Anhänger ökologisch und nachhaltig ausgerichteter Fonds wurden in der Öffentlichkeit lange Zeit belächelt. Doch den Spöttern dürften mittlerweile die Argumente ausgegangen sein, denn viele der mehr als 50 umweltorientierten Aktienfonds können mit einer guten Wertentwicklung aufwarten. Mehr als 4 Mrd. Euro haben Anleger mittlerweile in "grüne Fonds" investiert. Damit machen diese zwar erst ein halbes Prozent des Gesamtvolumens aller Aktienfonds aus, doch gehört die Branche zu den wenigen Wachstumsmärkten - in einer Zeit, da viele konventionelle Aktienfonds mit Mittelrückflüssen zu kämpfen haben. Auch im internationalen Vergleich kann sich das Interesse deutscher Anleger an "sauberen Renditen" durchaus sehen lassen. Zwar wird besonders aus dem angelsächsischen Raum immer wieder gern kolportiert, dass dort der Anteil ökologisch ausgerichteter Investments bis zu zehn Prozent betrage. Bei genauer Betrachtung lassen sich die Zahlen jedoch nicht vergleichen. Was beispielsweise in Großbritannien oder den USA als ökologisch gilt, dürfte hier zu Lande in etlichen Fällen die Umweltbehörden auf den Plan rufen.
Unterschiedliche Strategien
Allerdings ist auch hier zu Lande Ökofonds nicht gleich Ökofonds, denn die Anlagestrategien der Manager unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander. Experten differenzieren zwischen Umwelttechnologie-, Nachhaltigkeits- (Öko- und Sozialleader) und stark ethisch orientierten Fonds. Umwelttechnologiefonds legen ihren Schwerpunkt auf neue Umwelttechniken, die dazu beitragen sollen, eine saubere und gesunde Umwelt zu schaffen oder zu bewahren. Dazu gehören Unternehmen, die auf die Erzeugung von Energie durch Windkraft, Photovoltaik oder Brennstoffzellentechnik setzen, oder Recycler, die in der Wasseraufbereitung und -versorgung tätig sind. Keine Rolle für die Entscheidung, ob ein Unternehmen ins Depot aufgenommen wird oder nicht, spielt die Frage, inwieweit der Produktionsablauf selbst umweltfreundlich ist. Dem entsprechend häufig finden sich auch Technologieführer aus nichtökologischen Sparten in den Portfolios. Zu dieser Kategorie zählt der Activest EcoTech, der umweltorientierte Aktienfonds mit der besten Performance sowohl über ein als auch über drei Jahre. Fondsmanager Christian Zimmermann investiert mit einem starken Fokus auf kleinere Unternehmen und arbeitet bei der Aktienauswahl mit dem unabhängigen Analysehaus Oekom Research zusammen. "Die Gesellschaft screent alle in Frage kommenden Unternehmen nach unseren Ausschlusskriterien", sagt Zimmermann. "Aus dieser Vorauswahl ziehen wir dann die unserer Meinung nach aussichtsreichsten Gesellschaften heraus. Dabei bedienen wir uns verschiedenster Kriterien wie Momentum, relative Stärke sowie diverser Unternehmenskennzahlen." Wichtig ist Zimmermann eine Diversifikation nach Branchen und Ländern, eine ausschließliche Konzentration auf Umwelttechnologie lehnt er ab. Anleger mit strengeren Maßstäben sind mit einem grün-ethischen Fonds gut bedient. Hier arbeiten die Fondsmanager mit Negativlisten, anhand derer Firmen, die mit Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Pornografie, Militär-, Gen- und Nukleartechnik zu tun haben, aussortiert werden. Auch Kinderarbeit oder Tierversuche sind tabu.
Strenge Anlagepolitik
Die strengste Anlagepolitik aller in Deutschland zugelassenen Fonds verfolgt der Ökovision. Research und Management kommen seit Juli von Fortis Investments, nachdem die Gesellschaft eine 25-prozentige Beteiligung an Versiko, der Muttergesellschaft des Ökovision, erworben hat. "Da sich die Anlagestrategie des Fonds über einen langen Zeitraum bewährt hat, werden wir daran nichts ändern", sagt Josef Pfannenstill, Chef von Fortis Investments in Deutschland. "Über die Aufnahme von Unternehmen in das Anlageuniversum des Fonds wird auch weiterhin ein unabhängiger Anlageausschuss, dem elf Experten angehören, entscheiden." Auf Grund der strengen Anlagekriterien findet sich überhaupt keine Firma im Portfolio, die in irgendeiner Weise in Verdacht stehen könnte, mit ihren Produkten die Umwelt zu belasten. Auch Kapitalverflechtungen mit solchen Gesellschaften werden von den Juroren als Ausschlusskriterium gewertet. Die Wertentwicklung des Ökovision-Fonds beweist, dass eine solche rigorose Titelauswahl nicht zwangsläufig zu Performanceeinbußen führen muss. So rangiert der Ökovision fast schon traditionell in der Spitzengruppe der ökologisch orientierten Fonds. Ob das neue Managementteam an die guten Leistungen anknüpfen kann, wird sich zeigen müssen.



