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Organspende - das Geschenk des Lebens
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Leben & Lifestyle

Organspende - das Geschenk des Lebens

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Zwar sind technische Kunstherzen bereits im Einsatz, stellen aber in der Regel nur eine Übergangslösung dar, um die Wartezeit auf ein menschliches Spenderherz zu überbrücken. Denn dieses ist durch sein künstliches Imitat nicht langfristig zu ersetzen. Durch die Einwilligung zu einer Organentnahme nach dem eigenen Tod kann man daher einem oder sogar mehreren anderen Menschen zum Überleben verhelfen.

Nur jeder Hunderttausendste spendet

Das große Problem: In Deutschland ist die Bereitschaft zu einer Organspende nach wie vor extrem gering. Bundesweit kommen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation auf eine Millionen Einwohner nur 10,4 Organspender. Dem gegenüber stehen tausende Patienten auf der Warteliste von Eurotransplant. Die wenigen Spender können den großen Bedarf an Organen daher bei Weitem nicht decken.

Doch die Vorbehalte und Ängste bei potenziellen Organspendern sind groß. Manche Menschen haben Angst, dass Organspender womöglich entweder schon vor dem Tod nicht richtig behandelt werden oder der Tod nicht korrekt festgestellt wird. Andere haben generell kein gutes Gefühl, sich schon in jungen Jahren mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen. Und bei vielen ist das Vertrauen in die Mediziner und die Mechanismen der Organvergabe nachhaltig erschüttert.

Skandal mit Folgen

Einer der Gründe dafür ist Transplantationsskandal aus dem Jahr 2012. Vor fünf Jahren hatte die Uniklinik in Göttingen für Aufsehen gesorgt, weil ein behandelnder Arzt dort unter anderem Krankenakten gefälscht haben soll, um seinen Patienten eine schnellere Organspende zu ermöglichen - auf Kosten anderer Patienten auf der Warteliste.

Weitere Berichte über fragwürdige Praktiken bei der Organtransplantation folgten in anderen Kliniken. Die ohnehin verbreitete Skepsis in der Bevölkerung wurde so weiter bestärkt: Waren es 2011 noch 1200 Spender deutschlandweit, ging diese Zahl im Jahr 2013 auf 876 Spender zurück, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation berichtet.

Seitdem bleibt die Spendebereitschaft weitgehend in diesem Tief: Auch 2016 haben nur 857 Menschen in Deutschland ihre Organe gespendet. Den knapp 2.900 so gespendeten Organen stehen rund 10.000 Patienten auf Wartelisten gegenüber. Und selbst wenn die alten Höchstwerte von 1.200 bis 1.300 Spendern aus den Jahren vor dem Skandal wieder erreicht würden, bliebe dieses extreme Missverhältnis weiter bestehen, weil es viel zu wenig Spender sind.

Wenn ein Spender stirbt: Strenge Kriterien

Eine Organspende ist in Deutschland an zwei wesentliche Voraussetzungen geknüpft. Die erste ist die Feststellung des Hirntods, der von zwei Ärzten unabhängig voneinander diagnostiziert werden muss. Wenn der Tod des Patienten zweifelsfrei feststeht, wird die Organspende-Bereitschaft überprüft. Dazu versuchen die Ärzte zusammen mit den Angehörigen den Willen des Verstorbenen bezüglich einer Organspende zu ermitteln.

Hierbei hilft es natürlich ungemein, wenn sich der Verstorbene bereits zu Lebzeiten mit dem Thema auseinandergesetzt hat und im Idealfall einen Organspendeausweis besitzt. Dann können die Hinterbliebenen gemeinsam mit dem Arzt schnell herausfinden, ob eine Organentnahme in Frage kommt oder nicht.

Diese Prozedur stellt alle Beteiligten auf eine harte Probe, auch die begleitenden Ärzte: Diese müssen in dem Moment der größten Trauer möglichst rasch die Spendebereitschaft des Verstorbenen ermitteln, damit die Organe nicht durch den natürlichen Zerfall Schaden nehmen. Eine Gratwanderung zwischen verständnisvoller Sorge für die Hinterbliebenen und einem streng geregelten Wettlauf gegen die Zeit für die potenziellen Empfänger der Organe beginnt.

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