Nikolaus-Rute
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Nikolaus-Rute

Bild: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

"Von drauß vom Walde komm ich her" erzählt der düstere Gehilfe des Nikolaus, Knecht Ruprecht, in Theodor Storms gleichnamigem Gedicht. Bereitwillig antwortet er auf die Frage nach seinem Reisegepäck: "Die Rute, die ist hier."Während die braven Kinder auf ein leckeres Säcklein mit "Äpfeln, Nuss und Mandelkern" hoffen dürfen, erwartet die unartigen Kleinen ein Hieb auf "den Teil, den rechten."

Aber woher kommt es eigentlich, das gefürchtete Reisigbündel?
Soviel steht fest: Nicht immer war die Rute das schreckliche Objekt, als das wir sie heute kennen. Früher schenkte der Streich mit der Lebensrute Glück und Kraft. Zweige sind seit Urzeiten ein Sinnbild des Lebens. Deshalb schmücken wir den Weihnachtsbaum als grünen Hoffnungsträger. Und deshalb pflücken wir am 4. Dezember Barbarazweige von Obstbäumen und stellen sie in lauwarmes Wasser. Zu Weihnachten steht das scheinbar trockene Holz dann in voller Blüte - schöner lässt sich der Kreislauf des Jahres nicht symbolisieren.

Dieser vollendet sich gerade um die Weihnachtszeit: Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende, der kürzeste Tag des Jahres. Danach steht die Sonne mit täglich wachsender Kraft am Himmel. Angeblich waren die Kinder zu dieser Zeit von jeher besonders unruhig. Heute schieben wir solches Verhalten auf die Überfülle an Geschenken. Früher aber galt die weihnachtliche Zappeligkeit als Folge der zunehmenden Sonnenstrahlung. Zur Beruhigung - nicht als Strafe - wurden die Körper der Kinder mit Reisigbesen ausgestrichen. Ähnlich wie sich die Finnen in der Sauna mit Birkenruten peitschen, um die Durchblutung anzuregen.

Noch heute wird mancherorts am 28. Dezember, dem Tag der Unschuldigen Kinder, das "Fitzeln" oder "Pfeffern" gepflegt. Groß und Klein schlägt sich scherzhaft-freundlich mit einer Rute. Dazu sagt man Sprüche wie "Frisch und gesund. Frisch und gesund. Das ganze Jahr gesund!" Vielleicht wurzelt die Nikolausrute in diesem Brauch. Mit dem Datum nimmt es der heilige Mann ja nicht so genau.
Während er bei uns am 6. Dezember die Stiefel füllt, steigt er in anderen Ländern als Weihnachtsmann erst Tage später durch den Kamin.

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