Nur Nebenrolle für die Spiele
Die Sportwettbewerbe im Rahmen der Weltausstellung wurden vom IOC und im Ausland als II. Olympische Spiele der Neuzeit angesehen. Sie stießen nicht immer auf großes Interesse. Im Vorfeld der Spiele war es zu Auseinandersetzungen gekommen, weil Griechenland den Anspruch erhoben hatte, ständiger Gastgeber der olympischen Wettkämpfe zu sein. Doch verhinderte dies der Krieg um Kreta, so dass es bei dem Beschluss des Olympischen Kongresses von 1894 blieb, Paris nach Athen als nächsten Austragungsort vorzusehen. Durch mangelnde Organisation und Information fand die Veranstaltung in der Öffentlichkeit kaum Beachtung. Hierzu trug auch die zeitliche Verteilung der Wettbewerbe über den gesamten Ausstellungszeitraum von mehr als fünf Monaten bei.
Kurios - und viel zu lang
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Von einem Zusammentreffen der Sportler konnte keine Rede sein, da die Leichtathleten im Juli im Bois de Bologne antraten und die Schwimmer im August ihre Strecken in einem Flussschwimmbad in der Seine zurücklegten. Erstmals nahmen Frauen an Olympischen Spielen teil und starteten in zwei für sie ausgeschriebenen Sportarten: Im Golf siegte die Amerikanerin Margaret Abbott, im Tennis (Einzel und Mixed) die Britin Charlotte Cooper. Dazu kamen Starts im Segeln und Ballonfliegen. Klagen der Sportler über den teilweise schlechten Zustand vieler Sportanlagen blieben ungehört. Auf dem Gelände am Bois de Vincennes sollen Gerüche der dortigen Landwirtschaftsausstellung die Wettbewerbe beeinträchtigt haben. Kurios für uns heute endete die Entscheidung im Weitsprung: Da damals die Resultate aus dem Vorkampf auch im Finale gewertet wurden, belegte Myer Prinstein (USA) ohne einen einzigen Sprung im Endkampf am Sonntag den zweiten Platz. Als gläubiger Methodist hatte er an diesem Tag die gebotene Sonntagsruhe einzuhalten und trat nicht zum Wettkampf an.
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Ray Ewry (USA) legte mit drei ersten Plätzen (Weit-, Hoch- und Dreisprung aus dem Stand) den Grundstein zu einer Karriere, die ihn mit zehn Goldmedaillen bis 1908 zum erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten machte. Der Sohn deutscher Auswanderer nach Amerika Alvin Kraenzlein war in der französischen Hauptstadt im 60m-Lauf, im 110 und 200m-Hürdenlauf sowie im Weitsprung (mit Anlauf) nicht zu schlagen. Die Fechtwettbewerbe standen ganz im Zeichen der Gastgeber: Sie holten fünf der sieben möglichen Titel. Lediglich der Kubaner Ramón Fonst und der Italiener Antonio Conte konnten die Vormachtstellung der Franzosen mit je einem Sieg brechen. Ihren ersten Sieg bei Olympischen Spielen feierten die Niederlande im Rudern: Das Boot "Minerva Amsterdam" entschied die Konkurrenz im Zweier mit Steuermann für sich.



