Eine Grundidee von Weihnachten ist es, anderen etwas Gutes zu tun. Deswegen suchen wir wochenlang nach tollen Geschenken für unsere Liebsten und kaufen lieber zu viel als zu wenig. Doch was auf den ersten Blick schön anmutet und den Empfänger freut, ist meist wenig nachhaltig. Durch die Masse von Geschenken wird unsere Umwelt schon während der Produktion belastet, Mitarbeiter werden zum Teil ausgebeutet und sinnvoll sind die Geschenke ebenfalls selten, weil sie oft gar nicht gebraucht werden. Wie wäre es daher, wenn wir Familie und Freunde mal mit nachhaltigen Geschenken überraschen? Möglichkeiten gibt es viele.
Bessere Qualität und längere Haltbarkeit
Statt in Masse könnten wir beispielsweise in Qualität investieren. Wenn wir bei Kinderspielzeug eher darauf achten, dass die Produkte lange halten und belastbar sind, haben auch Kinder und Eltern etwas davon. Das Siegel "spiel gut" zeichnet beispielsweise Produkte aus, die umweltverträglich sind, bei denen die Lebensdauer auch dem Spielzweck entspricht und die die Kreativität der Kinder fördern.
Viele Spielzeuge und Textilien enthalten außerdem Umweltgifte, mit denen wir uns selbst und die Natur unnötig belasten. Materialien, Farben, Lacke oder Kleber sollten deswegen möglichst schadstofffrei sein. Bei Plastikspielzeug lohnt es sich daher auf die Hinweise "phthalatfrei" oder "PVC-frei" zu achten und beim Einkauf der eigenen Nase trauen: Spielzeug und Textilien, die unangenehm riechen, sollten im Regal bleiben.
Alternative Naturprodukte
Eine gute Alternative ist meistens Spielzeug oder Kleidung aus Naturmaterialien - allerdings gibt es auch hier ein paar Dinge zu beachten. Bei Holzspielzeug ist es beispielsweise ein Pluspunkt für die Umwelt, wenn das Material aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Das erkennt man am FSC- oder am PEFC-Siegel.
Bei Kleidung tut es der Umwelt zudem gut, wenn wir Produkte aus Bio-Rohstoffen verschenken. Denn der Chemieeinsatz auf Baumwollfeldern ist etwa achtmal so hoch wie jener beim Anbau von Nahrungsmitteln. Bio-Baumwolle wird hingegen ohne Einsatz von Dünger und Pestiziden angebaut. Man erkennt sie an dem blauen Siegel "NATURTEXTIL IVN zertifiziert BEST" und dem GOTS-Siegel. Beide garantieren auch eine sozial verträgliche Herstellung.
Faire Produktion unterstützen
Wer möchte schon gern sein Weihnachtsglück mit Fron und Leid von Kindern erkaufen? Leider aber passiert dies leichter als wir glauben möchten. Denn der überwiegende Teil des in Deutschland verkauften Spielzeugs wird in Entwicklungs- und Schwellenländern produziert – und dies teilweise auch mit Kinderarbeit. Es geht aber auch anders: Viele verantwortungsvolle Hersteller achten neben den Umweltbedingungen auch auf faire Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern und vermeiden Kinderarbeit.
Bei der Suche nach sozial verträglich hergestelltem Spielzeug hilft die Kampagne "fair spielt". Sie gibt eine Liste von Spielzeugherstellern heraus, die sich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen. Fair hergestellte Bälle und Textilien erkennen Verbraucher auch am Fairtrade-Siegel. Durch den Kauf solchen Spielzeugs verbessern wir die ökologische und soziale Bilanz seines Geschenks – und sorgen gleichzeitig dafür, dass unsere Nachfrage die positiven Bemühungen zur Verbesserung der Situation belohnt.
Weniger Elektroschrott
Beliebte Geschenke sind auch Smartphones, Notebooks und Unterhaltungselektronik. Doch viele dieser Geräte enden früher oder später als Schrott, weil sie entweder gar nicht gebraucht wurden oder nach kurzer Zeit kaputt gehen. Das ist nicht nur ärgerlich für uns, sondern es unterstützt auch eine Reihe von Problemen entlang der Produktionskette. Das geht vom Rohstoffabbau in Konfliktregionen, über die unzumutbaren Arbeitsbedingungen, bis zum hochgiftigen Müll, der am Ende Mensch und Umwelt schadet.
Daher gilt es vorab zu überlegen, ob das neue Notebook tatsächlich notwendig ist. Falls ja, sollten wir auch hier auf Langlebigkeit und Energieeffizienz achten. Und vielleicht tut es ja auch mal ein gebrauchtes Produkt, statt des neuesten Laptops. Denn das schont Ressourcen und unser Portemonnaie.
Mehr Zeit weniger Zeug
Viele Spielzeuge und Unterhaltungselektronik liegen nach kurzer Zeit ungenutzt zu Hause rum - und selbst ein Drittel unserer Kleidung bleibt ungetragen im Schrank. Eine Alternative zu Konsumstress und Verlegenheitsgeschenken ist es, einfach Zeit statt Zeug zu schenken. Ein Besuch im Puppentheater statt Puppen, Ausflüge statt Blue-Rays – wer gemeinsame Zeit verschenkt, spart Ressourcen und gewinnt kostbare Erlebnisse.
Wer kurzfristig noch eine sinnvolle Geschenkidee sucht, kann statt eines Verlegenheitsgeschenks allerdings auch eine Geschenkspende in Betracht ziehen. So kann man den Liebsten zeigen, dass man an sie denkt, und gleichzeitig Menschen in Not helfen. Viele Organisationen weltweit, aber auch lokal aktive Hilfsorganisationen bieten solche Geschenkspenden an. Und wahrscheinlich erfreut sich unsere Mutter sogar länger an einer Patenschaft für ein benachteiligtes Kind, als am neuesten Smartphone.



