Feilen und Polieren: Strahlend schöne Nägel
Die Fingernägel niemals nach einem Handbad oder dem Händewaschen feilen. Denn wenn sie trocken und hart sind, lassen sie sich am Besten bearbeiten. Dabei auf hektisches Hin- und Herfeilen verzichten, das lässt die Ränder leichter splittern. Stattdessen im 45-Grad-Winkel ansetzen und von außen nach innen arbeiten. Die Nägel danken die Behandlung mit einer Profi-Feile: Die ist zwar etwas teurer, dafür aber äußerst schonend. Besondere Pflege gelingt mit Mineral- oder Kristallfeilen: Sie versiegeln die Nagelspitzen mit mikrofeinen Kristallen und erhöhen die Stabilität. Je schwächer und dünner die Nägel sind, desto feiner sollte auch die Körnung der Feile sein. Von Metallfeilen lieber ganz die Finger lassen. Sie rauen die Keratinschicht der Nagelspitze auf und erzeugen scharfe Kanten.
Nach dem Feilen ist Polieren angesagt. Das bringt die Nägel auch ohne Lack auf Hochglanz und geht mit einer speziellen Polierfeile ganz einfach. Profi-Feilen bestehen aus drei unterschiedlichen Körnungen. Der erste Teil (Cleaner) dient zum Reinigen und um eventuelle Rillen zu entfernen. Auch unschöne Verfärbungen lassen sich damit ganz sanft beseitigen. Anschließend werden mit dem zweiten Teil (Builder) überschüssige Hornschüppchen entfernt und der Nagel insgesamt geglättet. Einen tollen Glanz erzielt man abschließend mit dem dritten Teil (Sealer), der die feinste Körnung aufweist und die Nagelfläche versiegelt. So können die Nägel auch mal ganz ohne Lack auf Hochglanz gebracht werden.
Das Wichtigste bei der Maniküre ist die Nagelhaut. Eine dicke Nagelhaut sieht unschön aus, sollte aber ganz vorsichtig bearbeitet werden. Denn sie erfüllt eine wichtige Schutzfunktion, indem sie eindringende Bakterien abwehrt. Daher die Nagelhaut niemals mit der Schere bearbeiten, sondern lediglich zurückschieben. Dazu eignet sich am besten ein Manikürstäbchen aus weichem Rosenholz oder ein Spezialgerät mit Gummifüßchen. Bei dicker oder festgewachsener Nagelhaut speziellen Nagelhautentferner verwenden, ansonsten die Finger kurz in warmem Wasser einweichen lassen. Anschließend schenkt ein gutes Nagelöl Fingernägeln und Nagelhaut Pflege und Feuchtigkeit. Am besten jeden Abend die Fingerspitzen damit einmassieren - dann sind Nagelhaut und Nagelbett in Topform.
Nagellack: Der krönende Abschluss
Der Nagellack ist das Tüpfelchen auf dem "i". Wichtig ist hierbei nur eines: Unter Farblacke eine Grundierung auftragen. Ansonsten kann es besonders bei dunklen Lacken zu unschönen Verfärbungen kommen. Für glatte und ebene Nägel kann man so genannte Rillenfüller auftragen. Ansonsten gilt: Feine, regelmäßige Längsrillen können auf Flüssigkeitsmangel hindeuten. Hier hilft es oft schon, zwei Liter am Tag zu trinken. Erst wenn der Unterlack komplett getrocknet ist, mit der bunten Schicht beginnen. Dabei den Pinsel in der Nagelmitte aufsetzen und erst in Richtung Nagelhaut schieben, danach zur Spitze führen. Das ist die Methode der Profis, die zu einem perfekten Ergebnis führt. Schutz für Nagel und Lack bietet schließlich der Oberlack. Wer es eilig hat, greift zu einem Schnelltrockner-Lack oder -Spray. Damit trocknen die Nägel in Sekunden. Mit dem Korrekturstift können abschließend kleine Lackierfehler ausgemerzt werden. Zur Lackentfernung übrigens immer acetonfreie Produkte benutzen.
