Phänomen Fondssparen
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Phänomen Fondssparen

Bild: Foto: Klaus Schönitzer, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Der Traum von finanzieller Unabhängigkeit durch Kursgewinne ist ungebrochen - der Börsenkrise zum Trotz. Doch noch immer zu wenige Anleger wissen: Dieser Traum ist machbar. Wer die Anlage in Fonds früh genug beginnt, kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Lebensabend im Wohlstand machen. Denn der Langzeiteffekt des Zinseszins kann “Wunder“ bewirken.

Der Traum von finanzieller Unabhängigkeit durch Kursgewinne ist ungebrochen - der Börsenkrise zum Trotz. Doch noch immer zu wenige Anleger wissen: Dieser Traum ist machbar. Wer die Anlage in Fonds früh genug beginnt, kann sich berechtigte Hoffnungen auf einen Lebensabend im Wohlstand machen. Denn der Langzeiteffekt des Zinseszins kann “Wunder“ bewirken.

Bodo Schäfer ist ein Mann der großen Worte. Der selbst ernannte “Money-Coach“ sprach in seinem ersten Bestseller “Der Weg zur finanziellen Freiheit“ viel über den schnellen Vermögensaufbau mit Aktien - bis ihn die böseste Börsen-Baisse der letzten 20 Jahre selbst wegschwemmte und sein Unternehmen zur Pleite-Firma machte. Den Optimismus hat Schäfer indes nicht verloren: Zwar schreibt der “Geld-Trainer“ seitdem weniger “vom Weg zur ersten Million in nur sieben Jahren“, doch predigt er weiter den Vermögensaufbau über die Kapitalmärkte.

Die Grundmotivation, die einen jeden Anleger an die Kapitalmärkte treibt, entspringt dem Wunsch, das eingesetzte Geld zu vermehren - ganz gleich, ob mit zeitlich garantierten Festgeldzahlungen von zwei bis drei Prozent oder mit hoch riskanten Optionen-Spekulationen an der Terminbörse. Das Kapital muss - alleine schon als Absicherung gegen die Entwertung durch eine angenommene Inflationsrate von ein bis zwei Prozent in Deutschland - wachsen. Dies geschieht durch die Wirkung des Zinseszins.

Aus einem fiktiven Startkapital von 10.000 €, die ein Anleger in Geldmarktfonds bei angenommenen drei Prozent Verzinsung “parkt“, wird so im Laufe eines Jahres ein Plus von 300 €. Im Laufe des zweiten Jahres wächst das Vermögen nun nicht mehr nur weitere 300 € an - sondern um drei Prozent von 10.300 €, also um 309 € auf 10.609 €. Diese neun Euro Unterschied mögen auf den ersten Blick marginal erscheinen - doch gemessen an einem Anlagehorizont von über 30 Jahren bei angenommenen weiteren Mittelzuflüssen spielt der Zinseszins eine nicht zu unterschätzende Rolle.

So kann ein 30jähriger Anleger, der es schafft, monatlich 250 € in Investmentfonds einzuzahlen, auf diesem Wege bis zur Pensionierung über 500.000 € erzielen. Bei einer angenommenen jährlichen Rendite von zehn Prozent, die ein erfolgreicher Fonds erzielen kann, erreicht der Anleger in 35 Jahren den enormen Betrag von 820.737 €! Selbst bei “nur“ acht Prozent Rendite würde er noch zum DM-Millonär: ein Vermögen von 1,017 Millionen Mark oder 520.235 €.

Der alles entscheidende Treibstoff dieses Autopilots zum langfristigen Vermögen ist jedoch die Ausdauer und Regelmäßigkeit der Anlage. Das ist die Grundidee des Fondssparens. Wer seinem Depot sukzessive Kapital entzieht bzw. die Einzahlungen aussetzt, kann von dieser magischen Wirkung des Zinseszins nur teilweise profitieren.

Der Vorteil des Cost-Average-Effekts

Die regelmäßige Geldanlage in Fonds bringt auch über den so genannten Cost-Average-Effekt Vorteile. Ein Beispiel: Durch den Börsen-Boom der späten Achtziger inspiriert, entschließt sich ein Anleger nach der Konsolidierung der Wall Street für einen monatlichen Sparplan in einen Wachstumsfonds mit Anlageschwerpunkt USA. Er begann am 2. Januar 1990 mit der Einzahlung.

Schon nach einem Jahr stellt er fest: In den vergangenen zwölf Monaten hat der Kurs in Folge der Golfkriegswirren etwa 20 Prozent verloren; der Gesamtwert des Fonds belief sich deutlich unter der vor Jahresfrist eingesetzten Summe. Auch zum Jahreswechsel 1991/92 konnte von Verbesserung noch keine Rede sein: Der Fonds hat 1991 abermals zehn Prozent an Wert verloren. Neun Jahre später jedoch konnte er nach einem beispiellosen Aufstieg der Technologiewerte einen Wertzuwachs von mehreren hundert Prozent verbuchen.

Der Anleger erzielte auch deshalb eine gute Performance, weil er die Fondsanteile in den Krisenjahren 1990-1991 und 1994-1995 für einen immer günstigeren Kurs eingekauft hatte. In den Folgejahren profitierte er vom Börsen-Aufschwung mit eben jener Hebelwirkung der günstiger - d.h. in größerer Zahl - erworbenen Anteile. Diesen Effekt nennt man Cost-Averaging.

Da die Börsen langfristig steigen, profitiert der Anleger überproportional von Schwächephasen. Und mehr noch: Durch eine regelmäßige Einzahlung schaltet er den emotionalen Anteil einer Anlage-Entscheidung aus. Denn gerade in Panik-Situationen scheinen an der Börse die Käufer auszubleiben, um sich dann wenige Monate später bei deutlich höheren Kursen über den verpassten Einstieg zu ärgern. Den optimalen Zeitpunkt zu finden, ist an der Börse ein Vabanquespiel. Eine regelmäßige Einzahlung bewahrt den Anleger von diesem Dilemma.

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