In der Antike galt das griechische Olympia als Hauptaustragungsort der Olympischen Spiele. Heute finden die Spiele an wechselnden Austragungsorten statt, vergeben werden sie über ein Bewerbungsverfahren beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). In diesem Verfahren konnte sich Rio im Jahr 2009 gegen einige starke Konkurrenten durchsetzen, darunter Chicago, Madrid und Tokio.
Olympisches Feuer über Rio
Die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele findet am 5. August 2016 im Maracanã-Stadion in Rio den Janeiro statt. Wie bei dieser Zeremonie üblich, ziehen dabei die teilnehmenden Athleten in alphabetischer Reihenfolge der Länder ein - zu Ehren des antiken Olympia läuft dabei allerdings immer Griechenland an der Spitze. Nach der Ansprache des IOC-Präsidenten wird das Staatsoberhaupt die offiziellen Eröffnungsworte sprechen, in diesem Falle Michel Temer, der brasilianische Interimspräsident.
Feierlicher Höhepunkt der Eröffnungsfeier ist das Entzünden der olympischen Flamme. In diesem Jahr wird das Feuer allerdings nicht über einer zentralen Wettkampfstätte brennen, wie sonst üblich. Stattdessen soll die olympische Flamme diesmal im Stadtzentrum von Rio stehen. Ähnlich handhabte es auch schon Russland bei den olympischen Winterspielen in Sotchi.
Die olympischen Wettbewerbe finden alle in Rio de Janeiro statt. Neben dem Maracanã-Stadion liegen weitere Spielstätten in den Stadtbezirken Barra, Deodoro und Copacabana. Am 21. August enden die Spiele mit einer großen Schlussfeier im Maracanã-Stadion. 2012 feierte Großbritannien mit einem Großaufgebot an Prominenten aus den Bereichen Mode, Theater und Musik, darunter auch die Spice-Girls. Was wir dieses Jahr erwarten können, bleibt vorerst ein Geheimnis.
Welche Wettbewerbe gibt es?
Bis zum 21. August wird es während der olympischen Sommerspiele mehr als 300 Wettbewerbe in 28 Sportarten geben. Viele Disziplinen der Antike sind auch heute noch Teil der Spiele, darunter die Leichtathletik, oder auch das klassische Boxen. Andere Sportarten wie Schwimmen, Radrennen, Fechten oder die Gymnastik gab es in der Antike zwar noch nicht, sie gehören aber seit den ersten Spielen der Neuzeit im Jahr 1896 zum Programm der olympischen Sommerspiele.
Nach einer sehr langen Pause kommen in diesem Jahr wieder die Sportarten Golf und Rugby hinzu. Diese waren das letzte Mal im 19. Jahrhundert Bestandteil der Wettkämpfe. Ganz neu sind hingegen die Radsportarten mit dem BMX und dem Mountainbike, welche erst im 20. Jahrhundert dazukamen. Auch Badminton ist mit seiner Einführung im Jahr 1992 ein noch relativ junger Olympia-Sport.
Zwei "Veteranen"
Mit besonderer Spannung erwartet werden die Sprint-Wettbewerbe und das Schwimmen. Denn in beiden Disziplinen nehmen zwei extrem erfolgreiche "Veteranen" teil: der jamaikanische Sprinter Usain Bolt und der US-amerikanische Schwimmer Michael Phelps.
Bolt holte bei der vergangenen Olympiade in London Gold in den Kategorien 100 Meter, 200 Meter und in der viermal 100-Meter-Staffel. Wegen einer Oberschenkelzerrung musste der Sprinter Anfang Juli 2016 die jamaikanische Olympia-Ausscheidung abbrechen. Doch bereits drei Wochen später konnte er beim Diamond-League-Meeting in London seine körperliche Fitness unter Beweis stellen und gehört damit nun offiziell zur jamaikanischen Aufstellung.
Der mehrfache Goldmedaillengewinner Michael Phelps hatte eigentlich seine Karriere 2012 beendet - unter anderem wegen Motivations- und Alkoholproblemen. Zwei Jahre später jedoch hatte er sich wieder gefangen und löste bei der US-Qualifikation sein Olympia-Ticket. Ob er an seine alten Erfolge anknüpfen kann, muss sich nun zeigen. Er könnte aber für seine Konkurrenten zu einem ernstzunehmenden Gegner werden.
Wie viele machen mit?
An der diesjährigen Olympiade nehmen 166 Länder teil. Die meisten Teilnehmer stellen die USA mit 555 Sportlern und Sportlerinnen, danach kommt Brasilien mit 465 Athleten und Deutschland liegt mit 425 Sportlern auf Platz drei in puncto Athletenzahl. Die deutschen Teilnehmer wollen die Medaillenausbeute der vergangenen Spiele von 2012 in London zumindest wiederholen. Bei 44 damals gewonnenen Medaillen wird allerdings das kein leichtes Unterfangen.
Russland ist nicht dabei?
Aufgrund einer Doping-Affäre, die sich bis hoch in die Regierung zog, hat der IOC Russland teilweise von den olympischen Spielen ausgeschlossen. Nur russische Sportler, die nachweisen können, dass sie nicht am Staatsdoping beteiligt waren, dürfen an den Spielen teilnehmen. Lediglich die Leichtathleten sind vollständig ausgeschlossen.
Der IOC Präsident Thomas Bach hatte sich gegen einen Generalausschluss aller russischen Sportler entschieden, weil er Unschuldigen nicht die Möglichkeit nehmen wollte, an den olympischen Spielen teilzunehmen. Diese Entscheidung wurde von einige Medien kritisiert, weil es laut ihrer Seite auch die Glaubwürdigkeit des Sports in Frage stellen würde.
Herausgekommen ist die Affäre um die russischen Sportler, weil die russische Sportlerin Julia Stepanowa 2015 in einer ZDF-Dokumentation darüber berichtete, dass sie selbst und andere russische Sportler systematisch gedopt hatten. Daraufhin wurde Richard McLaren von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) aktiv. Er und sein Team stellten bei nachträglichen Überprüfungen fest, dass viele der Urin-Proben für die Winterspiele in Sotschi manipuliert wurden. Funktionäre sollen dabei Proben unter anderem durch Löcher in den Wänden der Toiletten ausgetauscht haben. Weitere Ermittlungen ergaben, dass nicht nur einzelne Trainer und Athleten betrogen haben, sondern dass die gesamte Aktion vom russischen Geheimdienst FSB und dem Sportministerium geplant und durchgeführt wurde.



