Der Ischias schmerzt, im Kreuz zieht es mächtig, der Nacken ist völlig verspannt – Rückenschmerzen sind Volkskrankheit Nummer Eins. Nach dem Gesundheitsreport der DAK-Gesundheit 2012 verursachen Erkrankungen des Bewegungsapparates etwa ein Fünftel aller Fehltage im Job. Zwei Drittel der Menschen hierzulande leiden mindestens einmal im Jahr unter Rückenschmerzen – Männer häufiger als Frauen.
Die gute Nachricht: Rückenschmerzen haben häufig keine körperliche Ursache, wie etwa Fehlbildungen der Wirbelsäule. Die schlechte Nachricht: Rückenschmerzen sind nicht selten dem Lebensstil geschuldet. Zwar lassen auch falsches Heben und Tragen oder eine schlechte Nacht manchen Rücken jaulen. Die Hauptursache ist aber Bewegungsmangel. In Deutschland arbeiten 17 Millionen Menschen im Büro. Ohne Ausgleich schwächt das ewige Rumsitzen die Rückenmuskulatur. Die Folgen: Fehlhaltungen, Blockierungen der kleinen Wirbelgelenke sowie Muskelverspannungen.
Wer dann noch zu viele Pfunde auf die Waage bringt, belastet sein Kreuz doppelt. In Deutschland sind 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen zu dick. Knochen und Gelenke leiden unter dem Übergewicht. Außerdem setzt eine einseitige Ernährung dem Rücken zu. Knochen, Gelenke und Bandscheiben brauchen Vitamine und Mineralstoffe. So lassen sich auch altersbedingte Verschleißerkrankungen wie Osteoporose besser in Schach halten.
Der Volksmund weiß längst, dass Rückenleiden seelisch bedingt sein können: „Ich kann das nicht mehr ertragen“ oder „Das bricht mir das Kreuz“. Bei Dauerstress, Überforderung im Job, Familienzwist, Angst und Depressionen verkrampfen die Rückenmuskeln. Über kurz oder lang schmerzt das Kreuz. Das Zusammenspiel von Psyche und Rückenschmerzen funktioniert auch umgekehrt: Chronische Rückenschmerzen nagen an der Seele. Denn die Schmerzreize gelangen über das Rückenmark ins Gehirn und aktivieren dort Regionen, in denen Gefühle verarbeitet werden. So kann ein Teufelskreis entstehen: Die Seele schlägt auf den Rücken, die Schmerzen wiederum belasten die Psyche.
Schnelle und langfristige Helfer
Länger anhaltenden Beschwerden sollte der Arzt auf den Grund gehen. Doch 90 Prozent aller Rückenbeschwerden bessern sich innerhalb von vier Wochen von ganz allein – egal wie sie behandelt werden. Wärme, Entspannung und ein leichtes Schmerzmittel lösen zunächst die Verspannungen und lindern die Schmerzen. Krankengymnastik oder Massage kann den Rücken zusätzlich mobilisieren.
Prävention und Hilfe: Damit der Rücken gar nicht erst schmerzt
Nur wer an den Ursachen ansetzt, kann Rückenschmerzen längerfristig vorbeugen:
Man sieht ihn nicht und spürt ihn kaum: Fast jeder dritte Bundesbürger leidet an Bluthochdruck. Bei den Senioren über 65 Jahre ist es sogar mehr als jeder Zweite. Nur die Hälfte der Betroffenen weiß von ihrer Erkrankung. Und nur 40 Prozent der Wissenden lassen sich behandeln.
Dabei ist Bluthochdruck der stärkste Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Denn er treibt die Arterienverkalkung voran und schädigt im Laufe der Jahre vor allem gefäßreiche Organe, wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Die Folge können Herzinfarkt, Schlaganfall oder gar Erblindung sein.
Blutdruckwerte unter 140/90 mmHg („Millimeter Quecksilberläule“) gelten zwar als normal. Aber schon bei Werten über 130/85 mmHg sprechen Mediziner von einer Vorstufe von Bluthochdruck, die der Arzt im Auge behalten sollte. Optimal sind Blutdruckwerte bis 120/80 mmHg.
