen.

Der Muttertag im Dritten Reich

Bis heute bringen viele Deutsche den Muttertag mit der Zeit der Nazis in Verbindung. Dies liegt daran, dass im Dritten Reich Mütter mit dem sogenannten Mutterkreuz ausgezeichnet wurden, die viele Kinder zur Welt gebracht hatten und sich ganz der Familie widmeten. Dies entsprach dem nationalen Idealbild einer Frau und daher diente der Muttertag als Propaganda. Ab dem Jahr 1933 war der Muttertag in den „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ umbenannt worden, welcher nach dem Ende des Krieges abgeschafft wurde.

Nachkriegszeit und heute

Doch zu jener Zeit befanden sich zahlreiche Besatzer aus Amerika in Deutschland und brachten daher den Feiertag zurück nach Mitteleuropa. Hieraus hat sich der Muttertag mit seinen Bräuchen und Traditionen stets weiterentwickelt und ist zu dem Feiertag geworden, den wir heute kennen. Er wird in mittlerweile mehr als 50 Ländern gefeiert, jedoch teils zu unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Bräuchen. Einige Beispiele gibt es auf mamiweb.de nachzulesen. In Griechenland beispielsweise schmücken die Kinder das gesamte Haus mit Blumen. In Afrika finden mehrtägige Feste zu Beginn der Regenzeit statt. Der Blumenhändler Fleurop beschreibt hier weitere Bräuche zum Muttertag weltweit.

Ablauf und Bräuche in Deutschland

In Deutschland wird der Muttertag, wie auch in den USA, an jedem zweiten Sonntag im Mai gefeiert. Traditioneller Weise bereiten sich Kindergarten- und Schulkinder schon einige Wochen zuvor auf diesen Tag vor. Die Betreuer und Lehrer basteln mit Ihnen Karten oder Pappherzen, die diese dann ihren Müttern schenken. Etwas ältere Kinder, wie auch Erwachsene oder der Ehemann, schenken ihrer Mutter bzw. Ehefrau zu diesem Tag klassischerweise Blumen. Zudem wird häufig von den Kindern das Frühstück bereitet und die Mutter erhält weitere kleine Geschenke, wie

  • Pralinen und Schokolade,
  • Gedichte oder selbstgebastelte Karten,
  • Gutscheine, häufig in Form von Leistungen.

Diese Leistungen sind zum Beispiel, dass die Kinder einmal das Kochen, das Putzen, das Bügeln oder sonstige Hausarbeit übernehmen und die Mutter sich ausruhen kann. Mit steigendem Alter der Kinder, werden in der Regel auch die Geschenke größer und teurer. In den USA werden pro Person rund 140 Euro zum Muttertag ausgegeben.

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