Wer es am Liebsten dezent mag, trägt French Nails: Perfekt gestylt, aber von eleganter Zurückhaltung. Dazu werden die Nägel klassischerweise in Karreeform gefeilt und mit Basislack in Rosa oder Elfenbein lackiert. Nach dem Trocknen die Nagelspitzen sparsam mit Weißlack ausmalen. Nagelschablonen bieten dabei praktische Malhilfen. Alternativ den Nagel von unten mit einem entsprechenden Weißstift anmalen. Nach dem vollständigen Trocknen den ganzen Nagel mit schützendem Klarlack überziehen.
Werden die Nägel ganz natürlich getragen, sollte die Nagelfläche keine Flecken zeigen. Sind sie jedoch vorhanden, kann man sie mit hellem, leicht schimmernden Lack oder Klarlack kaschieren. Und enthält der Nagellack außerdem Vitamin E oder Calcium, dann pflegt und stärkt er zugleich die Nägel. Für ein ausgefallenes Nagelstyling lassen sich Nail-Tattoos, Nail-Piercings oder Strass-Motive einsetzen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, denn zum Verschönern der Nägel gibt es alle erdenklichen Accessoires.
Bruchsicher: Erste Hilfe bei Problemfällen
Doch was, wenn die Nägel splittern oder sich verbiegen? Bei festen, gesunden Fingernägeln kommt das selten vor. Anders sieht es bei den "Problemfällen" aus: Dünne, weiche Nägel haben die einen, brüchige, trockene und zu Spliss neigende Nägel die anderen. Um die Fingernägel wieder aufzubauen, braucht man etwas Geduld. Bei weichen und brüchigen Nägel hilft ein Nagelhärter. Er kann defekte Stellen kitten, den Nagel vor erneuten Schädigungen schützen und in der Basis stärken. Das ganze Geheimnis steckt im Timing: Nur bei längerer Anwendung - mindestens zwei Mal pro Woche - werden Nägel damit wirklich fester.
Hilfe kommt auch von Innen: Produkte wie Kieselerde, die zur Verbesserung der Haarqualität beitragen, wirken sich auch positiv auf die Nägel aus. Für ein rasches und gesundes Wachstum der Nägel sorgt außerdem Biotin (Vitamin H). Das Vitamin ist beispielsweise in Eiern, Haselnüssen, Hafterflocken und Rinderleber enthalten. Doch um auf die empfohlene Tagesmenge von 30 bis 100 Mikrogramm zu kommen, kann man auch einfach zu speziellen Biotin-Ergänzungen aus der Apotheke greifen.
Füße: Zeigt her eure Nägel
Was für die Fingernägel gilt, trifft grundsätzlich auch auf die Fußnägel zu. Diese dürfen jedoch auch mit der Nagelschere geschnitten werden, vorausgesetzt sie ist entsprechend hochwertig. Die Nägel nicht zu kurz schneiden, damit sie nicht einwachsen. Entgegen der vorherrschenden Meinung dürfen sie aber gerne rund geschnitten werden. Denn sind sie zu eckig, können sich die Nachbarzehen daran verletzen. Anschließend die Ränder mit einer Sandfeile glätten. Auch Nägel und Nagelhaut der Füße verdienen ab und zu eine besondere Pflege. Statt eines speziellen Öls mit einem Wattestäbchen einfach etwas Olivenöl auftragen, das hält die Fußnägel schön weich und elastisch.
Auch beim Lackieren der Zehennägel zuerst einen Rillenfüller auftragen, um einen gleichmäßigen und glatten Untergrund zu erhalten. Damit werden die Nägel gleichzeitig auch vor Verfärbungen geschützt. Profis bemalen den großen Fußnagel zuerst quer, dann in Längsrichtung mit Lack. Nach zwei Farbschichten wird der Nagel zum Abschluss mit einem transparenten Überlack versiegelt. Der sorgt auch hier für längere Haltbarkeit und verleiht einen besonderen Glanz.
Und nicht vergessen: Richtig zur Geltung kommen gepflegte Nägel nur an ebensolchen Händen und Füßen. Wer sich mal Etwas gönnen möchte, sollte eine professionelle Nagelpflege ausprobieren. Bei einem Besuch im Nagelstudio oder bei der Kosmetikerin werden Hände und Füße so richtig verwöhnt. Und das tut auch der Seele gut.