Lange bleibt Bluthochdruck eine stille Gefahr. Am ehesten macht er sich morgens bemerkbar: Wer häufiger mit Kopfschmerzen oder Nasenbluten aufwacht, sollte einmal den Blutdruck messen lassen. Auch Müdigkeit, Sehstörungen, Schwindelgefühl oder Atemnot unter körperlicher Anstrengung können darauf hinweisen, dass der Blutdruck nicht stimmt.
Warum der Blutdruck steigt, ist oft nicht auszumachen. Nur zehn Prozent der Betroffenen leiden an einer organischen Erkrankung, beispielsweise einer Verengung der Nierengefäße, die den Blutdruck erhöht. Aber eine ganze Reihe von Risikofaktoren kann die Entstehung von Bluthochdruck begünstigen:
Prävention und Hilfe: Was den Druck senkt
Nicht immer erfordern erhöhte Blutdruckwerte eine Behandlung mit Medikamenten. Entscheidend ist das ganz persönliche Risiko, das nicht zuletzt durch die Lebensweise bestimmt wird. Und da findet sich manche Stellschraube, an der sich ebenso vorbeugend drehen lässt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Industrieländern die häufigsten Todesursachen, allen voran die koronare Herzkrankheit. In Deutschland leiden etwa 9 Prozent der Männer und gute 6 Prozent der Frauen an dieser Erkrankung. Die Häufigkeit steigt mit dem Alter deutlich: Bei den über 65-Jährigen betrifft es 28 Prozent der Männer und 19 Prozent der Frauen.
Bei der koronaren Herzkrankheit wird das Herz infolge verengter Herzkranzgefäße schlechter durchblutet. Die Verengung entsteht, weil Kalk und Fett sich in der Gefäßwand ablagern (Arteriosklerose genannt) und die Gefäßwand immer dicker und steifer wird. Lange Zeit merkt man davon aber nichts. Erst wenn etwa 70 Prozent des Gefäßinnenraums verstopft sind, treten Beschwerden auf. Typisch sind plötzliche Schmerzen in der Brust bei körperlicher Anstrengung, in der Fachsprache Angina pectoris genannt.
Die Gefäßinnenhaut über den Ablagerungen kann jederzeit leicht einreißen. Dann lagern sich sofort Blutplättchen an und es bildet sich ein Blutgerinnsel. Das kann die Herzarterie vollends verstopft. Es kommt zu einem Herzinfarkt. Das erleben in Deutschland täglich 800 Menschen. 2010 starben mehr als 59.000 Menschen daran.
Auf Warnsignale schnell reagieren
Alarmsignale sollten immer ernst genommen werden. Das heißt: Lieber einmal unnötig als zu spät den Notarzt rufen. Anzeichen für einen Herzinfarkt:
Die Gefahren fürs Herz lauern einerseits in den Genen und andererseits im Lebensstil. Häufige Herzinfarkte in der Familie steigern deutlich das eigene Risiko. Selbst gelegentliches Rauchen schadet dem Herzen. Je weniger körperlich fit man ist, desto höher das Herz-Kreislauf-Risiko. Übergewicht beschleunigt die Arterienverkalkung und führt nicht nur zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch zu Zucker- und Fettstoffwechselstörungen. Wie Bluthochdruck belasten diese Erkrankungen das Herz. Inzwischen weiß man auch, dass seelische Probleme das Herz stark schädigen können – auch bei jungen Menschen. Depressionen erhöhen das Herzinfarktrisiko.
Prävention und Hilfe: Das tut dem Herzen gut
Grunderkrankungen wie Bluthochdruck und Zuckerkrankheit müssen richtig behandelt werden, damit das Herz nicht in Gefahr gerät. Und wer möglichst lange ein gesundes Herz haben möchte, sollte außerdem seinen Lebensstil auf den Prüfstand stellen:



