Ortsnamen: Wappenkunde
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Ortsnamen: Wappenkunde

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Stadt Schweinfurt führt ein Schwein im Wappen. Deshalb, so die landläufige Meinung, bedeutet Schweinfurt soviel wie “Furt für Schweine“. Nach demselben Muster deutet man Ochsenfurt, das dankenswerterweise mit einem Ochsen im Wappen aufwartet, als “Furt für Ochsen“. Leider stößt diese Methode schon bei Klagenfurt an ihre Grenzen: Soll man sich darunter eine “Furt für Klagen“ vorstellen? Wohl kaum. Tatsächlich hat man es bei den genannten Erklärungen von Schweinfurt und Ochsenfurt mit klaren Fällen von Volksetymologie zu tun, mit Erklärungen also, die sprachwissenschaftlich nicht haltbar sind, weil sie sich nur auf den äußeren Anschein berufen. Und da jede Zeit ihre je eigenen Assoziationen hat, beweisen auch Wappen aus dem Mittelalter rein gar nichts. Die meisten Ortsnamen datieren aus grauer Vorzeit, waren also schon im Mittelalter unverständlich geworden.

Die Stadt Schweinfurt führt ein Schwein im Wappen. Deshalb, so die landläufige Meinung, bedeutet Schweinfurt soviel wie “Furt für Schweine“. Nach demselben Muster deutet man Ochsenfurt, das dankenswerterweise mit einem Ochsen im Wappen aufwartet, als “Furt für Ochsen“. Leider stößt diese Methode schon bei Klagenfurt an ihre Grenzen: Soll man sich darunter eine “Furt für Klagen“ vorstellen? Wohl kaum. Tatsächlich hat man es bei den genannten Erklärungen von Schweinfurt und Ochsenfurt mit klaren Fällen von Volksetymologie zu tun, mit Erklärungen also, die sprachwissenschaftlich nicht haltbar sind, weil sie sich nur auf den äußeren Anschein berufen. Und da jede Zeit ihre je eigenen Assoziationen hat, beweisen auch Wappen aus dem Mittelalter rein gar nichts. Die meisten Ortsnamen datieren aus grauer Vorzeit, waren also schon im Mittelalter unverständlich geworden.

Von Bächen und Borstentieren

Äußerst aufschlussreich ist eine Erweiterung des Blicks auf die gesamteuropäische Toponymie. In Deutschland gibt es zum Beispiel über achtzig Orte, die mit dem Wort “Eber“ beginnen. Natürlich findet sich auch so manches männliche Wildschwein im Wappen, etwa in dem von Ebersberg bei München. Auch in Frankreich stößt man auf Ortsnamen wie Ebréon, Ibarolle, Evrune, Ivry, Ivors, Averdon, Avricourt, Avrolle, Yvré und viele mehr, die sich auf dieselbe Sprachwurzel zurückführen lassen wie die deutschen Eber-Orte. Allerdings würde kein Franzose einen Städtenamen wie Ebréon mit dem männlichen Wildschwein verbinden: Auf Französisch heißt der Eber nämlich sanglier. Sehr viel hilfreicher wäre in diesem Fall der Blick auf die Umgebung: besagtes Ebersberg liegt an der Ebrach, und dieser Flussname stammt mit großer Wahrscheinlichkeit ab von ibar + ach (verwandt mit lat. >aqua = “Fluss“), also zwei unterschiedlich alten Wörtern für “Fluss“, hat also ebenfalls nichts zu tun mit dem Borstentier.

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