Peking 2008
Leben & Lifestyle

Peking 2008

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Peking als Austragungsort war von Beginn an umstritten. Das IOC argumentierte, es sei eine Chance für Peking - stellvertretend für China.

Gastgeberwahl als Politikum

Die Wahl Pekings als Austragungsort für die Spiele 2008 war umstritten, aber die Chinesen engagierten sich mit ganzer Kraft, um erstklassige, moderne Spiele auf die Beine zu stellen. Viele Politiker, Menschenrechtsorganisationen und Athleten waren über die Vergabe der Sommerspiele 2008 an China verärgert. Es blieb eine weit verbreitete Ansicht, dass die Volksrepublik aufgrund von Menschenrechtsverletzungen von einer Kandidatur von vornherein hätte ausgeschlossen werden sollen. Das IOC hingegen argumentierte, dass die Vergabe der Spiele an Peking ein Mittel sei, China in die Weltgemeinschaft zu integrieren, und somit die Reformen im Bereich der Menschenrechte unterstützen würde. Auch nach der Vergabe der Spiele brach die Kritik nicht ab. Der 130 Tage dauernde Fackellauf wurde von massiven Protesten gegen die Tibet-Politik Chinas und chinesische Menschenrechtsverletzungen begleitet. In Paris musste der Fackellauf aufgrund der Unruhen von der Polizei unterbrochen werden.

Ebenfalls kritisiert wurden die Maßnahmen, mit denen sich der Gastgeber auf die Spiele vorbereitete. Für den Bau der Wettkampfstätten wurden mehrere Tausend Familien zwangsumgesiedelt. Die chinesischen Behörden und Menschenrechtsorganisationen nannten hier sehr unterschiedliche Zahlen von Betroffenen. Auch die Vorbereitung einer neuen Generation chinesischer Athleten auf das Großereignis sorgte für Kritik. Sportlich begabte chinesische Schulkinder wurden rigorosen Trainingsplänen unterworfen. Die internationalen Journalisten sahen sich bei der Berichterstattung über diese Vorgänge mit Problemen konfrontiert. Sie waren in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt und hatten keinen freien Internetzugang.

Bei der Eröffnungsfeier am 8. August überzeugten die Gastgeber mit einer perfekt organisierten Inszenierung. Athleten aus 204 Nationen nahmen an den Wettkämpfen teil. Nachdem sie bei vergangenen Olympiaden gemeinsam einmarschiert waren, betraten die Mannschaften Nord- und Südkoreas das Stadion dieses Mal getrennt. China wollte sich als moderne, zukunftsorientierte Nation präsentieren. Die Wettkampfstätten beeindruckten durch ihr ausgefallenes Design. Neben dem Olympiastadion bestach besonders der »Wasserwürfel«, die Stätte der Schwimmwettbewerbe, durch sein futuristisches Design. Bezug zur chinesischen Geschichte und Tradition wurde unter anderem durch die Streckenführung des Straßenrennens der Radsportler genommen. Auf dem Rundkurs passierten die Athleten die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt.

Die Spiele von Peking wurden von sportlichen Höchstleistungen bestimmt. Über 40 Weltrekorde und mehr als 130 olympische Rekorde konnten im Rahmen der Wettkämpfe gebrochen werden. Besonders zwei Athleten stachen mit ihren Leistungen hervor. US-Schwimmer Michael Phelps startete in acht Disziplinen und konnte acht Goldmedaillen gewinnen. Mit seinen insgesamt 14 Olympiasiegen wurde er zum bisher erfolgreichsten Olympioniken.

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite